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VIDEOSPIELE: Ist «Need for Speed» am Ende?

«Need for Speed Payback» ist ein schlechtes Spiel - daran führt kein Weg und keine Strasse vorbei. Schuld daran ist nicht das Entwicklerteam, sondern wieder einmal die Geschäftspraktiken von Hersteller Electronic Arts, der ein solides, wenn auch nicht revolutionäres Spiel in ein langweiliges Glücksspiel verwandelt.
Need for Speed Payback ist für Fans ein Enttäuschung. (Bild: PD)

Need for Speed Payback ist für Fans ein Enttäuschung. (Bild: PD)

Federico Gagliano

Im Kern ist «Payback» eine direkte Fortsetzung des Reboots vor zwei Jahren, die sich statt der Tuning-Szene vom letzten Spiel die «Fast&Furious»-Filme zum Vorbild nimmt – und diese nicht mal annähernd erreicht. Die drei Hauptfiguren strotzen nur so vor Arroganz und haben, im Gegensatz zu Dominic Toretto und seiner Crew, nichts Gewinnendes an sich. Dazu kommt, dass sie ständig etwas dazwischenrufen: Fast jede Überholung und jeder Zusammenstoss wird mit qualvoll lahmen Sprüchen kommentiert. Schon nach wenigen Rennen möchte man ihnen das Maul mit einem Reifen stopfen. Das hat zur Folge, dass man sich wenig für die Story interessiert. Diese bietet nicht viel, was für in der Serie nichts Neues ist.

Ansonsten liefert «Payback» das gewohnte Arcade-Racing, das man von der Reihe kennt. In einer offenen, von Las Vegas inspirierten Stadt, fährt man von Rennen zu Rennen, um sein Auto zu verbessern: Doch hier beginnt sich EAs Geldgier spürbar zu machen. Gewonnene Rennen belohnen den Spieler mit sogenannten «Speed Cards», welche das Auto in verschiedenen Bereichen (Geschwindigkeit, Beschleunigung, Nitro, Sprung und Bremsen) verbessert. Nach jedem Sieg kann eine von drei verdeckten Karten gewählt werden. Der Haken: Es kann durchaus vorkommen, dass man zwei Mal nacheinander eine gleiche Karte zieht – oder sogar eine schwächere. Die Folge: Man ist gezwungen, alte Rennen zu wiederholen, um neue freizuschalten – und das zum Teil mehrmals.

Spielprinzip aus Handy-Games

Die Masche des Spiels, den dünnen Inhalt möglichst in die Länge zu strecken, macht sich in allen Bereichen bemerkbar. Selbst das Verändern seines Lieblingswagens braucht Zeit: Bevor man etwas daran ändern kann, muss für das jeweilige Teil eine Herausforderung erledigt werden. Will man zum nächsten Rennen, muss man auf der doch recht grossen Karte zuerst hinfahren: Im Genre nichts Neues, aber während man bei anderen Spielen die Möglichkeit hat, sich irgendwo auf der Map hin zu teleportieren, kostet diese Option bei «Payback» - ausser man besitzt eine Garage in der Nähe. Die Lösung: Mit echtem Geld «Speed Points» kaufen, mit denen man mehr Ingame-Geld verdient. Solche sogenannten «Microtransactions» kennt man von Handy-Games seit Jahren – doch diese Spiele sind im Gegensatz zu «Payback» kostenlos zu haben. Was bleibt, ist ein mittelmässiges Rennspiel mit einer öden Story und schrecklichen Hauptfiguren, bei dem dank all den Bremsen nie wirklich Tempo aufkommt. Der «Need for Speed» wird hier nicht befriedigt.

Dass die Fans der Reihe nicht begeistert sind, hat sich in den Verkaufszahlen niedergeschlagen: In Grossbritannien hat «Payback» nur halb so viele physische Kopien wie der letzte Titel verkauft. Daran werden auch die digitalen Verkäufe nicht viel ändern. Das wiederum könnte fatale Konsequenzen für die Serie haben: Es ist nicht das erste Mal, dass ein EA-Studio zweifelhafte Microtransactions einführt, floppt und dann geschlossen wird. Das letzte Beispiel dafür lieferte EA gerade vor wenigen Wochen: Das Studio Visceral, bekannt geworden durch das Horrorspiel «Dead Space», wurde geschlossen. Dies, nachdem das dritte Spiel der Serie Microtransactions einführte – und die gesteckten Verkaufsziele bei weitem nicht erreichte. Auch das nächste Spiel von Visceral, «Battlefield: Hardline», stellte EA nicht zufrieden. Ein anderes Beispiel: Die Kriegsserie «Medal of Honor» wurde eingestampft, als die Serie floppte. Es wäre deshalb nicht verwunderlich, wenn «Need for Speed» und dessen Studio Ghost bald das gleiche Schicksal ereilt. Das Ende des Studios würde auch gleich eine zweite beliebte Rennserie begraben: Die Mehrheit der Entwickler arbeiteten früher an der Serie «Burnout». Es wäre ein unrühmliches Ende für eine der grössten Videospielreihen der Welt.

Hinweis

«Need for Speed Payback» ist für PlayStation 4, Xbox One und PC zum Preis von 72.90 Franken erhältlich.

Das Spiel sieht selten so aus, wenn überhaupt. (Bild: PD)

Das Spiel sieht selten so aus, wenn überhaupt. (Bild: PD)

Die Fahrzeugauswahl bietet viele Favoriten. (Bild: PD)

Die Fahrzeugauswahl bietet viele Favoriten. (Bild: PD)

Verfolgungsjagden mit der Polizei gibt es nur in Missionen, aber nicht im freien Spiel. (Bild: PD)

Verfolgungsjagden mit der Polizei gibt es nur in Missionen, aber nicht im freien Spiel. (Bild: PD)

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