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Viel Applaus für den Swiss Boy Bastian Baker in den USA

Der Westschweizer Sänger Bastian Baker hat mit eingängigen, folkigen Liedern einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Mit Shania Twain tourte er mit Erfolg durch Amerika und veröffentlicht jetzt sein neustes Album – sein Debüt in den USA.
Interview: Stefan Künzli
Bastian Baker

Bastian Baker

Bastian Baker, Sie waren in diesem Jahr mit dem Country-Star Shania Twain auf Welttournee. Wie war das Echo auf den «Swiss Boy»?

Das Feedback des Publikums war phänomenal. Viel grösser als alle erwartet hatten. Mich kannte ja niemand. Das Risiko war beträchtlich, der Druck vor dem ersten Konzert in Tacoma, an der Nordwestküste der USA, war enorm. Ich spielte jeweils eine halbe Stunde, nur ich und meine akustische Gitarre. Doch nach drei Stücken hatte ich das Publikum gepackt, bei «Hallelujah» sangen sie mit. Ich war erlöst.

Wie ging es weiter?

Es wurde immer verrückter und verrückter. Wir spielten in riesigen Hallen mit bis zu 17000 Zuschauern. Am Schluss kamen jeweils bis zu 400 Leute, die CDs, T-Shirts und Poster von mir kaufen wollten. Die Leute drehten völlig durch. In Amerika kam es zu Baker-Mania.

Wie waren die Kritiken?

Durchwegs gut bis euphorisch. Geholfen hat natürlich auch, dass ich jeweils am Schluss der Konzerte mit Shania noch ein Duett singen durfte. Das hat mir enorme Publizität verschafft. «Billboard», «Vogue», «Young Hollywood», alle waren happy mit dem Swiss Boy. Die Tour hat alle meine Erwartungen übertroffen.

Ihr Sound hat sich verändert. Er ist poppiger, moderner und weniger folkig. War das ein bewusster Entscheid oder hat sich das einfach so ergeben?

Nach der letzten Tour 2015 wollte ich etwas ändern. Erstmals seit sechs Jahren hatte ich wieder etwas Zeit und wollte sie nutzen, um einen neuen Sound zu entwickeln. Ich sammelte Kontakte zu Songschreibern und begann zu komponieren. Ich reiste viel und in diesen anderthalb Jahren sind die 60 Songs entstanden. Darunter hat es viele, die ähnlich klingen wie früher. Ich habe aber bewusst jene ausgesucht, die eben etwas anders sind und die man nicht von mir erwartet hätte.

Seit 2012 erlebten Sie einen steilen Aufstieg. Nicht nur in der Schweiz schafften Sie den Durchbruch, mit Ihrem zweiten Album auch in Frankreich und Belgien. Ihr drittes Album war nicht mehr ganz so erfolgreich, im Ausland blieben die Charterfolge aus. War das der Auslöser für eine Richtungsänderung?

Nein. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ein Kapitel in meiner Karriere abgeschlossen war und ich ein Neues beginnen muss. Ich will mich weiter entwickeln, deshalb die Zusammenarbeit mit Songschreibern, deshalb das Amerika-Abenteuer. Sie müssen sich vorstellen: Mein neues Album wird mein Debüt in den USA.

Und wie war das jetzt mit Belgien und Frankreich?

Es stimmt, dass wir in Frankreich und Belgien mit dem dritten Album weniger Erfolg hatten. Aber das hatte damit zu tun, dass ich damals in Asien und Nordafrika gespielt habe, bereits über den grossen Teich schielte und dabei Belgien und Frankreich vernachlässigte. Rückblickend betrachtet, war das ein Fehler. Aber unsere Strategie war schon immer global.

Deshalb die Tour mit Shania Twain?

Genau, Shania hat mich auf ein ganz neues Level gebracht. Aus diesem Grund bin ich vor der Veröffentlichung des Albums so gespannt und nervös wie schon lange nicht mehr. Shania war die perfekte Türöffnerin. Dank ihr kennt man mich jetzt in der Szene und ich kenne Produzenten, Agenten. Aber die Tür ist erst offen. Ich muss selber hindurchgehen und mich beweisen.

Das heisst, der Fokus liegt jetzt auf Amerika. Sie wollen Amerika erobern. Wie gehen Sie vor?

Am 5. November gehe ich zurück in die Staaten und besuche den Country Music Award in Nashville, wo ich auch singe und eine Reportage mit einem Pop-Magazin mache. Wir haben ein Treffen mit einer grossen Konzertagentur und versuchen im nächsten Jahr eine eigene Tour in den USA und Kanada auf die Beine zu stellen. Ziel ist es, grössere Produzenten und grössere Labels zu finden.

Wieso gibt es kein Duett mit Shania Twain auf dem neuen Album?

Unter meinen Songs hatte es kein Duett und wir kamen einfach nicht dazu, eines zu komponieren. Es muss schliesslich passen. Aber ich hoffe schon, dass es noch dazukommt.

Müssten Sie nicht in den USA leben, um dort wirklich den Durchbruch zu schaffen?

Nein, das glaube ich nicht. Man muss einfach bereit sein, weiter zu reisen. Ich bin gern in den Staaten, aber ich liebe die Schweiz und möchte eigentlich hier bleiben.

Bei unserem ersten Interview vor sechs Jahren wohnten Sie noch in einer WG. Und jetzt?

Bei Freunden, bei meiner Grossmutter meinen Eltern in Lausanne. Ich habe keinen festen Wohnsitz. Ich bin ja immer unterwegs. Ich bin ein Gypsy und liebe es.

Haben Sie nicht Angst, dass Sie neben Amerika den Rest vernachlässigen?

Nein. (Pause) Klar, Amerika ist jetzt eine besondere Herausforderung. Aber wir wollen flexibel sein und alle Karten ausspielen. Jetzt geht’s zuerst noch mit Shania nach Australien und Neuseeland. Im Januar sind Skandinavien und Deutschland dran. Im Februar geht’s wieder in die Staaten. Dann kommt Frankreich, wo wir ein neues Label haben und wieder Gas geben wollen. Die ersten Reaktionen sind vielversprechend. In Belgien ist «Stay» ist bereits ein Hit. Und dann folgen im März die ersten Konzerte in der Schweiz. Eine grössere Tour folgt im Herbst 2019.

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