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Was das Lucerne Blues Festival und die Luzerner Fasnacht verbindet

Mike Hauser und Kari Bründler stehen diese Fasnacht dem Luzerner Fasnachtskomitee vor – zuerst sind sie aber auch massgeblich am Lucerne Blues Festival beteiligt, das diese Woche losgeht.
Michael Graber
Verbinden Blues und Fasnacht: Mike Hauser (47, links) und Kari Bründler (53) vor dem Hotel Schweizerhof, in dem dieses Wochenende das Blues Festival eröffnet wird. Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. November 2018)

Verbinden Blues und Fasnacht: Mike Hauser (47, links) und Kari Bründler (53) vor dem Hotel Schweizerhof, in dem dieses Wochenende das Blues Festival eröffnet wird. Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. November 2018)

Auf den ersten Blick haben Blues und Fasnacht nicht sonderlich viel miteinander zu tun. Doch an diesem Samstag liegen nur ein paar Schritte zwischen diesen beiden Welten. Zumindest für Mike Hauser und Martin «Kari» Bründler. Am Nachmittag präsentieren Hauser und Bründler in der Altstadt in ihrer Rolle als Präsident des Luzerner Fasnachtskomitees (Hauser) und dessen Weibel (Bründler) die neue Fasnachtsplakette, um im Anschluss im Schweizerhof das Lucerne Blues Festival zu eröffnen. Dort ist Bründler der Präsident und Hauser im OK tätig. Seinen Weibel-Mantel werde er nicht anhaben, wenn er auf die Bühne geht, «aber allenfalls die neue Plakette», so Bründler.

Sowieso sei momentan aber der Blues im Zentrum, wie Hauser sagt. Als er und Bründler sich vor rund sieben Jahren entschieden haben, dass Hauser in diesem Jahr das LFK präsidiert, sei immer wichtig gewesen, dass Blues und Fasnacht nebeneinander Platz haben. Beide sind doppelt infiziert: Fasnachtsvirus und Bluesvirus haben sich tief eingenistet. Das Glück von Bründler und Hauser: Die beiden Infekte haben andere Hochsaisons. Der Blues im November, die Fasnacht erst zwei, drei Monate später. Im Januar und Februar haben die beiden gemeinsam rund achtzig Termine. Am Blues Festival sind es ein paar weniger – das Festival dauert vom 9. bis 18. November und die Vorarbeit ist bereits geleistet.

Kennen gelernt beim FC Luzern

In der Bar des Hotel Schweizerhof sinnieren die beiden bei einem Bier über Gemeinsamkeiten der beiden Welten. Wichtigster Punkt: «Das Traditionelle ist an beiden Orten wichtig. Die Verwurzelung, das Bewahren, das Weitergeben. Das sind wichtige Elemente im Blues wie in der Fasnacht», sagt Hauser. Das Grundmuster im Blues sei immer ähnlich, und an der Fasnacht klöpfe es am Schmutzigen Donnerstag und bis am Aschermittwoch wird geguugt und gepaukt, ergänzt Bründler. An beiden Orten muss man das Rad nicht neu erfinden, man muss es aber stets ölen und am Laufen halten.

Veränderungen an der Fasnacht und am Blues Festival sind meistens kosmetischer Natur, und der Besucher bemerkt sie im Idealfall gar nicht. Ein neuer Sponsor da und dort, ein neues Reglement hier. «Man muss nicht besser machen, was schon gut ist», sagt Bründler und nimmt zufrieden einen Schluck.

Kennen gelernt haben sich Bründler und Hauser aber weder an der Fasnacht noch am Blues Festival, sondern beim FC Luzern. Dort, unter dem ehemaligen Totomat in der Horwer Kurve stand man, schaute Fussball und lernte sich irgendwann kennen und schätzen. Zum Blues Festival kamen sie getrennt, aber im selben Jahr. 1997 wurde nach einem feuchtfröhlichen Abend Bründler als Fahrer für die Musiker akquiriert, und Hauser wurde ins Boot geholt, damit man die Blues Brunches ins Leben rufen konnte. Der Besitzer des Hotels Schweizerhof war sofort Feuer und Flamme für die Idee – es war auch der Anfang des «Schweizerhofs» als Festivalhotel mit all den Konzerten und Events.

Die Wege von Bründler und Hauser führen zwar manchmal auf eigenen Pfaden weiter, scheinen aber trotzdem immer verbunden. In die Fasnachtsmusig Noteheuer (Hauser am Schlagwerk, Bründler an der Posaune) traten sie gleichzeitig, wiederum unabhängig voneinander, ein. Gemeinsam ging es auch zur Maskenliebhaber Gesellschaft, die in diesem Jahr den Präsidenten des Luzerner Fasnachtskomitees stellt. Mittlerweile ist aus den zahlreichen zufälligen Begebenheiten eine grosse Freundschaft gewachsen. «Wenn ich jemand anderes als Weibel gehabt hätte, so hätten alle gemeint, wir hätten uns zerstritten», sagt Hauser, er und Bründler seien längst auch gegen Aussen ein unzertrennliches Duo geworden.

Immer noch in der Guuggenmusik

Je länger das Gespräch dauert, desto mehr wird die Leidenschaft von Hauser und Bründler spürbar. Zahlreichste Anekdoten über Fasnachtsabende oder Nächte am Blues Festival werden erzählt. Und auch wenn ihnen das Gesellschaftliche von Events wie der Fasnacht und dem Blues Festival durchaus wichtig ist, ihr Interesse geht darüber hinaus. «Wir haben am Blues Festival noch nie einen Act gebucht, nur weil er beim Publikum gut ankommen würde», sagt Bründler. Wichtiger sei die Ehrlichkeit, das Direkte und das Kantige, das diese Musik ausmache. Hauser und Bründler sind nicht nur Organisatoren, sie sind in erster Linie Fans.

Und auch bei der Fasnacht ist ihnen das Ursprüngliche der rüüdigen Zeit immer noch deutlich näher, als die Beschallungswagen auf den zahlreichen Plätzen – Hauser und Bründler spielen auch immer noch in der Alten Garde Noteheuer – für dieses Jahr haben sie aber eine Auszeit beantragt, was Bründler als Präsident der Alten Garde Noteheuer ausnahmsweise bewilligte.

Bei dieser Fasnachtsmusik steht übrigens sogar ein Blues auf dem Programm – so weit sind die beiden Welten also doch nicht auseinander.

Plakettenpräsentation: Samstag, 10. November, 16.00, Kornmarkt. Eröffnung Blues Festival mit R. J. Mischo: Samstag, 10. November, 20.00, Hotel Schweizerhof (Valiant-Charity-Nacht zu Gunsten der LZ-Weihnachtsaktion, Eintritt frei.) Ganzes Programm: www.bluesfestival.ch

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