Kultband

Wegen Rammstein lernen sogar die Amis Deutsch

Sie gaben ihr erstes Konzert in New York. Die Amerikaner sind hingerissen. Rammstein ist auch dort Kult.

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Rammstein

Rammstein

Keystone/Epa

Im Madison Square Garden traten sie auf, jener Ort, der es mit 18 000 Zuschauern zu füllen gilt. Doch die Karten für das erste Rammstein-Konzert seit 10 Jahren war innert 30 Minuten ausverkauft, weiss die «Welt» zu berichten.

Nazi-Ästhetik oder pure Provokation

Warum die Band in den USA so belibt ist, darüber haben sich schon manche den Kopf zerbrochen. Fast alle Analysen tendieren dazu, dass Rammstein etwas bediene, das dem amerikanischen Publikum fehle: Die Gelegenheit, die Faust zu recken und auf Deutsch zu singen. Martialisches Gehabe, Provokationen auf der Bühne, nackte Oberkörper, Schweiss und Texte von Sex und Gewalt einerseits. Andererseits, so schrieb die «Washington Post» deshalb, weil Deutsch zu Metal so zwingend passe wie ein britischer Akzent zu Punk und ein Midwest-Gnarl zum Country. Alles zusammen macht die wohl nicht nur für Amerikaner reizvolle Klischee der «Deutsche Härte» aus - Kritiker nennen es Nazi-Gehabe.

Provokation hin oder her: Rammstein ist die eroflgreicshte deutsche Band, auch im Ausland, ihre Live-Shows Kult. «In aller Unbescheidenheit: ich treffe ganz viele Leute, die wegen uns Deutsch lernen», sagt Paul Landers. Der Fremdspracheneffekt vernebelt manches, aber er führt auch zu interessanten Steigerungen: So wird aus «Sehnsucht» manchmal «Chainsaw», weil das ähnlich klingt und mehr zu den von Rammstein provozierten Projektionen passt. (cls)