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Sir James Galway: Weniger Showman – aber immer noch mit eigenem Sound

Mit einem Benefizkonzert im Stella-Matutina-Bildungshaus eröffnete Flötist Sir James Galway das Galway Flute Festival. Es ist eine Abfolge von Workshops, in denen gegen 100 Flötenstudentinnen und -studenten aus aller Welt unterrichtet werden.
Fritz Schaub

Früher gehörten Meisterkurse prominenter Künstler zum A und O des Lucerne Festivals. Seit ihrer Abschaffung liegt es an berühmten Musikern, aus eigener Initiative Meisterkurse zu veranstalten, in denen junge Künstler ihre musikalischen Fähigkeiten weiter entwickeln können.

Zu ihnen gehört der in Meggen lebende Sir James Galway, der seit 1989 jedes Jahr junge Flötistinnen und Flötisten in Weggis um sich versammelt – heuer aus 28 Nationen. Im kommenden Jahr können die Meisterkurse ihr 30-Jahr-Jubiläum feiern, und der in Meggen lebende legendäre Flötist geht dann in sein 80. Lebensjahr.

Recital mit französischer Kunstmusik

Sein einziger öffentlicher Solo-Auftritt am Freitagabend war in erster Linie ein Dankeschön an die zahlreichen Sponsoren, deren Beiträge ermöglichen, dass auch finanziell weniger auf Rosen gebettete Talente an der Meisterkurs-Woche teilnehmen können.

James Galway und die Begleiterin am Klavier, Catherine Rechsteiner, eröffneten ihr Recital mit der Sonate Nr.3 von Philippe Gaubert (1879-1941), der selber ein ausgezeichneter Flötist war und dementsprechend auch ein ideal für das Blasinstrument geeignetes Werk komponierte. Es klingt nicht unbedingt innovativ, verrät seine Herkunft von Debussy, Franck und Ravel in jedem Zug – ein schöner Nachklang des klassischen französischen Impressionismus ist es auf jeden Fall. Ein kleines Malheur zu Beginn überwanden der Flötist und die Begleiterin charmant und waren mit einigem Erfolg darum bemüht, gegen die etwas gar frostige Atmosphäre des neuzeitlichen Kirchenraums mit dem grossen Hall anzukämpfen.

James Galway ist ruhiger geworden, den Showman kehrt er nur noch gelegentlich und diskret heraus. Sein Spiel hat etwas Statisches bekommen, der Atem ist verständlicherweise kürzer. Aber die Finger sind immer noch beweglich, und geblieben ist nach wie vor der unverwechselbare Ton. Im Kopfsatz (Allegretto) schlich sich eine Melancholie ein, die bei einer schwungvolleren Darbietung wohl eher im Hintergrund geblieben wäre. Pastorale Stimmung verbreitete hingegen der romantisch-melodische Zwischenabschnitt.

In der Fantasie von Gabriel Fauré (1845-1924) hatten sich Flötist und Begleiterin besser aufeinander abgestimmt, und im Andantino verströmte Galways goldene Flöte ihren Klang voll und weich wie eh und je. In den raschen Läufen des Allegros liess Galway die Virtuosität aufblitzen wie einst.

Animierter Ausklang mit irischer Folklore

Eine Spezialität Galways sind von jeher die irischen Volksweisen, bei denen er er eine andere Flöte einsetzt. Drei der Weisen hat David Overton für Galways Flöte arrangiert: «The Spinning Wheel», «She Moved Through The Fair,» und «The Star oft he County Down». Vor allem das letztere Stück gelang animiert und leitete über zu Andante et Rondo für zwei Flöten und Klavier von Franz & Karl Doppler.

Eine selbstbewusste Lady Jeanne Galway spielte hier mit ihrem Gatten auf Augenhöhe. Als Zugabe griff Galway zur Piccolo-Flöte und verblüffte dabei mit dem virtuosen Vortrag des längst zum Hit gewordenen Rondos alla turca aus der Sonate Nr.11 von W.A.Mozart.

Nächste Woche treten jeweils am Abend führende Flötisten auf, etwa der Schweizer Stefan Keller, bevor James Galway am 28.Juli, 18 Uhr, im Abschlusskonzert den Festivalflötenchor dirigieren wird. Infos: www.galwayflutefestival.com

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