Lesung vor dem Löwendenkmal Luzern: Wenn der Löwe reden könnte...

Wie «sprachfähig» ist der Löwe? Dies fragte das Mehrjahresprojekt «Löwendenkmal 21» – Künstler antworteten mit Texten darauf.

Susanne Holz
Merken
Drucken
Teilen
Die Berner Nachwuchskünstlerin Julie Mader alias Julie von Wegen.

Die Berner Nachwuchskünstlerin Julie Mader alias Julie von Wegen.

Bild: PD

Kann der Löwe reden? Der steinerne Denkmal-Löwe inmitten Luzerns? Die Macher des Mehrjahresprojekts «Löwendenkmal 21» wollten das wissen und schrieben Anfang Jahr einen Open Call aus – forderten also auf, sich dazu textlich etwas einfallen zu lassen.

Nun stehen die Gewinner fest: Die Jury unter Vorsitz von Literaturvermittler André Schürmann prämierte die Texte der Berner Nachwuchskünstlerin Julie von Wegen und des Luzerner Autors Severin Perrig.

Ein staubdummer Löwe ohne Gedächtnis?

Die beiden Autoren tragen ihre Texte am Samstag um 14 Uhr, anlässlich der Kunsthoch, vor dem Löwendenkmal vor. Perrig den seinen: «Dompteur Leu». Und von Wegen den ihren: «staubdumm». Die Jury attestierte von Wegens Kurzprosa «hohe lyrische Qualität, pochenden Rhythmus und (selbst)ironisch schwingenden Unterton».

Ein Dreh- und Angelpunkt des Texts der 22-Jährigen sind die zwei Sätze: «Aber wache Worte werden kommen: / Das Monument ist nicht tot – es ist nur dauernd sterbend, dauernd unter Staub begraben werdend.» Julie von Wegens These: «Der Löwe muss sich seiner Vergangenheit bewusst sein, dann ist er sprachfähig.» Will heissen: Die Autorin wünschte sich eine Auseinandersetzung der Stadt Luzern mit der Geschichte des Löwen und eine entsprechende Tafel. Übrigens: Am Samstag wird auch noch Deborah Luder ihren Text «Der Löwe, die Gardisten und Ich – eine Kartografie des Denkens» vortragen.

Spoken-Word-Lesung im Rahmen der Kunsthoch Luzern: am Samstag, 29. August, 14 bis 15 Uhr, vor dem Löwendenkmal. Severin Perrig, Julie Mader (Preisträger) und Deborah Luder. www.loewendenkmal21.ch