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Kulturfestival St.Gallen: Wie Ferien für die Stars

Noch bis morgen Samstag gibt es Livemusik am Kulturfestival St. Gallen. Diese Woche begeisterte Warhaus aus Belgien mit seinen Liebesliedern das Publikum. Die Festivalausgabe 2018 hatte nicht nur musikalisch, sondern auch mit dem Wetter Glück.
Philipp Bürkler
Der Belgier Maarten Devoldere sieht sich als Gentleman, der über Frauen singt. Hier während des Auftritts in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Belgier Maarten Devoldere sieht sich als Gentleman, der über Frauen singt. Hier während des Auftritts in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Sommer ist heiss zurzeit. Die Nächte lau. Am Kulturfestival St. Gallen gibt es seit Anfang Juli fast jeden Abend den passenden Soundtrack zur Jahreszeit. Im Innenhof des Historischen- und Völkerkundemuseums stehen regionale und internationale Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne. Am Montag spielte vor ausverkaufter Bühne mit 400 Zuschauern der Amerikaner Seasick Steve. Am Dienstag war Maarten Devoldere mit seinem Soloprojekt Warhaus zu Gast.

Der Belgier, bekannt durch seine Band Balthazar, begeisterte mit seinem lockeren und entspannten Sound. Obwohl die Musik von Warhaus bestens geeignet ist, um entspannt zuhause auf dem Sofa liegend zu hören, bewies er und seine Band, dass sie auch live einiges zu bieten haben. Anfänglich langsam und gefühlsvoll, nahm die Intensität des Sounds im Verlaufe der Show zu.

Geheimnisvoll, zeitlos und eine Hommage auf die Liebe

Die Songs von Devoldere drehen sich hauptsächlich um Liebe und, Frauen . «Viele Leute sagen, Warhaus sei dunkle und traurige Musik, da würde ich nicht zustimmen. Ich bin beim Songschreiben vielmehr von geheimnisvollen Momenten inspiriert», beschreibt Devoldere seine eigene Musik. Es gehe vor allem um unbegreifliche Momente in einer Beziehung zu einer Frau. «Meine Texte sind immer eine Hommage an die Liebe und ich bin in den Songs immer ein Gentleman», erzählt der 30-Jährige.

Obwohl er über konkrete Frauen singt, die sein Leben bereichert haben oder ihn manchmal zur Verzweiflung brachten, habe er noch nie eine direkte Reaktion von einer der Besungenen erhalten, sagt Devoldere. «Ich nenne in den Songs keine Namen und beschreibe alles rätselhaft, deshalb hat sich wohl noch keine Frau in einem Song wiedererkannt.» Devoldere ist ein nachdenklicher Mensch. Im Gespräch mit ihm gibt es immer wieder längere Denkpausen, in denen man als Reporter versucht ist, nachzuhaken oder gleich eine andere Frage zu stellen. Lässt man ihm jedoch den nötigen Raum, kommt danach oft Essenzielles. Beispielsweise: «Ich könnte auch politische Songs schreiben, aber das wäre dann nur eine Momentaufnahme zum Zustand der Welt, Themen über Liebe hingegen bleiben immer aktuell.»

Das Kulturfestival begeistert nicht nur das Publikum, sondern auch die Künstlerinnen und Künstler. Die Festivalleitung bemüht sich, für die Künstler ein besonderer Gastgeber zu sein. Organisator Lukas Hofstetter begleitet Musikerinnen und Musiker regelmässig auf die Drei Weihern, um ihnen ein kühles Bad und die tolle Aussicht auf Stadt und Bodensee zu ermöglichen. Dem Schlagzeuger von Seasick Steve hat es während seines dreitägigen Aufenthalts in St. Gallen offenbar besonders gut gefallen. «Er will nächstes Jahr mit seiner Frau in St. Gallen Ferien machen», so Hofstetter.

2018 war eines der besten Festivaljahre

Die beiden Konzerte von Seasick Steve sowie The Naked and Famous waren mit 400 zahlenden Eintritten ausverkauft. Die restlichen Konzerte waren die meisten fast ausverkauft. «Der schlechteste Abend mit 300 Eintritten war das Konzert von Hundreds am ersten Julisonntag.

Das Kulturfestival hat sich in den letzten Jahren zu einem Treffpunkt während des Sommers in der Stadt entwickelt. Nicht alle Menschen kommen wegen der Musik, sondern mehr um Freunde zu treffen und um sich auszutauschen. Nicht immer passt dieser Lärmpegel zu den Konzerten. «Beim akustischen Konzert von The Naked and Famous haben die Leute im Publikum geredet, anstatt zuzuhören, das hat das Konzert gestört», sagt Hofstetter. Er sieht darin eine gesellschaftliche Entwicklung, gegen die man nicht viel machen kann.

Fr 20. Juli, Tüchel, Sa, 21. Juli, Soldiers Of Jah Army – kurz SOJA

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