Filmproduzent Rolf Elsener über sein Dokudrama «Es geschah am... Der Postraub des Jahrhunderts»

Der Film des Zugers läuft morgen Samstagabend auf SRF. Elsener erklärt, wie es zu dem Projekt kam. 

Regina Grüter
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Rolf Elsener.

Rolf Elsener.

Bild: PD

Am 1. September 1997 rauben sechs junge Männer die Zürcher Fraumünster-Post aus und erbeuten 53 Millionen Franken. Das Fernseh-Dokudrama «Es geschah am… Der Postraub des Jahrhunderts» (siehe Ausgabe vom gestern) wird am Samstagabend auf SRF ausgestrahlt und kann zeitlich unbeschränkt auf srf.ch und dem Youtube-Kanal von SRF Dok online angeschaut werden. Drei Fragen an den Zuger TV-Produzenten Rolf Elsener.

Was hat Sie als Produzent an dieser Geschichte gereizt?

Rolf Elsener: In unserer Dokudrama-Reihe «Es geschah am…» wollen wir eine relevante Story aus der jüngeren Schweizer Geschichte aus verschiedensten Perspektiven erzählen. Dank der Dok-Filmerin Andrea Pfalzgraf ist es gelungen, mit einzelnen Räubern detaillierte Interviews zu führen. Ausserdem nehmen Verantwortliche und Angestellte der Post ausführlich Stellung. Und auch die Polizei erzählt sehr offen. Es sind drei Perspektiven auf ein Ereignis, das die ganze Schweiz in den Bann zog.

Welches sind die interessanten News?

Sicher die Waffenfrage: Die Täter behaupteten, dass sie nur Spielzeugwaffen oder ungeladene Waffen dabei hatten. Das Gericht hat das später so anerkannt. Nun sagte uns der Haupttäter, dass er sehr wohl eine geladene Waffe bei sich gehabt habe. Um seine Komplizen bei der Verteilung des Geldes in Schach zu halten. Das Bild der gewaltlosen Täter bekommt Risse. Es waren gefährliche Kleinkriminelle. Vielleicht etwas linkisch und unbeholfen, aber sicher nicht harmlos.

Wie alt waren Sie damals, wie und wo haben Sie davon erfahren?

Ich war etwas älter als 20 und frisch in den Lokaljournalismus eingestiegen – bei der «Neuen Zuger Zeitung». Ich hatte Notiz genommen vom Überfall, aber er hatte mein Interesse nicht wahnsinnig geweckt. Erst im Zuge der Recherchen zum Film hat es mir den Ärmel reingezogen. Insbesondere interessierte mich, wie sechs junge Männer fast zufällig in einen solchen Raub schlittern konnten – und wie dieser eine Tag ihr Leben für immer veränderte.