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Glosse

Intermezzo: Wiederhören macht Freude

Bettina Kugler

Mehr als siebenhundert Kilometer Autofahrt hat er am nächsten Tag vor sich, der freundlich plaudernde Holländer am Nachbartisch im Café Angelikahöhe, einen Steinwurf entfernt vom Allerheiligsten des Liedgesangs: dem Konzertsaal der Schubertiade in Schwarzenberg. Man kann es eine Pilgerreise nennen – jeden Sommer, seit Mitte der 1980er-Jahre, wie er erzählt. Viele lieben diese Landpartie. Tags wandern sie, wechseln dann Bergschuhe gegen Abendgarderobe: aus Sehnsucht nach den tiefen, zarten, von Wehmut durchtränkten Liedern Schuberts, Schumanns oder Hugo Wolfs.

Das Sehnen muss stark sein. Zumal für News-Junkies, wie es die meisten von uns sind, sogar die Schubertiade-Gäste. In der Pause hecheln sie ihren Kontakten, dem Weltenlauf hinterher; im Saal hören sie ihre vielleicht zwanzigste «Schöne Müllerin» des Lieblingstenors. Balsam für Ohr und Seele. Findet man sich doch immer neu im oft Gehörten. Ist selbst gereift, nimmt je nach Gemütsverfassung anderes auf.

Erwartet viel: hier eine Mollwendung, da einen zarten Seufzer, vielleicht ein leichtes Schleppen. Wie schön, es dann ein wenig anders zu hören. Weil auch die Künstler im Heute leben, hier und jetzt die nie gleiche Wiederholung ausloten. Auch bei der nächsten «Schönen Müllerin».

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