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«Tatort»: Wildschweine und Verlorene

Susanne Holz

Bereits das Intro macht klar: Der achte «Tatort» aus Berlin mit den Kommissaren Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) wird ganz schön poetisch. Eine hellwache Kamera (Max Knauer) fängt das nächtliche Berlin ein. Wo eine Horde Wildschweine über den Kurfürstendamm rennt, eine junge Frau durch den Grunewald joggt, ein Paar sich im Halbdunkel einer Wohnung in den Armen liegt. Und mitten auf dem nächtlichen Kurfürstendamm die ignorante Jugend lärmend eine Leiche entdeckt – im winzigen Häuschen eines Kaffeeroboters.

Nina Rubin sieht man währenddem frühmorgendliche Klimmzüge machen; ihr Kollege schaut so unergründlich wie stets, und immer möchte der Zuschauer in diesem schönen Gesicht lesen und herausfinden, warum Robert Karow so oft ein Arschloch ist. Die Poesie der ineinanderfliessenden Bilder ist von Anfang bis Ende unterlegt mit schlicht genialer Musik. Komponist Nils Frahm lässt minimalistische Loops und Synthie-Improvisationen mit Neoklassik verschmelzen.

Frahm die Musik machen zu lassen, war ein Wunsch von Regisseur Roland Suso Richter, und allein aufgrund seiner wunderbaren Tonspur ist dieser «Tatort» ein Genuss. Doch auch die Fragen, die die zwei Leichen aufwerfen, im kalten Licht des Krimi-Titels «Tiere der Grossstadt», sind nicht ohne. Kann ein Roboter, der Kaffee ausschenkt, seinen Besitzer ermorden? Wie schnell tötet ein Wildschwein? Und nicht zuletzt: Wie verloren sind die Verlierer in der Liebe? Hätte das Drehbuch (Beate Langmaack) auf den alten Mann am Fenster verzichtet, der das kleine Zuviel an Sentimentalität in diesen so bildstarken wie klangschönen Film einbringt, wäre diese Folge aus Berlin schon fast perfekt.

Hinweis
«Tatort» aus Berlin: «Tiere der Grossstadt», heute Sonntag, 20.05 Uhr, SRF 1.

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