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Figurentheater: Witziger Märchentrip mit dreifacher Doppelbödigkeit

Das Figurentheater des Luzerner Theaters startete seine Saison mit «Fritz, Franz und Ferdinand».
Arno Renggli
Sibylle Grüter (links) und Jacqueline Surer mit Gockeln und Prinzessinnen. (Bild: Luzerner Theater)

Sibylle Grüter (links) und Jacqueline Surer mit Gockeln und Prinzessinnen. (Bild: Luzerner Theater)

Da wird laut gelacht, nicht nur auf den vorderen Kinderreihen, sondern auch hinten bei den Erwachsenen. Die Zwischenrufe, ja, die kommen von den Kleinen. Und es gibt viel zu kommentieren im Figurentheater «Fritz, Franz und Ferdinand».

Denn die Protagonisten sind zunächst nicht gerade Sympathieträger. Sondern drei Schweizer Prinzen im heiratsfähigen Alter, die sämtliche Prinzessinnen aus der internationalen Bewerberinnenschar schnöde abkanzeln und ablehnen. Dummerweise nimmt ihnen das eine nicht nur extrem krumm. Sie kann auch zaubern und verwandelt die drei Machos in Gockel.

Sogleich tickt die Uhr, denn die drei haben gerade eine Stunde Zeit für die Erlösung. Diese geht nur, wenn sie, eben als Gockel, von einer richtigen Prinzessin geküsst werden. Freiwillig!

Schon ist der Bezug zur ­klassischen Märchenstory da, prompt eilen die drei in die Welt der Grimm-Märchen. Rotkäppchen erscheint, gefolgt vom Wolf, der sich als ziemlich hartnäckig erweisen wird. Rumpelstilzchen darf ebenso wenig fehlen wie Dornröschen, Schneewittchen und natürlich der Froschkönig. Ob es den drei Prinzen nach allen Wirrungen gelingt, die Rückverwandlung zu erwirken, wollen wir hier nicht verraten. Und auch nicht, warum es in der Schweiz so viele glückliche Hühner gibt.

Metaebene fordert die Kinder heraus

Die Produktion ist gleich in dreifacher Hinsicht doppelbödig. Erstens sind die Spielerinnen Sibylle Grüter und Jacqueline Surer stets sichtbar und verstärken durch eigenes Schauspiel das Gebaren der Puppen. Zweitens gibt es eine Metaebene, auf der die Spielerinnen interagieren und sich auch mal in die Wolle kriegen, weil die eine findet, was die andere da tue, sei nun total daneben. Die beiden Ebenen auseinanderzuhalten, ist für die Kinder (empfohlen ab 5) eine spannende Herausforderung. Und drittens gibt es neben der kindergerechten Story auch für die Erwachsenen immer wieder Gags, deren Bezüge bis in die 1980er-Jahre zurückreichen.

Erstaunlich also, was alles möglich ist auf engstem Raum, mit einfachsten Kulissen, zwei Gesichtern, zwei Stimmen und vier Händen. Ein gelungener Start in die neue Saison.

Weitere Vorstellungen und weitere Produktionen des Figurentheaters: www.luzernertheater.ch

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