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WORLD BAND FESTIVAL: Im «himmlischen Saal» die Breite von Tradition und Moderne

Mit einer Vielfalt an traditionellen Stücken in neuem Gewand überzeugten alle Gruppen an der Gala der Volksmusik im KKL. Es gab Gefühlvolles, Witziges und Exotisches.
Moderator am Hackbrett: Nicolas Senn bei einem früheren Auftritt an der Volksmusik-Gala des World Band Festival. (Bild: Nadia Schärli)

Moderator am Hackbrett: Nicolas Senn bei einem früheren Auftritt an der Volksmusik-Gala des World Band Festival. (Bild: Nadia Schärli)

«Bei euch ist es schön», stellte Nicolas Senn den Text der Zugabe «Bei mir bist du schön» um und fasste damit zusammen, was er den ganzen Abend schon erreicht hatte: die Zuhörer nahe an die Musiker zu bringen. So war die Gala der Volksmusik am Donnerstagabend zwar im Konzertsaal des KKL nicht so intim wie auf dem Dorfplatz oder der heimatlichen Stube. Aber man konnte sich ebenso mit eingebunden fühlen wie in kleinerem Rahmen.

Das lag an der gut gesteuerten Technik vom Mischpult aus ebenso wie an den Lichtspielen, aber besonders an der lockeren Art des Moderators. Wie sehr er die zahlreichen Zuhörer einbinden kann, zeigte sich im «KKL-Juchzer», den er dem Publikum vom Orgelbalkon aus entlockte. Dort hatte er zusammen mit Markus Kühnis ein «Appezöller Potpourri» gespielt, in dem sich Hackbrett und Orgelklang erstaunlich gut ergänzten. Das war eine der vielen ungewöhnlichen Kombinationen, die der Musik auch in traditionellen Stücken ­experimentellen Charakter ermöglichten. Senn erlebte eine Spannweite «von Brauchtum und Volksmusik zu neuen Entwicklungen in der Blasmusik, und das in der Hauptstadt der Blasmusik im himmlischen Saal».

Witzige Texte und inbrünstig gesungene Töne

Passend dazu trat das Engel-Chörli Appenzell auf und brachte von Jodel bis Blues, a cappella und mit Begleitung, ein breites Repertoire. Witzige Texte, gekonnte Choreografien, ein Sound, der an die Comedian Harmonists oder King’s Singers erinnert. Mit Inbrunst sangen sie «Rosmarie», sanft begleitet von den Dorf­spatzen, und klangvoll den Jodel «Ruggusseli». Mit dem swingenden «Surfe uf em Lankersee» ­zusammen mit Nicolas Senn am Hackbrett und dem «Böchse-­Fuetter/Ruggusseli-Blues» erzeugten sie viel Stimmung.

Die Dorfspatzen Oberägeri, seit letztem Jahr Schweizer Meister der Blasmusik, eröffneten die Gala mit den Hot Dixie Roots. Eine Kombination, die Lust auf mehr machte: Da stimmten Tempo, Groove und Drive in «March and Dixie» bestens zusammen. Mit der Polka «Von Freund zu Freund» formierten sich die Dorfspatzen auswendig spielend in verschiedenen Aufstellungen.

Dirigent Markus Steimen zeigte in «Meiteli, wenn dü witt go tanze», dass er nicht nur seine Dorfspatzen, sondern alle Gruppen und Solisten harmonieren lassen kann. Dabei setzte das Alphorn-Duo Treibhorn mit Roger Konrad und Bruno Zemp weit schwingende Töne besonders ein. Die beiden Musiker entlockten ihren grossen Instrumenten archaische bis exotische Klänge. Da entwickelte sich über den tiefen Basstönen der Orgel in «The Breeze And I» ein Raunen und Wispern, Hackbrett und Syntheziser gaben Klänge wie von weit her, und plötzlich konnte man sich mitten in den Bergen fühlen.

Markus Kühnis bewies, dass man auch mit dem Rücken zum Publikum Kontakt mit allen hat. Mühelos spielte er mit den Gruppen zusammen, der Klang der Orgel passte ebenso zu den Sängern wie zu Alphörnern und Dixie. Die Hot Dixie Roots machten aus traditionellen Weisen schmissige Jazz-Versionen – jedes Solo wurde begeistert beklatscht. Dass Bruno Zemp nicht nur im Alphorn-Duo spielt, sondern auch Posaunist und Leiter der Dixie-Band ist, verband die Ensembles zusätzlich. Es war eine Gala der Volksmusik, die Brauchtum und neue Klänge hervorragend zusammenführte.

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Das World Band Festival endet mit dem Tattoo on Stage heute 19.30 Uhr und morgen 11/17 Uhr (Restkarten). VV: 041 226 77 77.

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