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WORLD BAND FESTIVAL: Musik wie ein Naturereignis

Das Blasorchester Stadtmusik Luzern überzeugt mit Vielfalt und Spielfreude. Und es zeigte, dass Musik auch etwas erzählen kann.
Das Blasorchester Stadtmusik Luzern begeisterte im KKL.

Das Blasorchester Stadtmusik Luzern begeisterte im KKL.

Wie ein Orchester Geschichten erzählen und damit das Publikum zu abenteuerlichen Klangreisen mitnehmen kann, zeigte Hervé Grélat mit dem Blasorchester Stadtmusik Luzern am Samstag einmal mehr.

Unverständlich, dass der Luzernersaal des KKL nicht ausverkauft war, ist doch das Blas­orchester innerhalb des World Band Festival sozusagen die Heimmannschaft. Und dass es mit den besten Blasorchestern mithalten kann, hat es auch schon unter seinem – seit letztem Jahr – neuen Dirigenten mehrfach bewiesen.

Immer dichtere Klangwolken

Auch dieses Mal überzeugten die Musiker mit ihrem frischen Spiel, das sie über alle musikalischen Klippen hinwegtrug. Und es so begeisterte, dass der Beifall am Ende erst aufhörte, nachdem die Bühne (bis auf die Schlagzeuger, die immer noch etwas räumen müssen) leer war!

Nach der «Alpina Fanfare» mit kräftigen Blechbläsern und melodiösem Kontrast der Holzbläser begann das «Poème Montagnard» von Jan Van der Roost als echtes Naturereignis. Mit Windmaschine und geheimnisvoll wispernden Klängen von Glockenspiel, leisen Paukenwirbeln und tiefen Bläserakkorden, in die kurze Trompetenrufe einbrachen, steigerte sich das Orchester über Klavier und Harfe zu immer dichteren Klangwolken.

Schliesslich überholten sich die Stimmgruppen in virtuosen Läufen ständig gegenseitig, bis sie kurz zu gemeinsamen Melodien fanden. Es folgten dramatische Ausbrüche, aus denen sich nach einem Renaissance-Tanz der Oboen überraschend rhythmisch betonte Akkorde schälten.

Mit Bongos und Congas entstanden exotische Klangfarben, die plötzlich wieder in die Renaissance führten. Vier ausgezeichnet intonierte Blockflöten versetzten nochmals in höfische Tanzszenen, bevor das ganze Orchester das Thema übernahm und sich in vielfältige Klänge und Taktwechsel aufsplitterte, sou­verän geleitet von Hervé Grélat.

Mit dem eingängigen «Schwarzenegg-Ländler» von Albert Benz (früher Dirigent der Blasmusik) konnten die Stadtmusiker ihre ganze Spielfreude ausreizen. Schwungvoll präsentierten sie ihren vollen Sound, den sie dann in der «Legenda Rumantscha» von Oliver Waespi fein melodisch auffächerten.

Eine Zugabe lässt Vorfreude aufkommen

In der Konzertsuite «Deliver­ance» von Etienne Crausaz wechselten melancholische Soli mit jazzig anmutenden, anspruchsvollen Rhythmen, die präzise ausgespielt wurden und in filmischer Klangprächtigkeit endeten. Nach dem schmissig musizierten «Bellinzona-Marsch» und begeistertem Applaus machte Grélat mit der Zugabe «Mercury» aus den Planeten von Jan Van der Roost neugierig auf das Konzert, das im Januar im Konzertsaal des KKL stattfinden wird.

Gerda Neunhoeffer
kultur@luzernerzeitung.ch

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