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WÜRDIGUNG: Luzerner Maler, Grafiker und Lehrer Godi Hirschi ist tot

Godi Hirschi wirkte als Maler und Grafiker sowie als Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Luzern. Die Gestaltung sakraler Räume lag ihm besonders. Jetzt ist Hirschi 85-jährig gestorben.
Godi Hirschi (1932–2017). (Bild: Archiv LZ)

Godi Hirschi (1932–2017). (Bild: Archiv LZ)

Ab 1961 unterrichtete Godi Hirschi an der damaligen Kunstgewerbeschule in Luzern, und bald wurde er, der die Ausbildung zum Zeichenlehrer konzipierte und dieser Abteilung auch vorstand, zu einer der zentralen Persönlichkeiten dieser Schule und darüber hinaus auch der Innerschweizer Kunst. Doch nicht erst nach seiner Pensionierung nach 35-jähriger Lehrtätigkeit trat er auch mit eigenen freien künstlerischen Arbeiten an die Öffentlichkeit.

Auf seine von Jean-Chris­tophe Ammann kuratierte Ausstellung im Kunstmuseum Luzern (1977) folgten viele weitere im In- und Ausland. Vor allem widmete er sich immer wieder und oft in Zusammenarbeit mit Plastikern wie Kurt Sigrist und mit Architekten der Gestaltung von Sakralräumen – von Kirchen (zum Beispiel in Köniz, Fislisbach, Lenzburg, Savognin, München), aber auch von Abdankungs- oder Aufbahrungsräumen (zum Beispiel in Ilanz).

Hirschi war sich dabei stets bewusst, dass er sich mit diesen Arbeiten in den Dienst jener Menschen stellt, die in diesen Räumen ihren religiös-existenziellen Erfahrungen ausgesetzt sind. Ebenso war ihm aber klar, dass Anbiederung der falsche Weg wäre, sondern dass diese Aufgaben im Gegenteil höchste Konzentration, Konsequenz und auch Eigenständigkeit erfordern.

Freies Schaffen als Grundlage

Sein freies Schaffen – Malereien, aber auch Grafik – , zu Beginn geprägt von reduzierter Zeichenhaftigkeit, später von asketisch-zurückhaltenden Farbfeldern, war diesen raumgreifenden Arbeiten eine von präzisen Setzungen lebende Grundlage. Manche dieser Werke bieten, gerade im Verzicht auf inhaltlich-illus­trative Anspielungen, der Betrachterin und dem Betrachter Raum zu jenem meditativen Danken, das auch Hirschis eigenes Kunst- und wohl auch Lebensverständnis auszeichnete.

Zurückgreifen konnte Godi Hirschi dabei auf seine philosophischen und theologischen Studien am Seminar der Missionsgesellschaft Betlehem in Schöneck, die seine spirituelle, aber stets kirchenkritische Grundstimmung wesentlich prägten.

St. Martin in München

Beispielhaft für Godi Hirschis Umgang mit dem Sakralraum ist seine Ausgestaltung der aus den 1920er-Jahren stammenden Kirche St. Martin in München-Moos­ach, ausgeführt in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Lukas. Der neuromanische Raum wurde 1999 neu ausgestaltet. Hirschi liess die Hauptapsis in einem in Mineralfarbe lasierend aufgetragenen lichten Blau erstrahlen. Die beiden Seitenapsiden sind ziegelrot und hellgelb. In der Hauptapsis und hinter dem Altar steht ein hohes, im Grundriss dreieckiges und drehbares Objekt, dessen drei Seiten mit Anklängen an liturgische Farben unterschiedlich (goldgelb, blauviolett und lindengrün) bemalt sind.

Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass Hirschi nicht einfach glatte Farbflächen schuf, sondern die sensible Ausführung der Malerei stets mitsprechen liess. Beispielhaft ist diese Arbeit darum, weil sie Godi Hirschis dienenden und gleichzeitig selbstbewussten Umgang mit dem Raum und seiner Funktion belegt. Des Künstlers Äusserung ist präzis, und sie basiert auf genauem Überdenken der Situation. Hirschi schuf bei aller Zurückhaltung und Bescheidenheit eine eigenständige Stimmigkeit des Raumes.

Godi Hirschis Schaffen wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet – so mit dem Kunstpreis der Stadt Luzern (1982) und mit dem Prix Wilhelm Gimmi (2003). 2008 zeichnete ihn die Gemeinde Root mit ihrem Kulturpreis aus.

1988 erhielt er ein Stipendium der Kulturstiftung Landis & Gyr mit Atelieraufenthalt in London. Am 26. Mai ist Godi Hirschi, der in Root aufwuchs und lebte, nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben.

Niklaus Oberholzer

kultur@luzernerzeitung.ch

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