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ZAUBEREI: Alex Porter – Weltklasse-Tricks und Poesie im Luzerner Kleintheater

Das neue Programm von Alex Porter feierte im Kleintheater Premiere. Er zauberte mit «VielFalter» wahre Vielfalt aus dem Ärmel.
Der Luzerner Zauberkünstler Alex Porter. (Bild: PD)

Der Luzerner Zauberkünstler Alex Porter. (Bild: PD)

Lange hat es gedauert, bis der Luzerner Zauber-Poet Alex Porter mit einem neuen Programm auf die Bühne zurückgekehrt ist. Ganz Porter, ist auch «VielFalter» ein versponnenes Sammelsurium von Einfällen, Tricks, Geschichten, Songs und kurzen Tanzeinlagen, mit denen das Publikum im besten Sinne unterhalten und berührt wird: fabulierend, geistreich und wundersam zugleich. Irgendwo ist da auch immer ein roter Faden, der auf schmalem Grat zwischen Schein und Sein mittänzelt.

Auf Tricks am laufenden Band soll man nicht hoffen – Porter hat eine eigene Dramaturgie, mit der er einem seine Kunst so charmant wie federleicht unterjubelt. Die Aufführung an der Premiere am Dienstagabend beginnt mit einem Set Karten und zwei Gästen aus dem Publikum. Die beiden dürfen eine Karte ziehen, die dann durch Transformationen geht und immer wieder dort auftaucht, wo man sie nicht vermutet hätte. Kunststück: Zauberei eben.

Das Publikum ist erstmals hautnah dabei, dank einer Kamera, die mit Zoom überträgt, was Porter mit den Karten und später auch mit seinem Fingerballett anstellt. Schwupp, ist auf dem Tisch eine Bühne mit roten Vorhängen aufgebaut, auf der sich ein Revuetheater mit Tänzerinnen entblättert, Beine und Körper sich schmiegen – und es sind doch nur immer Hände und Finger. Noch zoomt die Kamera nicht so weit in den Trick hinein, dass man ihn durchschauen würde. Porter beherrscht sein Metier. Da steckt knallharte Selbstoptimierung, pardon Arbeit dahinter.

Ein Spiel mit Selbstoptimierung entwickelt Porter mit seinem Schatten. Er wird auf eine Leinwand projiziert und kann doch jederzeit mit dem Zauberer auf der Bühne in Kontakt treten. Einmal übergibt er Porter direkt aus dem Schattenbild heraus eine kleine Kartonbox, die sich vielfältig zusammenstecken lässt.

Grosse Klasse auch das magische Spiel mit den drei Ringen, die sich Porter aus dem Publikum holt, sie in dünnen Papieren verschwinden lässt, bis er sie nicht mehr findet. Ach ja, da liegt noch ein Kästchen, das sich öffnen lässt. Prompt tauchen drin die drei Ringe auf, aber leider sind alle zusammengehängt, hmm, was hat der Schatten nur wieder angestellt? Nicht verzweifeln. «Im schlimmsten Fall müssen die drei Ringträger halt zusammen nach Hause gehen. Das eröffnet vielleicht auch wieder ganz neue Möglichkeiten, zumal in unserem Alter», meint Porter, um dann – die Kamera läuft mit – die Metalle ohne Murks wieder voneinander zu trennen.

Schelmisch-poetisch

Aber Porter gefällt auch ohne Tricks, etwa wenn er von seinen Blockflöten-Erfahrungen erzählt, sich engagiert mit seinem Schatten unterhält und überhaupt seine Überlegungen anstellt, in denen immer auch Ironie, Wortspiele, gesellschaftspolitische Querverweise und Allzumenschliches kurz aufleuchten. Mit einer ausgeklügelten Technik, an der das Team lange gefeilt hat, werden Illusionen ermöglicht, wie sie in dieser schelmisch-poetischen Weise nur von Alex Porter gesponnen werden können.

Am Schluss steigt der wahre Schweizer Ohrwurm aus den Lautsprechern. Und der Zauberkünstler singt einen neuen Text dazu, während er seelenruhig Gläschen um Gläschen mit Campari Soda aus der Einkaufstasche zieht. War die nicht zuvor noch mit Bananen gefüllt?

Pirmin Bossart
kultur@luzernerzeitung.ch

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