Chor
Molto Cantabile bleibt 20 Jahre jung

Der Chor Molto Cantabile zeigt auch im aktuellen, weihnächtlich gestimmten Konzert seine hohen Qualitäten. Und wird von einer weiteren Stimme ins Unermessliche gesteigert.

Gerda Neunhoeffer
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Molto Cantabile bei einem früheren Auftritt (2021 in der Johanneskirche Luzern).

Molto Cantabile bei einem früheren Auftritt (2021 in der Johanneskirche Luzern).

Roger Grütter

Der Luzerner Chor Molto Cantabile besticht seit 20 Jahren durch ausgesuchte, vor allem a cappella und auswendig gesungene Programme und scheint nicht älter geworden zu sein. Er klingt jung, unglaublich dynamisch und mit einer Intonation, die so rein und klar ist wie die Stimmen. Benjamin Rapp, der zusammen mit Andreas Felber den Chor leitet, sagt dazu: «Ein grosser Teil des Chors ist seit den Anfängen dabei. Uns verbinden dadurch viele typische Jugendchorerinnerungen wie Reisen und Feste und wir haben, was die Probearbeit anbelangt, die Intensität und das Engagement immer auf dem hohen Niveau der Anfangszeit halten können.» Das hört man im Konzert am Sonntag in der gut besuchten Pauluskirche in allen Werken von Renaissance und Frühbarock bis zu zeitgenössischer Musik.

Andreas Felber leitet das Ensemble, Benjamin Rapp ist einer der Sänger, die in «Ave maris stella» aus Monteverdis «Marienvesper» auch solistisch auftreten. Klangfülle, lebendige Artikulation, Stilsicherheit und höchst differenzierte Dynamik sind charakteristisch für Molto Cantabile. Wandelbar wie die Stimmen sind auch die jeweils veränderten Aufstellungen des Chores, und in «O magnum mysterium» von Gabrieli entfaltet sich raumfüllende Vielstimmigkeit über der filigranen Orgelbegleitung von Lorenz Bozzetta und Ulrich Poschners Violine.

Das ausdrucksvoll variable Violinspiel schwingt sich im «Ave Maria» von Knut Nystedt (1915–2014) über die Singstimmen auf und verschmilzt wieder mit ihnen. Und wie sich dichte Cluster und Reibungen bisweilen in Harmonien lösen, ist geradezu mystisch. In «Serenity» von Ola Gjeilo (*1978) ist die Violine wie ein Teil des Chores und scheint die Vielfarbigkeit der Klänge ins Unermessliche zu steigern.

Konzertwiederholung

Sonntag, 18. Dezember, 17.00, Pauluskirche Luzern