Film
City Light Symphony Orchestra mit James Bond in doppelter Mission

Das City Light Symphony Orchestra bietet im Konzertsaal des KKL mit dem James-Bond-Streifen «Spectre» alle Zutaten für ein grosses Sourround-Kino-Erlebnis.

Urs Mattenberger
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Léa Seydoux und Daniel Craig, in «Spectre »begleitet vom City Light Symphony Orchestra unter Kevin Griffiths im Konzertsaal des KKL.

Léa Seydoux und Daniel Craig, in «Spectre »begleitet vom City Light Symphony Orchestra unter Kevin Griffiths im Konzertsaal des KKL.

zvg

Das Auge braucht neue visuelle Reize, weil uns «Déja vues» rasch langweilen. Unsere Lieblingsmusik dagegen können wir uns gar nicht oft genug anhören, wie überhaupt in der Musik die Wiederholung nicht nur als «Refrain» eine zentrale Rolle spielt. Vielleicht liegt ein Erfolgsgeheimnis von Filmvorführungen mit Live-Musik darin, dass sie mit der Musik in den Vordergrund rücken, was sich durch Wiederholung nicht verbraucht und live so unmittelbar einfährt, als wär’s das erste Mal.

Action und Ironie so unverbraucht wie die Musik

Der Bond-Streifen «Spectre» mit dem City Light Symphony Orchestra am Wochenende im KKL bot dafür dankbares Anschauungsmaterial. Vom Bond-Thema, das man schon unzählige Male gehört hat, konnte man auch hier nicht genug kriegen. Da verband sich fetziger Bigband-Sound (mit einer exzellenten Blechbläserphalanx) mit dem Volumen eines sinfonischen Orchesters und perkussiver Schlagkraft zu einer glänzenden Visitenkarte für das Orchester. Unter der Leitung von Kevin Griffiths betörte dieses auch mit exotischen Farben und intimen Soli (Cello: Elodie Théry). Damit bot die Aufführung dem Ohr auch besinnliche Verschnaufpausen, bevor sie mit viel Schubkraft zu spektakulären Materialschlachten, Alpenflügen und Wüstenexpeditionen abhob. Die Verstärkung verband schliesslich Tonspur und Live-Musik zu einem überwältigenden Sourround-Kino-Erlebnis, wie es auch Grosskinos und TV-Serien erst recht nicht bieten können.

Damit war dieser Bond (Regie: Simon Mendes, Musik: Thomas Newman) in doppelter Mission unterwegs. Dass der hartgesottene Daniel Craig mit der verführerischen Léa Seydoux die Welt vor Bösewicht Christoph Waltz rettet, sorgt zwar für einige Déja-vues. Aber Mendes ironisiert diese mit Anspielungen auf frühere Bondfilme. Damit wirken sie – wie auch die Actionszenen – so frisch und unverbraucht wie die Musik. Für Live-Vorführungen ein ideales Gesamtpaket.

Wiederholungen:

Sa, 26. Januar, 19.30, So, 27. November, 17.30; Konzertsaal KKL.