Lucerne Festival: Riccardo Chailly verlängert als Chefdirigent bis 2026

Der italienische Dirigent Riccardo Chailly führt das Lucerne Festival Orchestra in die Zukunft bis 2026. Die Vertragsverlängerung setzt mitten in der Coronakrise und angesichts der jüngsten Entwicklungen beim Orchester ein wichtiges Zeichen für Kontinuität.

Urs Mattenberger
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Riccardo Chailly im ersten Konzert als Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra, dessen Leitung er nach dem Tod von Claudio Abbado 2016 übernahm.

Riccardo Chailly im ersten Konzert als Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra, dessen Leitung er nach dem Tod von Claudio Abbado 2016 übernahm.

Peter Fischli /Lucerne Festival

Riccardo Chailly und Lucerne Festival verlängern dessen Vertrag als Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra um drei Jahre bis 2026. Die Medienmitteilung wirkt mitten im Lockdown überraschend, ist es aber nicht. Sie setzt ein Zeichen für Kontinuität über die aktuelle Krise hinaus.

Wichtig ist das Zeichen, weil in den letzten Jahren mit Yannick Nézet-Séguin und Herbert Blomstedt Gastdirigenten dem Orchester phänomenale Impulse gegeben haben. Die Vertragsverlängerung stellt jetzt klar, dass dies das Engagement von Chailly in Luzern nicht in Frage stellt – er selber hatte gegenüber unserer Zeitung für das Gastdirigenten-Modell plädiert. Zudem attestieren inzwischen auch Stimmen, die nach 2016 Chailly als Nachfolger der Überfigur Claudio Abbado kritisch gegenüberstanden, dass das Orchester neues Profil gewonnen habe, ohne dass das Erbe Abbados ganz verloren gegangen wäre.

«Mit vielen Musikern freundschaftlich verbunden»

«Mit vielen Musikern fühle ich mich mittlerweile freundschaftlich verbunden», sagt denn auch der Dirigent selber. Er sehe es «weiterhin als wichtige Aufgabe, den aussergewöhnlichen Klang dieses Orchesters» und damit Abbados «künstlerisches Vermächtnis» zu bewahren und «gleichzeitig mit diesen herausragenden Musikern neue künstlerische Horizonte zu erschliessen».

«Inspirierende Zusammenarbeit»: Intendant Michael Haefliger mit Riccardo Chailly in einer Probe des Festivalorchesters.

«Inspirierende Zusammenarbeit»: Intendant Michael Haefliger mit Riccardo Chailly in einer Probe des Festivalorchesters.

Peter Fischli/Lucerne Festival

Die «inspirierende Zusammenarbeit» mit dem Dirigenten bestätigt Intendant Michael Haefliger. Dass es gelungen sei, «das Kernrepertoire des Orchesters entschieden weiterzuentwickeln», verspreche «grosse künstlerische Höhepunkte für die Zukunft». Das bekräftigen diverse Auszeichnungen für Einspielungen des Orchesters unter Chailly, wie soeben der International Music Award in der Kategorie «Video Performance» für das Rachmaninow-Programm des Eröffnungskonzerts 2019.

Bis Ende März sind auf der Homepage von Lucerne Festival drei Konzertmitschnitte mit Riccardo Chailly und dem Lucerne Festival Orchestra verfügbar:, die Siebte Sinfonie von Bruckner (2018), die Wagner-Ouvertüren (2018) und die Vierte Sinfonie von Tschaikowsky (2019): Meisterwerke@Home auf www.lucernefestival.ch