Luzern
Klassik, Sounds, Bühne, Kunst: Das sind die wichtigsten Kultur- und Ausgeh-Tipps für die Region

In den nächsten Tagen finden zahlreiche kulturelle Höhepunkte in der Region statt. Unsere Redaktion hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Regina Grüter, Urs Mattenberger, Stefan Welzel
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Klassik

Stadtorchester bittet zum Tanz

Die Konzerte mit Ballett gehören zu den Publikumslieblingen des Stadtorchesters Luzern. Dass es jetzt nach sieben Jahren Wartezeit die Ballett Akademie Luzern zum Tanz bittet, beendet gebührend eine Ära des aus 60 Musikerinnen und Musikern gebildeten Orchesters. Denn der Auftritt ist das Abschiedskonzert des langjährigen Dirigenten Dan Covaci-Babst (seit 1999) und der Konzertmeisterin Beatrice ­Covaci-Babst (seit 1991).

Das Programm trumpft mit sinfonischen Ballettklassikern wie Tschaikowskys «Nussknacker»- und «Schwanensee»-Suiten oder Leo Delibes’ «Coppélia»-Suite auf. Für den musikalischen Generationenwechsel stehen Auszüge aus Webbers «Phantom of the Opera» oder Kanders «Chicago»-Medley. (mat)

Sonntag, 22. Mai 2022, 11.00, Konzertsaal, KKL, Luzern.

Lustvoller Herzensfrühling

Der Trend zur Professionalisierung der Laienkultur prägt nicht nur urbane Zentren. ProMusicaViva stellt sich diesem Anspruch als semiprofessionelles Vokalensemble in der Luzerner Landschaft. Das ermöglicht Programme, die wie das Konzert zum Frühlingserwachen Romantik mit Musik der Gegenwart verbinden.

Das Motto vom «Herzensfrühling» wird von der Sehnsucht bis hin zu Wut und Spott eingelöst mit den Liebesliederwalzern Op. 52 von Brahms. Die «Chansons des Roses» von Morten Lauridsen spüren mit Rilke der vergänglichen Schönheit nach. Dazu steuern Rahel Sohn und Patricia Ulrich am Klavier Liebesfreud und Liebesleid unter anderem von Fritz Kreisler bei. (mat)

Sa, 21. Mai, 19.30, ref. Kirche Sursee; So, 22. Mai, 17.00, Schloss Heidegg, Gelfingen; www.promusicaviva.ch.

Frankensteins witzige Monster

Die Camerata Variabile liess sich von antiken Chimären zu musikalischen Mischwesen inspirieren. Im Zentrum steht «Frankenstein!» von HK Gruber, der als schräger Wiener Chansonnier einst Composer in Residence am Lucerne Festival war. Jürg Kienberger ironisiert bissig die Versuchung des Menschen, Schöpfer zu sein. Nach Jazzanklängen bei Gershwin und Hindemith nimmt Connessons «Techno Parade» den Techno auf die Schippe. Leo Dick übersetzt Kafkas «kaiserliche Botschaft» in den Morsecode und entwickelt daraus theatralen Drive. (mat)

Di, 24. Mai, 19.30, Pool, Neubad, Luzern.

Mysteriöse Nacht mit Jesper Gasselings Stars & Friends

Für Schönbergs spätromantisch-mysteriöses Streichsextett «Verklärte Nacht» lädt «Seeklang» als Guest Stars Daniel Dodds (Festival Strings) und Isabel Charisius (Alban Berg Quartett) ein.

Fr, 20. Mai, 19.30, Aula Grossmatt, Hergiswil; www.seeklang-festival.ch

Kulturkreis Rigi: Von der Elbphilharmonie nach Weggis

Der Kultkreis Rigi holt mit einem Zusatzkonzert ein Stück weite Welt nach Weggis. Der Schweizer Cembalo-Star Julian Frey spielt mit dem Barockorchester «Le phénix» Cembalokonzerte des Franzosen Michel Corrette und von Johann Bernhard Bach. Das Orchester, das regelmässig mit namhaften Künstlern zusammenarbeitet, trat mit diesem Programm unter anderem in der Elbphilharmonie in Hamburg auf.

So, 22. Mai, 16.00, ref. Kirche, Weggis; www.kulturkreis-rigi.ch.

«Salto Musicale» für den grossen Auftritt

Der Boys Choir Lucerne präsentiert die Programme für bevorstehende Festivals, darunter das Schweizerische Gesangsfest in Gossau.

Mi, 25. Mai, 19.30, Aula Alpenquai, Luzern; www.boys-choir.lucerne.ch

Sounds

Sie hat eine grosse Klappe – ­und etwas zu sagen

Hat schon mehrere Preise gewonnen für ihre Musik – und ihre Videoclips: Rapperin Big Zis.

Hat schon mehrere Preise gewonnen für ihre Musik – und ihre Videoclips: Rapperin Big Zis.

Bild: Nicole Somogyi/PD

Rapperin Big Zis tönt nicht mehr gleich, aber gehört werden will sie.

Ein Schweizer Rap-Urgestein, dreifache Mutter, «grösstenteils alleinerziehend»: Der 46-jährigen Winterthurerin Big Zis geht der Stoff für ihre Texte nicht aus. Heute verbindet sie Hip-Hop und Rap auf experimentelle Weise mit Jazz und macht auf ihrem jüngsten Album «4×Love:2» die Stellung der Frau in der Gesellschaft mit Tracks wie «iCare» und «F C V» zum Thema – aus «Funky Cold Medina» wird «Funky Cool Vagina». Das hat Schmiss. (reg)

Do, 19. Mai, 19.30, Schüür, Luzern.

Verve Techno Festival auf ­zwei Floors für Tausende Fans

Auf der Luzerner Allmend steigt dieses Wochenende eine zweitägige Indoor-Techno-Party mit 30 Künstlern, darunter Ben Klock, Dubfire oder Fatima Hajji (www.verve-festival.ch).

Samstag, 21. und Sonntag, 22. Mai, Allmend/Messe, Luzern

Legendäre Jazz-Funk-Band ­SOFA in Meggen

In den 80ern eroberten sie die Clubs im Sturm, waren in Montreux und am Open Air St. Gallen. Nun, 34 Jahre nach dem letzten, tritt SOFA mit neuem Album an.

Samstag, 21. Mai, 20.00, Restaurant Pyramide, Meggen

Formation klangcombi: Neue Volksmusik im Aufbruch

Einst entstaubte das Ensemble klangcombi unter dem Label Neue Volksmusik jede Ecke des Genres. Auf dieser Grundlage webt das Quintett seine Soundteppiche dichter denn je.

Samstag, 21. Mai, 20.00, Burgbachkeller Zug

Open-Air-Jazz im ­Unterdorf Weggis

«Jazz im Unterdorf Weggis» meldet sich zurück – mit der Bourbon Street Jazz Band und Festwirtschaft zwischen den Hotels Rössli und Rigi.

Mittwoch, 25. Mai, 20.00, Unterdorf, Weggis; Eintritt frei

Bühne

Ausbruch aus der Pandemie-Lähmung

Der Tanz stand während Corona unter besonders restriktiver Beobachtung, weil diese Kunstform von Kontakt, Berührung und Nähe lebt wie keine andere. Die Choreografin Laurence Yadi, die mit Nicolas Cantillon höchst erfolgreich die Genfer Compagnie 7273 führt, stellte das für ihre aktuelle Produktion am Luzerner Theater vor das Problem: Wie lässt sich mit über einjährigem Vorlauf ein neues Tanzprogramm denken, während die Welt noch in völliger Lähmung gefangen ist?

Über den Tanz hinaus ist «Ineptie» eine Erlebniswelt aus Raum, Klang und Bewegung.

Über den Tanz hinaus ist «Ineptie» eine Erlebniswelt aus Raum, Klang und Bewegung.

Bild: Ingo Höhn/LT

In ihrem Stück «Ineptie» hält Yadi mit der Leidenschaft und dem Enthusiasmus des Tanzes dagegen – mit den fliessenden Wogen aus Körpern, die Markenzeichen ihrer selbst entwickelten Tanzsprache «fuittfuitt» sind. Diese ist von der «tonal-räumlichen» Konzeption des arabischen Musiksystems Maqam inspiriert. So wie der Maqam dem Musiker erlaubt, zwischen den Noten zu spielen, ermöglicht ­«fuittfuitt» den Bewegungen, sich in einem wellen- und spiralförmigen, hypnotischen Tanz ineinander zu verweben.

Doch «Ineptie» (Unbeholfenheit) ist nicht nur ein Tanzstück: Mit dem gesamten künstlerischen Team schafft Yadi eine farbige Erlebniswelt aus Raum, Klang und Bewegung. Darin haben Absurditäten, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind, ebenso Platz wie die Lebensfreude, die jeden Moment wieder hervorbrechen kann. (mat)

Premiere: Sa, 21. Mai, 19.00, Box, Luzerner Theater; www.luzernertheater.ch.

In der paranoiden Welt eines Preppers

Das Theaterkollektiv Hasisi bringt mit «Im Bau» ein Ein-Mann-Stück zur Premiere. Marco Sieber spielt in der «Innereien»-Produktion unter der Regie von Nina Halpern und mit musikalischer Begleitung durch Luca Sisera einen Prepper mit grossem Sendungsbewusstsein. Wir dringen dabei nicht nur tief in beängstigende Bunkerwelten, sondern auch in das paranoide Innenleben des Protagonisten ein. Als Vorlage für den Stoff diente Franz Kafkas Erzählung «Der Bau». (sw)

Premiere: Dienstag, 24. Mai, 20.00 (weitere Vorstellungen bis Samstag, 28. Mai), Kleintheater, Luzern.

Lesung inmitten der Bergwelt-Ausstellung

Die Luzerner Literaturbühne Loge ist zu Gast im Hans-Erni-Museum. Thematisch angekoppelt an die aktuelle Ausstellung «Alpensinfonie» lesen Christov Rolla, Lisa Brunner und André Schürmann zum Thema Berge.

Donnerstag, 19. Mai, 18.00, Hans-Erni-Museum, Luzern

Musical-Sampler im Le Théâtre

Anlässlich des 20-jährigen Schaffens der jetzigen Le-Théâtre-Produzenten und -Produzentinnen präsentieren die Verantwortlichen Melodien aus den erfolgreichsten Musicals der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Freitag/Samstag, 20./21. Mai, jeweils 17.45, Le Théâtre, Emmen

Theaterkids mit Vampir-Story

Eine etwas schaurige, aber auch herzerwärmende Geschichte präsentieren die Theaterkids der Stadt Luzern in «Die Nacht der Vampire» (ab 6 Jahren). Darin sucht ein gejagter Vampirjunge Zuflucht beim neunjährigen Tony, der davor schon jede Nacht von den Blutsaugern geträumt hat.

Sa/So, 21./22. Mai, 14.00, 15.30 und 17.00 (am Sa zusätzlich um 19.00), Historisches Museum, Luzern

Kunst

Das Frauenhaus und eine Galerie spannen zusammen

In Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus Luzern präsentiert die Kunstgalerie Café/Bar ductus in Luzern die Ausstellung «Mumm» mit Bildern und Tapisserien von Cristina Taveira, Galyna Kasay und Lou Hill. Die ehemaligen Bewohnerinnen des Frauenhauses verarbeiteten Emotionen wie Angst und Verletzlichkeit, aber auch Mut und Stärke künstlerisch. Das Thema häusliche Gewalt wird sichtbar, auf eine unaufdringliche, aber eindrückliche Art. Vernissage ist am Freitag, 20. Mai, um 19 Uhr.

Café/Bar ductus, bis 26. Juni

Hoher Besuch aus Kuba in der Löwengalerie Luzern

Die kubanische Künstlerin Zaida del Rio ist Donnerstag, 19. Mai, von 17 bis 21 Uhr, Ehrengast in der Luzerner Löwengalerie. In einer Celebration Night findet um 18 Uhr zunächst eine Ehrung der Künstlerin durch den Galeristen Andi Schnelli statt. Dazu gibt es Livemusik mit dem Duo Nana & Jota – das sind Catarina Marques an der Bratsche und Valentina Mahler, Gesang. Um 19 Uhr führt Künstlerin Zaida del Rio höchstpersönlich durch ihre Ausstellung. Im Löwen-Patio gibt es Mojitos und Snacks. Löwengalerie Luzern, Donnerstag, 17 Uhr.

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