ZUG: 40 000 Franken für «Zugerstadl»

Der Regierungsrat spricht Geld für die Durchführung des «Musikantenstadls» obwohl die Verträge noch gar nicht unterschrieben sind.

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Der Arenaplatz in Zug eignet sich für grosse Veranstaltungen – so wie hier an der Streethockey-WM im Juni beim Konzert von Lo und Leduc. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Der Arenaplatz in Zug eignet sich für grosse Veranstaltungen – so wie hier an der Streethockey-WM im Juni beim Konzert von Lo und Leduc. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Harry Ziegler

Der Zuger Regierungsrat ermöglicht mit einem Beitrag von 40 000 Franken aus dem Lotteriefonds, dass der bekannte «Musikantenstadl» am 23. und 24. September des nächsten Jahres in Zug stattfinden könnte. Doch der Entscheid fiel etwas voreilig, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen. Denn: Die Durchführung des Anlasses ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen. Organisator Oliver Furrer verhandelt momentan mit den Verantwortlichen des «Musikantenstadls». «Unterschrieben ist noch nichts», so Furrer. Er hoffe stark, dass man den «Musikantenstadl» nach Zug bringen könne.

Fest auf dem Arenaplatz

Auf Anfrage schildert der Zuger Baudirektor Heinz Tännler die Pläne für den Anlass: «Der ‹Zugerstadl› wäre eine Veranstaltung in der Veranstaltung.» Das Fest für die Bevölkerung soll vorbehältlich der Durchführung des «Musikantenstadls» in Zug – auf dem Arenaplatz vor der Halle stattfinden. Mit dem Beitrag des Kantons soll allen Interessierten ein kostenloses Public Viewing ermöglicht werden. «Aber nicht nur», so Tännler. «Die Organisatoren haben uns ein erstes Grobkonzept vorgelegt.» Darin seien erste Eckpunkte der Veranstaltung ausserhalb der Bossard-Arena aufgezeigt. Das Public Viewing sei nur ein Teil davon.

Damit der «Musikantenstadl» überhaupt in Zug Station machen kann, musste die Bedingung, dass sich die Standortgemeinde Zug, allenfalls zusammen mit dem Kanton, finanziell beteiligt, erfüllt sein. «Der ‹Zugerstadl› mit freiem Eintritt lässt sich nur realisieren, wenn die Organisatoren von Sponsoren und öffentlicher Hand unterstützt werden», so Tännler.

Nicht nur der Kanton Zug, auch die Stadt beteiligt sich an den Kosten für die Organisation der Anlässe. Der Stadtrat könne sich vorstellen, dass sich die Stadt an einem derartigen Event beteilige, sagt der Zuger Stadtschreiber Martin Würmli. «Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, im Umfang von 30 000 Franken, auf die Verrechnung von Dienstleistungen des Werkhofs und auf die Platzmiete zu verzichten», so der Stadtschreiber vorbehältlich der Budgetgenehmigung durch das Zuger Stadtparlament.

Schon einmal Anlauf genommen

Dass in der Bossard-Arena Grossveranstaltungen möglich sind, ist einerseits der neu eingebauten Sprinkleranlage zu verdanken, andererseits auch einem ersten vergeblichen Versuch, 2012 den «Musikantenstadl» in der Arena durchzuführen. Damals hatte die Gebäudeversicherung die Zahl der Zuschauer in der Arena auf 1500 begrenzt. Grund dafür waren die hohe Brandlast des Bühnenbildes und die fehlenden Brandschutzmassnahmen in diesem Bereich. Dies sorgte für heftige Diskussionen. Kritisiert wurde, dass sportfremde Veranstaltungen mit grossem Publikumsaufmarsch aufgrund des Brandschutzes nicht durchgeführt werden können. Im Februar schliesslich sprach das Zuger Stadtparlament den Kredit in der Höhe von 600 000 Franken für den Einbau der Sprinkleranlage.