ZUG: Aufmarsch der Klaviervirtuosen

Zwei Abende, zwei Konzerte, zwei international bekannte Solisten: Das Theater Casino steht ganz im Zeichen anspruchsvoller Klavierliteratur.

Drucken
Teilen
Solopianist Vassilis Varvaresos greift am Montagabend für die Talentia in die Tasten. (Bild: PD)

Solopianist Vassilis Varvaresos greift am Montagabend für die Talentia in die Tasten. (Bild: PD)

fae. Pianomusik satt gibt es in Zug gleich doppelt rund um den Wochenbeginn. Den Anfang am Sonntagabend macht der deutsche Virtuose Martin Stadtfeld, welcher mit der Bühne des Theater Casino bereits bestens vertraut ist und das renommierte Münchener Kammerorchester als Entourage mitbringt. Das Programm: rein klassisch-romantisch. Neben der Ouvertüre von Mozarts Oper «La Finta Giardiniera» steht ebenfalls von Mozart dessen Klavierkonzert Nr. 9 in Es-Dur «Jeunehomme» an, welches als sein bedeutendstes der Salzburger Zeit und gleichzeitig als sein erstes Meisterkonzert gilt.

Umrahmt von einem Intermezzo und Scherzo von Franz Schreker sowie der Haydn-Sinfonie Nr. 49 in f-Moll stellt die «Malédiction» von Franz Liszt zweifelsohne einen der Höhepunkte dieses Konzerts dar. Während einer Zeitspanne von rund zehn Jahren komponiert, geben die Hintergründe zur Entstehung dieses Klavierkonzerts bis heute Rätsel auf, und es steht nicht fest, ob Liszt selbst dieses Werk in seiner endgültigen Form, wie wir es heute kennen, je gehört hat. Was jedoch unbestritten ist: Mit «Malédiction», zu gut Deutsch «Fluch», hat Liszt eines der technisch anspruchsvollsten Werke für den Interpreten an der Klaviatur geschrieben.

Martin Stadtfeld ist heute einer der gefragtesten Interpreten der Klavier­literatur Johann Sebastian Bachs sowie der deutschen Romantik. Er ist Träger zahlreicher bedeutender Auszeichnungen – darunter mindestens vier Echo-Klassik-Preise für Einspielungen von Bach- und Schubert-Werken. Das Konzert von Martin Stadtfeld mit dem Münchener Kammerorchester unter der Leitung von Daniel Gigelberger im Theater Casino findet diesen Sonntag, 28. Februar, um 19 Uhr statt.

Talentia-Benefizkonzert

Es bleibt auch zum Wochenbeginn am Folgetag weitgehend romantisch – mit Vassilis Varvaresos. Der 1983 in Thessaloniki geborene Grieche lebt heute in Paris und gilt als einer der aufstrebendsten Pianosolisten seiner Generation. Sein Debüt mit dem New York Orchestra 2007 im Lincoln Center in Manhattan war so etwas wie der Startschuss für seine Karriere. Rezitalauftritte in der Zürcher Tonhalle, im Wiener Musikverein und auf anderen führenden Bühnen in Europa und auch in Übersee sowie der Unterricht für diverse Meisterklassen in den USA säumen Varvaresos’ bisherige Musikerlaufbahn.

Nun kommt Vassilis Varvaresos nach Zug und tritt hier im Rahmen eines Benefizkonzertes der Stiftung Talentia Zug auf. Der Erlös aus dem Konzertabend kommt dem Stipendienfonds zugute. Die selbstständige und gemeinnützige Zuger Stiftung hat den Zweck, Kinder und Jugendliche mit spezieller Begabung in ihrer Ausbildung zu begleiten. Detaillierte Infos hierzu unter www.stiftung-talentia.ch.

Vassilis Varvaresos’ Pianosolo-Konzertprogramm am Montag, 29. Februar, um 19.30 Uhr umfasst die «Grande valse brillante» in Es-Dur op. 18 sowie mehrere Etüden von Frédéric Chopin, ein anspruchsvolles Einzelstück von Claude Debussy und mit der Etüde «La Campanella» und der «Ungarischen Rhapsodie» Nr. 2 je ein fingerbrecherisches Meisterwerk von Franz Liszt. Als Kontrast zu diesem romantischen Schwerpunkt spielt Varvaresos abschliessend eine eigene Jazz-Improvisation über ein Thema aus «Porgy and Bess» von George Gershwin.

Hinweis

Weitere Informationen und Ticketreservation für beide Konzerte unter www.theater-casino.ch oder telefonisch unter 041 729 05 05.