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ZUG: «Der gute Hirte» von der Baarerstrasse

Josef Rickenbacher prägte im Kanton Zug mehrere Schulanlagen und Kirchen mit seiner plastischen Kunst. Die Bronzefigur an der Baarerstrasse 62 zeigt eine der ältesten und symbolträchtigsten Darstellungen des Christentums.
Andreas Faessler
«Der gute Hirte» von Josef Rickenbacher durchbricht die nüchterne Strenge der Kirchenfassade. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Juni 2017))

«Der gute Hirte» von Josef Rickenbacher durchbricht die nüchterne Strenge der Kirchenfassade. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Juni 2017))

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Er gehört zu den einflussreichsten Schweizer Bildhauern und Plastikern des 20. Jahrhunderts. Der aus der Schwyzer Gemeinde Steinen stammende Josef Rickenbacher († 2004) hat vor allem durch die Ausführung öffentlicher Aufträge an vielen Orten im Land Zeichen gesetzt, die er mit viel Sensibilität, einem tiefen Sinn für ästhetische Proportionen und mit einem Adlerauge für das Gestalterische im Dialog mit der Umgebung umsetzte. Vor allem im Kanton Zug ist Rickenbachers Schaffen und dessen Entwicklung bis heute sichtbar – hier hat er insbesondere Schulanlagen und Sakralbauten prägend mitgestaltet.

Einer dieser bedeutenden Aufträge im Kanton Zug war die Um- und Neugestaltung der Guthirt-Kirche an der Baarerstrasse. Das 1937 fertiggestellte Gotteshaus wurde im Jahre 1968 architektonisch und bezüglich der erneuerten Liturgie aufgewertet und angepasst. Gemeinsam mit dem Zuger Architekten Hanns A. Brütsch «reorganisierte» Rickenbacher insbesondere den Chorraum mit Ambo und Volksaltar. Mit Brütsch arbeitete Rickenbacher wiederholt zusammen, so auch schon 1956 in der Bruder-Klausen-Kirche in Oberwil.

Das augenfälligste Element im Zuge der Neugestaltung der Guthirt-Kirche finden wir jedoch an der Aussenwand über der Eingangshalle. Hier hat Josef Rickenbacher den Kirchenpatron – Jesus Christus als guten Hirten – in einer abstrahierenden Formensprache dargestellt. Das Symbol des guten Hirten ist eine der ältesten und populärsten Bezeichnungen für Christus. Traditionellerweise wird er dargestellt, wie er das verlorene und wiedergefundene Schaf auf seinen Schultern oder Armen trägt.

«Der gute Hirte» aus eloxierter Bronze von Josef Rickenbacher steht aufrecht mit erhobenem Haupt in die Weite blickend. Ähnlich ist die Haltung des Schafes in seinen Armen. Eine Pflanze spriesst zu Füssen des Hirten empor. Während Guthirt-Darstellungen oft eine Tasche oder einen Sack mit sich tragen, hat Rickenbacher «seinem» guten Hirten einen Kelch verliehen, der an seinem Gürtel klemmt. Der Kelch ist so wie die ganze Christusfigur mitsamt Gesichtszügen vereinfacht ausgearbeitet. Stark kon­trastiert wird «Der gute Hirte» durch die strenge hochrechteckige Anordnung der schlichten Plattenverkleidung der Gebäudewand. Hier erreicht Rickenbachers Christusplastik eine ähnliche Wirkung wie seine zehn Jahre zuvor ausgeführte Marmorskulptur «Sammeln und Ernten» an der Fassade der Zuger Kantonalbank am Postplatz («Hingeschaut» vom 9. Dezember 2015).

Hinweis

Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

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