ZUG: Diese Werke zeigen Tiefsinn

Von Bruno Scheuermeier sind fantasievolle Plastiken und Bilder ausgestellt. Mit seiner Kunst hat er sensibel auf die Umwelt reagiert.

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In der Galerie von Beat O. Iten sind derzeit Skulpturen und Bilder von Bruno Scheuermeier ausgestellt. (Bild: Stefan Kaiser)

In der Galerie von Beat O. Iten sind derzeit Skulpturen und Bilder von Bruno Scheuermeier ausgestellt. (Bild: Stefan Kaiser)

Monika Wegmann

Auf einer langen, dünnen Eisenstange ist ein Flachkörper mit Karomuster aufgesteckt. Drei kleinere, schwarze runde Teile stellen Arme und Kopf dar. «Der Grosskarierte» gehört zu den Skulpturen und Objekten des Zuger Künstlers Bruno Scheuermeier, die derzeit in der Kunststube A4 von Beat O. Iten zu sehen sind.

Der Galerist ist schon lange mit dem Künstler befreundet. Weil dieser jedoch gesundheitlich angeschlagen ist – er lebt im Seniorenzentrum Mülimatt in Oberwil –, verwaltet Iten die Kunstwerke von Bruno Scheuermeier. «Ich hatte ihm vor einigen Jahren versprochen, wenn er 75 werde, eine Ausstellung zu organisieren», begründet Beat O. Iten die jetzige Werkschau. Dafür hat er im Vorfeld das eine oder andere Stück vorsichtig aufbereitet. Und noch immer ist er begeistert vom vielfältigen Schaffen des Freundes.

Eigener Stil entwickelt

In der Ausstellung sind einige kleine Modelle aus Ton oder Holz zu sehen, wie die «Rosskuppe» aus Bronze, die fächerartige «Brücke», «Sie und Er» aus Ton und das «Dreistelzenhaus» aus Eisen. Schlicht ist die engelartige Figur aus einer Eisenstange konzipiert. Skurril steht die eiserne «Dame» mit ihrem Gestänge da, und den «Überflieger» hat Bruno Scheuermeier aus Ski erstellt.

Der Künstler hat bei seinen Plastiken mit abstrakter Formensprache vor allem Eisen und Holz als Material verwendet und einen persönlichen Stil entwickelt: Viele Objekte wie der «Elektro-Hund» oder der «Fächermensch» weisen spielerische oder bewegliche Elemente auf und zeugen von grosser Fantasie sowie von viel Humor.

Nicht nur die Objekte und Skulpturen zeugen von Scheuermeiers vielseitigem Schaffen. Auch die Zeichnungen und Collagen sind beachtenswert. In der Ausstellung sind Blätter der Serie «Der andere Trommler» zu sehen. Da zeigt es sich, dass Scheuermeier früher rege Anteil am Weltgeschehen nahm. Er kombinierte oft Fotos und Zeitungsausschnitte und drückte ihnen mit farbigen Zeichnungen seinen Stempel auf: Auf dem Bild «Entzug» sind Flüchtlinge in einer Wüstenlandschaft zu sehen, in «Silicon-Valley» reagiert er mit einer frechen Collage auf die Kunstbrüste der Frauen, und in «Senza Parole» stellt er einen Mann im Veston dar, der einen Vogelkopf übergestülpt hat. «Oft hat er auch einfach Fantasiewelten entworfen», weiss Beat O. Iten mit Blick auf «Gedränge in Lithania».

Bildhauer gelernt

Bruno Scheuermeier ist 1940 in Zürich geboren. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich und Luzern und wurde Bildhauer. Seit 1962 lebt er in Zug. An diversen Ausstellungen konnte er seine Arbeiten präsentieren. In der Öffentlichkeit sind heute noch zwei grosse Werke präsent: die Figur «Dichterleben» in der Bibliothek der Kantonsschule Zug und die verspielte Skulptur auf dem Burgbach-Schulhausplatz. Beat O. Iten sagt: «Bruno Scheuermeier war sehr belesen und hat sich auch stets für Politik interessiert – und dies in seiner Kunst ausgedrückt.»

Hinweis

Die Ausstellung Bruno Scheuermeier, Zeichnungen, Bilder, Objekte läuft bis 31. Oktober in der Kunst- stube A4, Kirchenstrasse 2, Zug. Sie ist geöffnet: Di, Do, Fr 9–12, 14–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr.