ZUG: Filigrane Skulpturen und abstrakte Kompositionen

Die Kombination von Clare Goodwins Malereien und Knopp Ferros fragilen Metallarbeiten ermöglicht eine spannende Begegnung.

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Clare Goodwin: «Gregory», 2015. Acryl und Tinte auf Leinwand. (Bild: PD)

Clare Goodwin: «Gregory», 2015. Acryl und Tinte auf Leinwand. (Bild: PD)

Klein und fein ist die Galerie, die keine sein soll und dennoch Zugs Kulturangebot erweitert. «Für mich ist es ein Showroom», sagt Silvan Faessler über seine Fine Art, die hier seit 2014 auf maximal 50 Quadratmetern in der Vorstadt 18 domiziliert ist. Sein Fokus liege bei der internationalen, zeitgenössischen Kunst. Faessler: «Die Qualität steht im Vordergrund, ich bevorzuge Künstler, die bereits durch Ausstellungen oder Museen einen Namen haben.»

Eidgenössische Preise

Dies ist bei den zwei Künstlern der aktuellen Ausstellung der Fall: Im Showroom fallen die mit Acryl und Tinte auf Leinwand gemalten Werke der aus England stammenden und heute in Zürich lebenden Malerin Clare Goodwin wegen der dekorativen Gestaltung und abstrakten Bildsprache sofort auf. Und nicht nur «Gregory», eine ihrer neuesten Arbeiten, wo sie auf dem Hintergrund von wie zufällig verlaufenden Farben strenge, senkrechte, schwarze Formen platziert. Interessant sind auch die kleinen Formate, bei denen die Künstlerin dunkle, abstrakte Streifen abgebildet hat, von denen einige, erst beim genaueren Betrachten, farblich nuanciert sind.

Im hinteren Raum sind weitere originelle «Porträts», wie Goodwin ihre hochformatigen Bilder nennt und stets Personennamen tragen, zu finden. Auch die älteren Bilder sowie die schwarz-weissen Papierarbeiten, wo sie geometrische Formen in einen Dialog bringt, verweisen auf ihre konstruktive Sprache.

Eidgenössische Preise

Wie Silvan Faessler informiert, hat die heute in Zürich lebende Clare Goodwin in London am Royal College of Art studiert. Ihr künstlerisches Schaffen sei schon mehrfach ausgezeichnet worden – in England und der Schweiz: Die 42-Jährige, die seit 2001 in Zürich an einer Kunstschule unterrichtet und als Kuratorin tätig ist, hat bereits Werkbeiträge und zwei eidgenössische Preise erhalten. Ihre Bilder sind in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Bildhauer und Performer

Der 62-jährige österreichische Bildhauer Knopp Ferro, der als Walter Hinterecker in Köln geboren wurde, hat dort Kunst und Design, Metallbildhauerei und Performance studiert. Laut Faessler ist er schon länger international tätig.

In Zug sind jetzt einige der neueren, fragilen Eisenarbeiten zu sehen. Aus grazilen, beweglichen Metalldrähten konstruiert er seine mobileartigen Skulpturen, die wie schwerelos in den Räumen hängen oder auf kleinen Metallsockeln stehen. Bei einem Luftzug bewegen sich die hängenden Elemente, wie das «Linienschiff im Foyer» sanft hin und her. Kunstvoll verbindet der Künstler von Hand die Drähte miteinander, wobei sich gewisse Teilstücke wiederholen. Bei den neueren Arbeiten setzt Knopp Ferro mit einzelnen farbigen Drahtstücken einen speziellen Akzent.

Bewegung, Rhythmus und Raum spielen in den Werken von Knopp Ferro, der laut Silvan Faessler über Erfahrungen als Performancekünstler verfügt, eine wichtige Rolle. In Zürich hatte er 1979 das Theater «Bumper to Bumper» gegründet, für das er einige Jahre als Autor und Darsteller tätig war. Danach betrieb er Ateliers in Zürich, New York und Köln. Seit 2006 lebt er in München und am Ammersee, wo er sich vorwiegend der bildenden Kunst widmet.

Monika Wegmann

Hinweis

Die Ausstellung Common Lines mit Skulpturen von Knopp Ferro und Gemälden von Claire Goodwin läuft im Showroom von Silvan Faessler Fine Art, Vorstadt 18, Zug, bis 2. Oktober. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Freitag, 14–17 Uhr, und auf Voranmeldung: www.faessler-fineart.ch