ZUG: Hofmann war ein unermüdlicher Künstler

Werner Hofmann (1935–2005) zählte zu den grossen Illustratoren der Schweiz. Aus dem umfangreichen Nachlass ist derzeit eine Auswahl seiner Aquarelle, Zeichnungen und Holzschnitte zu sehen.

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In der Kunststube A4 sind derzeit Aquarelle und Zeichnungen von Werner Hofmann zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. März 2017))

In der Kunststube A4 sind derzeit Aquarelle und Zeichnungen von Werner Hofmann zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. März 2017))

So expressiv hat sicher noch kein Künstler die St.-Verena-Kapelle aufs Papier gebannt wie Werner Hofmann. Der idyllische Ort hat den in Zug geborenen Künstler scheinbar sehr fasziniert, weil er ihn gleich mehrfach festgehalten hat. Aber nie in naturalistischer Manier, sondern stets mit Hofmann’schem Touch, frech und einer Prise Humor versehen. Trotz weniger Striche sind Gebäudekonturen und Landschaften klar erkennbar, doch oft kommen sie schräg daher, mit kräftigen Farben gestaltet. Die Serie gehört zur Auswahl von Aquarellen aus dem Nachlass von Werner Hofmann, welche derzeit die Kunststube A4 ausstellt.

«Seine Aquarelle hat Werner Hofmann selten gezeigt», weiss Beat O. Iten. Nun sind rund 200 der kleinformatigen Werke in der Galerie aufgehängt oder in einer Mappe zu finden. Eine zweite Aquarellserie widmet sich weiteren Zuger Motiven wie dem See, der Altstadt und der Landschaft.

Ein Auge für alltägliche Dinge

Schnell stellt man in der Ausstellung fest, dass Werner Hofmanns Werk nicht nur durch Fülle und Qualität, sondern auch durch die Vielfalt der Stile geprägt ist, die der ausgebildete Grafiker gepflegt hat. Witzig und liebevoll karikiert sind die Fasnachtsmotive, wobei Beat O. Iten bemerkt: «Werner Hofmann war ein totaler Fasnächtler, der immer selber mitgemacht hat.»

In seiner Kunst beschäftigte er sich häufig mit alltäglichen Situationen, den kleinen Dingen des Lebens, mit Stillleben, Interieurs und mit den Menschen in seinem Umfeld. Mit einem weichen, schwarzen Bleistift sind die voluminösen Damen mit Hund und Katze gezeichnet. Bei den weiteren Arbeiten setzte Werner Hofmann nur wenige farbige Akzente, die energische, kräftige Strichführung ist jedoch Ausdruck seines Könnens. Viele Zeichnungen sind in Beizen entstanden, wo er Serviertöchter und Gäste sogar auf braunes Packpapier gemalt hat. Die meisten seiner jetzt in Zug ausgestellten Arbeiten sind in den Achtziger- und den Neunzigerjahren entstanden.

Er illustrierte Werke der Weltliteratur

Viele kannten den 1935 in Zug geborenen Werner Hofmann, der seit 1961 in Luzern lebte und als freischaffender Illustrator und Holzschneider sowie als Lehrer an der dortigen Schule für Gestaltung arbeitete. Laut Iten habe er jedoch den Kontakt mit Zug beibehalten. Zu Hofmanns Schaffen gehören auch etliche Illustrationen zu Werken der Weltliteratur, beispielsweise für die Bücher von George Moore, James Joyce, William Faulkner, Anton Tschechow und anderen. «Sein gesamtes Werk umfasst rund 2400 Aquarelle, zirka 1800 Holzschnitte und viele Skizzenbücher», sagt Beat O. Iten, der mit Brigitte Hofmann, der Witwe des Künstlers, in Kontakt steht. Derzeit werde der riesige Nachlass aufgearbeitet. Eine Auswahl daraus ist im Buch «Zeit-Zeichen» von Ueli Habegger und Heinz Stalder zu finden, das mit vielen Drucken an einen aussergewöhnlichen Künstler erinnert.

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch