ZUG: Laues Wetter und laute Töne

In der Altstadt ist gestern wieder das Jazzfieber ausgebrochen. Hungrige Ohren und Mägen kamen gleichermassen auf ihre Kosten.

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Begeisterte auf dem Gerbiplatz: die Truppe Don & Giovannis. (Bild: Stefan Kaiser)

Begeisterte auf dem Gerbiplatz: die Truppe Don & Giovannis. (Bild: Stefan Kaiser)

Carina Blaser

Milde Temperaturen, fantastisches Abendrot am See und tolle Musik – was will man mehr? Am Donnerstagabend fand am Ufer des Zugersees einmal mehr der Startschuss für die legendäre Jazz Night statt. Ab 19 Uhr liess es sich eintauchen in die wunderbare Welt der Musik. Für zwei Tage können von Donnerstag bis Freitag verschiedenste Bands genossen werden. Das Angebot ist vielfältig und überzeugt, denn von Funk, Blues, Jazz bis hin zur Volksmusik wird alles geliefert. «Wir sind aus Puerto Rico und deshalb zum ersten Mal an der Jazz Night. Die Stimmung und die Musik sind grossartig», mein Elsa Dent begeistert. Zusammen mit ihrer Nichte tanzt sie auf dem Landsgemeindeplatz im Rhythmus der Funkband Mothership Caldonia, welche die Stimmung bereits tüchtig angeheizt hat.

Trommeln mit einem Mülleimer

Flaniert man den See entlang zu den Gassen der Altstadt, sorgen kleinere Bühnen für Unterhaltung. Auf manchen wird gar mit einem Mülleimer getrommelt und für den richtigen Rhythmus gesorgt. «Guten Abend, meine Damen und Herren, das Stück handelt von einer Dame und ihrem Mann. Er darf, eigentlich, aber eben doch nicht so richtig», so kündigt die Band Street Rats schmunzelnd ihr Lied über die Eifersucht an. Und schon ertönen die bluesig-rockigen Klänge durch die Schwanengasse, berichten über Liebe und Enttäuschung, Härte, Schönheit und andere Erfahrungen des Lebens.

«Traumhaftes Wetter, klasse Musik und schöne Gassen. Die Jazz Night kann als Leuchtturm von Zug bezeichnet werden», schwärmt Roli Wismer von der Kulturkommission Zug. Und tatsächlich sind bereits am Donnerstagabend viele Besucher unterwegs, auf der Suche nach dem passenden Plätzchen, um die Atmosphäre ausgiebig zu geniessen. Auch für hungrige Mägen ist gesorgt. Denn die Auswahl ist riesig und lädt zum Ausprobieren ein. Von indischen Spezialitäten über gutbürgerliche Gerichte bis hin zu süssen Crepes oder ganz einfach Wurst und Brot. Niemand muss an diesem Abend hungern. «Der Event ist toll, und für diesen Ticketpreis wird enorm viel geboten», schwärmt Severin Stalder. An verschiedenen Bars am späten Abend kann die Stimmung ausgekostet werden.

Afrikanische Musik

In diesem Jahr kann neben vielen Zuger Bands auch afrikanische Musik genossen werden. Musiker und Musikerinnen aus dem Senegal, aus dem Kongo und aus Madagaskar sind zu Gast in Zug und sorgen für eine Mischung von Traditionen, Klängen und Kultur. Auf vier Bühnen und an zwei Bars wird der Zuger Bevölkerung und interessierten Touristen für zwei Tage Musik in ihrer Bestform geboten. «Wir kennen die Musiker der Band Don & Giovannis gut, deshalb sind wir aus Sarnen hergekommen. Bis jetzt ist die Stimmung toll, wir sind gespannt, was noch kommt», meint Carla Kalbermatter und blickt gespannt auf den Abend am Zuger Seeufer. Zumindest fällt die Stimmung in diesem Jahr bestimmt nicht ins Wasser, dafür sorgt das laue Sommerwetter.