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Züri-West-Keyboarder spielt
im Neustahl Keller

Ein schweizerisch-englisches Sextett spielt auf seiner Tour im Souterrain von Neustahl. Dort öffnet Unternehmer Hanspeter Meyer seinen Betrieb sporadisch für Kultur.
Pirmin Bossart
Hanspeter Meyer Besitzer von Neustahl mit selbstgemachten Salontischen. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 16.05.2012)

Hanspeter Meyer Besitzer von Neustahl mit selbstgemachten Salontischen. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 16.05.2012)

«MoonMot» ist eine Band, in der Keyboarder Oli Kuster (Züri West) und Posaunist Simon Petermann (Fischermanns Orchestra) mit Musikern der Amy Winehouse Original Band Amy Lives zusammenspannen. «MoonMot» entstand 2017 im Rahmen der Jazzwerkstatt Bern und trat im gleichen Jahr am EFG Jazzfestival London auf. Ihr zeitgenössischer Jazz speist sich aus Komposition und Improvisation, akustischen und elektronischen Klängen, geraden und ungeraden Taktarten.

Dass das Sextett auf seiner Schweizer Tour bei Neustahl Halt macht, hat mit dem letztjährigen Engagement des Fischermanns Orchestra zu tun. Das Luzerner Ensemble hatte eine Carte Blanche und bestritt mit Gästen und Programmen gleich die ganze «Neustahl-Saison». Fischermann Simon Petermann ist auch bei «MoonMot» dabei. Kommt dazu, dass Neustahl mit seinen industriellen Räumlichkeiten für ein besonderes Ambiente sorgt.

«Ich veranstalte jedes Winterhalbjahr drei bis vier Konzerte», sagt Hanspeter Meyer, Inhaber von Neustahl. Meyer produziert seit 19 Jahren in einem Innenhof in der Luzerner Neustadt eigene Möbel und vertreibt auch Produkte anderer Hersteller. Zunächst war das eine nur rudimentär ausgestattete Bude, die sich mehrere Handwerker teilten. «Es hatte keine Heizung, die Isolierung war schlecht.» Seitdem der Keller beheizt werden kann und neue Fenster montiert sind, ist Meyer zum sporadischen Kulturveranstalter geworden.

Jahrelang war im Souterrain das Fumetto Comixfestival mit einer seiner Hauptausstellungen zu Gast. Dann waren die Räumlichkeiten für Meyers Betrieb jeweils fast vier Wochen blockiert. Das erste Konzert fand 2010 mit der Singer-Songwriterin Pink Spider statt. Hans Peter Pfammatter trat verschiedentlich auf, ebenso Pirmin Setz mit Belle Affaire. Der Berner Akkordeonist Mario Batkovic stand auf der Bühne oder die Indie-Pop-Band Flink.

Kollekte statt Eintritt

«Ich war früher als Vorstandsmitglied in der Boa aktiv. Dort habe ich auch die Sonntagskonzerte in der Bar miterlebt», sagt Meyer zu seiner Motivation, Konzerte zu veranstalten. «Das ist ein Überbleibsel, das bis heute nachwirkt. Aber ich möchte auch, dass Leute an meinen Räumlichkeiten teilhaben und ein gutes Erlebnis haben können.» Meyer muss den Keller bei jeder Veranstaltung räumen und neu bereitmachen.Er freue sich, wenn er sehe, wie aufmerksam das Publikum im Keller die Konzerte verfolge und die Atmosphäre geniesse, sagt Meyer. Die Konzerte funktionieren mit Kollekte. «Ziel ist, dass ich die Musiker zahlen kann und es am Ende aufgeht.» Natürlich denkt bei allem kulturellen Herzblut auch der Unternehmer mit. «Es kommt schon vor, dass Konzertbesucher auf meine Möbel aufmerksam werden und als Kunden zurückkehren.»

Ursprünglich ist Meyer Sozialarbeiter. Vor bald 20 Jahren hat er sein Interesse für Möbel zum Beruf gemacht. «Den Ausschlag gab, dass ich selbstständig arbeiten wollte.» Früher haben viele Möbelhäuser seine Kollektion verkauft. Mit dem Einbruch der Branche ist er selber zum Händler geworden. «Es funktioniert, aber es bleibt eine Gratwanderung.» Solange der Betrieb floriert, möchte Meyer auch die Veranstaltungen pflegen. «Es macht Freude und inspiriert mich.»

MoonMot, 27. März, 20.30 Uhr, Neustahl (Innenhof beim Point 24 Takeaway, Winkelriedstrasse 47 Luzern)

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