«40 Frauen unter 40» – Diese Zentralschweizerinnen wollen Spuren hinterlassen

Frauenstreik und Frauenwahl: In der Gleichstellungsfrage hat sich in diesem Jahr viel bewegt. Dabei wird es nicht bleiben. Denn in der Zentralschweiz leben zahlreiche jüngere Frauen mit beachtlichem Leistungsausweis, Lust auf Verantwortung und einer vielversprechenden Zukunft. Wir präsentieren hier 40 Persönlichkeiten mit dem Potenzial, bleibende Spuren zu hinterlassen.

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Politik

Deborah Arnold-Höltschi (35) aus Luzern, Stadtplanerin & Geografin

PD

Deborah Arnold prägt eine Schlüsselposition in der Luzerner Stadtverwaltung: Vor vier Jahren hat die vernetzte Geografin die Leitung der Dienstabteilung Stadtplanung übernommen und führt diese heute als Co-Leiterin. Zusammen mit einem Team von zwölf Angestellten arbeitet sie derzeit unter anderem intensiv an der städtischen Planung zum gewichtigen Projekt Durchgangsbahnhof. Die zweifache Mutter ist 2011 als Projektleiterin bei der Dienstabteilung Stadtplanung eingestiegen. (fi)

Korintha Bärtsch (35) aus Luzern, Projektleiterin & Grüne-Kantonsrätin

PD

Obwohl sie Sprung in den Luzerner Regierungsrat um gut 8000 Stimmen verpasst hat: Korintha Bärtschs bisherige Politkarriere spricht klar dafür, ihren Namen abzuspeichern. Nach 14 Jahren im Stadtparlament ist die Umweltnaturwissenschaftlerin im Frühling in den Luzerner Kantonsrat gewählt worden. Bei den Nationalratswahlen landete sie knapp 400 Stimmen hinter dem Bisherigen Michael Töngi. Sie arbeitet derzeit als Projektleiterin in einem Beratungs- und Planungsbüro. (fi)

Michèle Bucher (38) aus Luzern, Stadtschreiberin

PD

Michèle Bucher ist die erste weibliche Stadtschreiberin in der Geschichte der Stadt Luzern: Ab April leitet sie die Stadtkanzlei mit 40 Mitarbeitern und nimmt mit beratender Stimme an den Sitzungen des Stadtrats teil. Die 38-Jährige ist derzeit noch Leiterin des Rechtsdienstes der Staatskanzlei und ist Stellvertreterin des Staatsschreibers des Kantons Luzern. Zuvor war Michèle Bucher Kantonsrätin der Grünen. Die Mutter von drei Töchtern lebt mit der Familie in Luzern. (rt)

Laura Dittli (28) aus Oberägeri, Rechtsanwältin & Parteipräsidentin

PD

Sie ist die wohl jüngste Präsidentin einer Kantonalpartei in der Geschichte des Kantons Zug: Laura Dittli. Die Anwältin und Tochter eines Landwirtes aus Oberägeri hat Anfang 2019 das Präsidium der CVP Kanton Zug übernommen. Seit 2014 engagiert sich Dittli im Kantonsrat. Sie sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung, dass sie gerne Bundesrätin werden würde. Wer weiss, ob ihre Politkarriere die junge Zugerin dereinst nach Bern führen wird? (rh)

Ylfete Fanaj (37) aus Luzern, Vizepräsidentin des Luzerner Kantonsrats

PD

Die SP-Politikerin ist derzeit Vizepräsidentin des Luzerner Kantonsrats. Kommenden Sommer wird sie das Parlament präsidieren. Die 37-Jährige ist im Kosovo geboren, 1991 kam sie mit der Familie nach Sursee. 2007 wurde sie in den Grossstadtrat, 2011 in den Luzerner Kantonsrat gewählt. Ylfete Fanaj war die erste Kantonsrätin mit kosovarischen Wurzeln. Die ausgebildete Sozialarbeiterin, die heute in Luzern lebt, setzt sich etwa für Gleichstellung und für faire Bildungschancen ein. (rt)

Céline Huber (32) aus Altdorf, Juristin & CVP-Politikerin

PD

Mit 32 gehört Céline Huber bereits zu den erfahreneren Urner Landratsmitgliedern: 2012 schaffte die CVP-Frau den Sprung ins Kantonsparlament – und zeigte von Anfang an keine Scheu, ihre Meinung auch mit spontanen Voten kundzutun. Unter anderem kämpft sie für die Sportförderung in Uri. Die Juristin leitet bei der Urner Kantonalbank die Abteilung Recht und Compliance. Nebenberuflich ist sie im Stiftungsrat Phönix Uri für Menschen mit psychischen Behinderungen tätig. (zf)

Claudia Huser Barmettler (38) aus Luzern, Fraktionschefin GLP im Kantonsrat

PD

Die im Kanton Nidwalden aufgewachsene Politikerin wurde 2015 erstmals in den Luzerner Kantonsrat gewählt. Ende März dieses Jahres wurde die Co-Inhaberin eines Beratungsbüros mit dem besten Resultat in ihrem Wahlkreis bestätigt. Seither führt sie die achtköpfige Fraktion der GLP. Huser vertritt ihre und die Anliegen ihrer Fraktion hartnäckig, aber nicht stur. Sie könnte dereinst in die Fussstapfen ihrer Parteikollegin Manuela Jost im Luzerner Stadtrat treten. (nus)

Virginia Köpfli (25) aus Hünenberg, Studentin & Politikerin & Feministin

PD

Im Alter von 16 Jahren wurde die Hünenbergerin Mitglied der Juso. Später hat sie die Juso Zug mitgegründet. Als erste Zugerin wurde sie Ende 2014 in die Geschäftsleitung der Juso Schweiz gewählt. Inzwischen ist ihre Zeit bei den Jungsozialisten vorbei: Als Präsidentin der SP Hünenberg setzt sie den Fokus auf die Lokalpolitik. Sie hat sich den Kampf für Gerechtigkeit und gegen Sexismus auf die Fahne geschrieben: In Zug hat Virginia Köpfli den Frauenstreik mitorganisiert. (rh)

Michelle Meyer (21) aus Luzern, Vorstand Junge Grüne Schweiz

PD

Die 21-Jährige Michelle Meyer ist seit einem Jahr im Vorstand der Jungen Grünen Schweiz. Ausserdem ist sie im Vorstand der Jungen Grünen des Kantons Luzern tätig, wo sie auch die Leitung des Campaigning innehat. Im Frühling 2019 hat Michelle Meyer für den Luzerner Kantonsrat kandidiert. Die 21-Jährige lebt heute in Luzern. Aufgewachsen ist sie in Rain. Die Studentin der Politikwissenschaft hat in Beromünster die Kantonsschule besucht. (rt)

Anne-Sophie Morand (32) aus Kriens, Juristin & FDP-Politikerin

PD

Sie setzt im Job und in der Politik konsequent auf Networking – und fährt gut damit: Anne-Sophie Morand ist seit April Vizepräsidentin der FDP-Kantonalpartei. Die ehrgeizige Krienserin arbeitet als Politikstipendiatin bei den Parlamentsdiensten in Bern und hat einen Lehrauftrag an der Uni Luzern. Hier promovierte sie und wurde mit dem Schweizer Sportrechtspreis 2018 ausgezeichnet. Zudem verantwortet Morand als Homosexuelle das Politikressort beim Zurich Pride Festival. (fi)

Sarah Odermatt (30) aus Stans, Stanser Gemeinderätin

Boris Bürgisser

Sarah Odermatt schaffte Historisches. Im Juni 2016 wurde sie mit 27 Jahren als damals jüngste Gemeinderätin in der Geschichte Nidwaldens gewählt. Die Vorlagen der Tiefbauchefin (parteilos) kamen an der Urne und an der Gemeindeversammlung bisher immer durch. Auch jene für einen einjährigen Einbahn-Versuchsbetrieb in Stans. Dieser wurde aber bereits am zweiten Tag abgebrochen, nachdem der Verkehr am ersten Tag zum Erliegen gekommen war. (map)

Karin Stadelmann (34) aus Luzern, Präsidentin CVP Stadt Luzern und Vizepräsidentin Kantonalpartei

PD

Die Dozentin der Hochschule Luzern legt CVP-intern eine steile Karriere hin. So war sie 2015 Gründungsmitglied und für zwei Jahre Präsidentin der Jungen CVP der Stadt Luzern, seit 2017 ist sie Vizepräsidentin der Kantonalpartei,seit 2018 Co-Präsidentin der CSV und seit diesem Jahr Präsidentin der Stadt-Sektion. Bei den diesjährigen Kantonsratswahlen landete sie auf dem ersten Ersatzplatz. Ihr Fernziel ist ein Sitz im Nationalrat. Das Zeug dazu hat die ambitionierte Politikerin. (nus)

Jacqueline Theiler (38) aus Luzern, designierte Präsidentin FDP Kanton Luzern

PD

Die Luzerner FDP und der Name Theiler – das passt: Jacqueline Theiler Vater Georges vertrat die Liberalen während 20 Jahren als National- und Ständerat in Bern; am 14. Januar wird nun sie zur Präsidentin der Kantonalpartei gewählt. Jacqueline Theiler studierte Politikwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre und leitete später die Geschäftsstelle der FDP. Heute arbeitet sie teilselbständig in der Unternehmenskommunikation. Sie gilt als Zukunftshoffnung ihrer gebeutelten Partei. (nus)

Jasmin Ursprung (29) aus Udligenswil, SVP-Kantonsrätin & Wirtschaftsprüferin

PD

Jasmin Ursprung feierte am 31. März ihren bislang grössten Erfolg als Politikerin: Sie wurde Kantonsrätin und verdrängte den langjährigen Fraktionschef Guido Müller. Das kam nicht von ungefähr: Als Präsidentin der Wahlkreispartei Luzern Land und als Vizepräsidentin der Ortspartei ihres Wohnorts ist ihr die Knochenarbeit an der Basis bestens vertraut. Die Betriebsökonomin FH gilt denn auch als eine der Hoffnungsträgerinnen der SVP, in der die Frauen eher dünn gesät sind. (nus)

Gesellschaft

Fabienne Bamert (31) aus Oberägeri, Moderatorin Samschtig-Jass

SRF

Tele-1-Moderatorin Fabienne Bamert ist ab 2020 neue Gastgeberin des «Samschtig-Jass» auf SRF. Die Zugerin ist seit zehn Jahren bei Tele 1 tätig, wo sie die Formate «Nachrichten», «Unterwegs» oder Übertragungen von Schwingfesten moderiert hat. Bis im April wird sie weiterhin in der Sendung «Unterwegs» zu sehen sein. Im letzten Sommer hat Bamert das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug moderiert. Die 31-Jährige ist mit Ruder-Olympiasieger Mario Gyr liiert. (rt)

Corinne Imbach (33) aus Luzern, Projektleiterin & Kulturmanagerin

Boris Bürgisser

Das Engagement als OK-Präsidentin des Luzerner Fests hat ihren Namen in die Zentralschweiz hinausgetragen: Corinne Imbach zeichnet seit 2016 für den Grossevent mit bis zu 100 000 Besuchern verantwortlich. Unter ihrer Regie richtet sich das Luzerner Fest derzeit neu aus und soll 2021 in frischer Form stattfinden. Daneben ist Imbach seit 2017 Geschäftsleiterin des Luzerner Jugendkulturhauses Treibhaus. Seit 2012 besitzt sie mit der «Kultur Kopf GmbH» ihre eigene Firma. (fi)

Cristina Policante (29) aus Luzern, Reformierte Pfarrerin

Dominik Wunderli

Sie übt einen Beruf aus, der für junge Frauen eher ungewöhnlich ist: Pfarrerin. Die 29-jährige Cristina Policante arbeitet seit 2018 für die reformierte Kirche der Stadt Luzern. Sie wirkt in der Matthäuskirche und im Myconiushaus. Theologie studierte sie in Basel. Ein Studienjahr an der Waldenser-Fakultät in Rom prägte sie besonders: «Das Feuer der Waldenser steckte mich an», sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Policante ist in St. Gallen aufgewachsen und wohnt in der Stadt Luzern. (sma)

Mascha Santschi (39) aus Meggen, Rechtsanwältin & Präsidentin der UBI

PD

Die Karriere von Mascha Santschi ist vielseitig und steil. Im Jahr 2000 wurde sie zur Vize-Miss-Schweiz gewählt, während ihrer Ausbildung zur Juristin arbeitete sie als Redaktorin und Moderatorin für diverse Medien. Ab 2008 war sie als Gerichtsschreiberin am Obergericht des Kantons Luzern tätig, später als Informationsbeauftragte der Luzerner Gerichte. 2018 wurde sie zur Präsidentin der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) ernannt. (sma)

Diel Tatjana Schmid Meyer (38) aus Luzern, Rechtsanwältin & CVP-Politikerin

PD

Seit dem 1. April amtet Diel Tatjana Schmid Meyer als stellvertretende Generalsekretärin des Luzerner Kantonsgerichts. Die promovierte Juristin mit Anwaltspatent ist zweifache Mutter und Mitglied der Parteileitung der städtischen CVP. Schmid Meyer ist ferner OK-Präsidentin der Luzerner Bundesfeier und Vize-Präsidentin des Trägervereins «31/07 Bundesfeier». Zudem verantwortet sie im Kantonalvorstand des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes das Ressort Politik. (fi)

Loredana Zefi (24) aus Emmen, Rapperin

EPA

Loredana hat es geschafft: Von Emmen aus stiess die Kosovarin im gesamten deutschsprachigen Raum bis an die Spitze der Charts vor. Sie hat das mit viel Stimmverfremder und allerlei Geprotze geschafft – typisch aktueller Deutsch-Rap. Aber Loredana hat auch einigen Ärger am Hals: Ihr wird vorgeworfen, dass sie ein Walliser Ehepaar um mehrere 100'000 Franken betrogen hat. Die Ermittlungen dauern noch an. Mit ihrem Ex-Mann hat sie eine Tochter und lebt nun in Zürich. (mg)

Anja Zeidler (26) aus Luzern, Influencerin



Eveline Beerkircher

Anja Zeidler ist vom digitalen Saulus zum digitalen Paulus geworden. Als Ex-Anabolika-Konsumentin verkaufte sie den Fitness-Model-Schein auf Instagram ihren 300'000 Follower und half der Schönheit operativ und per Photoshop nach. Jetzt predigt sie Natürlichkeit, hat sich das Silikon entfernen lassen und ernährt sich vegan. All das teilt sie fleissig auf Social Media und so wird die Natürlichkeit zum Geschäftsmodell. Sie erwartet gerade ihr erstes Kind. (mg)

Wirtschaft

Sarah Antenore (33) aus Zug, Pressesprecherin Glencore

PD

Sarah Antenore ist ein neues Gesicht bei Glencore. Seit 2017 verantwortet sie die Kommunikation des Zuger Rohstoffunternehmens in der Schweiz. Sie hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert. Bevor sie zu Glencore stiess, war sie als Kommunikationsberaterin bei Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten und im Ausland tätig. Sie und ihr Team arbeiten daran, Glencore der Öffentlichkeit zugänglicher zu machen und die Aktivitäten des Unternehmens zu veranschaulichen. (haz)

Theres Beutler-Knüsel (32) aus Küssnacht am Rigi, Geschäftsführerin Sepp Knüsel AG

PD

Theres Beutler-Knüsel arbeitet seit 2012 in der Firma Sepp Knüsel AG, die ihr Vater im Alter von 20 Jahren gründete. 2012 bis 2014 hat Theres Beutler-Knüsel die Landmaschinenschule besucht und später eine Weiterbildung in Unternehmensführung absolviert. Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der Sepp Knüsel AG mit rund 40 Mitarbeitern. Nebst den Eltern arbeiten auch ihre drei Schwestern im Unternehmen mit. Die 32-Jährige ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. (rt)

Nora Breitschmid (30) aus Kriens, Winzerin

Nadia Schärli

Nora Breitschmid hat im Herbst 2018 nach der zweijährigen Winzerlehre im Tessin und einem Bachelor an der Hochschule Luzern in Kommunikation und Marketing das Bioweingut «Sitenrain» übernommen. Der Familienbetrieb verfügt in Meggen über 4,5 Hektaren Rebfläche und brachte bereits mehrfach preisgekrönte Bio-Weine hervor. Breitschmid arbeitet seit 2011 auf dem «Sitenrain» mit. Das Weingut beliefert unter anderem «Sinnvoll Gastro»-Betriebe und organisiert das Openair NON. (fi)

Silvana Gmür (38) aus Luzern, Mitglied Topmanagement Emmi Gruppe

PD

Seit 2018 ist Silvana Gmür Mitglied des Topmanagements bei der Emmi Gruppe. Als Global Head New Business & Innovation ist die Luzernerin bei Emmi unter anderem verantwortlich für die Innovationsstrategie und die Weiterentwicklung des Marketings. Die 38-Jährige ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Gmür hat Neuropsychologie studiert und einen Executive MBA an der Hochschule Luzern abgeschlossen. Sie kandidiert 2020 für die CVP für den Grossstadtrat. (rt)

Edina Kurjakovic (39) aus Luzern, Geschäftsleiterin & Betriebswirtin

Als Geschäftsleiterin des Genossenschaftsverbands Kooperation Industriestrasse Luzern zimmert Edina Kurjakovic an einem Pionierquartier mit: Fünf Baugenossenschaften wollen auf 8700 Quadratmetern ab 2023 gemeinnützigen Wohn-, Arbeits- und Kulturraum schaffen. Die Kulturmanagerin, Betriebswirtin und Mitbegründerin des B-Sides Festival Luzern war zuvor unter anderem Geschäftsleiterin der IG Kultur. Sie lebt in Luzern mit ihrem Partner und ihrem dreijährigen Sohn. (fi)

Beatrice Rast (37) aus Ebikon, Geschäftsleiterin Rast Kaffee

Dominik Wunderli

Bei Beatrice Rast (37) dreht sich alles um die Kaffeebohne; gemeinsam mit ihrer Schwester Evelyne Rast (39) und ihrem Ehemann Adrian Gisler leitet sie das Familienunternehmen Rast Kaffee in vierter Generation. Hier hätte also auch Evelyne Rast stehen können – stellvertretend haben wir uns für die jüngere Schwester entschieden. Die Kaffeehersteller bieten auch eine Kaffee-Akademie an. Beatrice Rast ist eine der wenigen «Q Grader» der Schweiz, also eine ausgewiesene Kaffee-Sensorikerin. (sma)

Martina Ruch (28) aus Altdorf, Mitglied der Leitung Ruch Metallbau AG

Florian Arnold

Sie zählt zu den wenigen Frauen in einer Männerdomäne: Martina Ruch geniesst innerhalb der Metallbaubranche viel Respekt – auch wenn sie sich das während ihrer KV-Lehre noch nicht vorstellen konnte. Nach ihrem Abschluss an der Höheren Fachschule für Wirtschaft wurde sie vor fünf Jahren Finanz- und Personalchefin im Familienunternehmen mit 50 Angestellten. Aktuell bildet sie sich an der Hochschule St. Gallen weiter – mit dem Ziel, Mitinhaberin der Firma zu werden. (zf)

Sina Zemp (33) aus Luzern, Leiterin Hypotheken CS Zentralschweiz

PD

Am 1. Februar 2019 hat Sina Zemp die Leitung des Hypotheken- und Finanzierungscenters der Credit Suisse in der Region Zentralschweiz übernommen. Die im Entlebuch aufgewachsene 33-Jährige ist damit für das Kreditgeschäft der gesamten Zentralschweiz verantwortlich. Zur Wohnungssituation in der Region sagte sie kürzlich in einem firmeneigenen Interview: «In der Stadt Luzern dürfte sich das Angebot an Wohneigentum weiter verknappen.» (mim)

Kultur

Jana Avanzini (33) aus Luzern, Freischaffende Journalistin

PD

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund: Jana Avanzini arbeitet seit 2018 als freie Journalistin, Texterin und Theatermacherin. Sie war eine der Initiantinnen des Frauenstreiks in Luzern und führt unter anderem als Teil der «Redaktion Frauenstreik» die Gleichstellungsdiskussion weiter. Die gebürtige Nidwaldnerin ist Mutter eines Sohnes. Nach dem Bachelor in Theaterwissenschaft und Germanistik an der Uni Bern war sie unter anderem beim Online-Magazin «Zentralplus» tätig. (fi)

Beatrice Egli (31) aus Pfäffikon, Schlagersängerin

DPA

Seit die in Lachen aufgewachsene und in Pfäffikon wohnende gelernte Coiffeuse 2013 die zehnte Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) gewonnen hat, gehts mit ihrer Karriere aufwärts. Gemessen an ihren Nummer-1-Alben, ist Egli mittlerweile die erfolgreichste Schweizer Sängerin. Sie hat mit «Ich find Schlager toll» auch eine eigene Sendung moderiert, die im November auf RTLplus ausgestrahlt wurde. Ihre Sendung «Schlager sucht Liebe» ebenfalls auf RTL, floppte. (nus)

Sitara Abuzar Ghaznawi (24) aus Sarnen, Bildende Künstlerin

PD

Werke der noch sehr jungen Künstlerin waren bereits in Basel, Zürich und Lausanne zu sehen, aber auch in Wien, Paris und Mexiko Stadt. Diese intensive Ausstellungstätigkeit, die Sitara Abuzar Ghaznawi in die weite Welt der Kunst geführt hat, war für die Kantone Ob- und Nidwalden Grund, den diesjährigen Förderpreis an die bildende Künstlerin zu vergeben. Sie lebt seit 2014 in Sarnen und schliesst zurzeit ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ab. (map)

Michelle Kalt (30) aus Zug, Stand-up Comedian und Anwältin

Matthias Jurt

Als Ausgleich zum Jurastudium begann Michelle Kalt vor eineinhalb Jahren mit englischer und schweizerdeutscher Stand-up Comedy: Erst auf kleinen Bühnen, dann auf der SRF 3 Talent Stage. Im September schaffte es Kalt mit ihrem schwarzen, selbstironischen Humor in den Final des SRF 3 Comedy Talent Awards. Sie stand schon über 200 Mal auf der Bühne, unter anderem mit Stefan Büsser. Zweimal monatlich veranstaltet sie in der Zürcher Kon-Tiki Bar eine Comedy-Night. (ls)

Regula Mühlemann (33) aus Adligenswil, Opernsängerin

PD

Die Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann ist eine Sängerin von internationalem Format. Sie tritt an den grossen Opernhäusern in Wien, Mailand, Paris oder Berlin auf. Entdeckt wurde sie durch ihren Auftritt in Jens Neuberts Film «Der Freischütz» (2010). Bekannt ist die 33-Jährige vor allem für ihre Interpretation von Mozart-Arien. 2019 erschien Mühlemanns drittes Album bei Sony Classical: «Lieder der Heimat». Es ist vor allem unbekannten Schweizer Komponisten gewidmet. (sma)

Thaïs Odermatt (39) aus Stans/Kriens, Filmemacherin

PD

«Kurt und der Sessellift» oder «Nid hei cho»: Die gebürtige Stanserin Thaïs Odermatt, die mit Partner und Kind in Kriens lebt, hat sich mit Dokumentarfilmen weit über die Nidwaldner Kantonsgrenzen einen Namen gemacht. Im Frühling hat sie an der Filmuniversität Babelsberg bei Berlin den neuen Lehrgang Masterstudium Regie Dokumentarfilm abgeschlossen. Nun wartet sie auf Festivalzusagen für ihren Film über kämpfende Frauen, «Amazonen einer Grossstadt». (map)

Celine-Giulia «Cégiu» Voser (35) aus Horw, Komponistin, Cellistin & Sängerin

PD

Celine-Giulia Voser alias «Cégiu» ist Musikerin durch und durch: sie singt, komponiert, produziert, sampelt und spielt Cello. 2019 erschien ihr zweites Album «Restless Roots». Cégiu, in Zug aufgewachsen und wohnhaft in Horw, engagiert sich für die Schweizer Musikszene. Sie gibt Workshops bei «Helvetiarockt», einer Vernetzungsplattform für Musikerinnen. Zudem ist sie Vorstandsmitglied bei Other Music Luzern, sowie Geschäftsführerin und Mitinhaberin des Labels musicbox entertainment. (sma)

Sport

Daniela Diaz (37) aus Baar, Managerin Frauen-Eishockeynationalmannschaft

Pius Amrein

Seit diesem Sommer hat Daniela Diaz eine neue Aufgabe: Sie trat bei Swiss Ice Hockey die neu geschaffene Stelle als Managerin der Nationalmannschaften an. Die letzten zehn Jahre agierte die 100-fache Schweizer Internationale und Schwester von Raphael Diaz, dem Verteidiger des EV Zug, als Trainerin. Von 2015 bis zu diesem Frühjahr coachte sie das Schweizer Nationalteam der Frauen und wurde mit ihm Fünfte an den Olympischen Spielen von Pyeongchang. (mua)

Dominique Gisin (34) aus Engelberg, Ex-Skirennfahrerin

Sepp Odermatt

Den Olympiasieg in der Abfahrt von Sotschi 2014 bezeichnet Dominique Gisin als das Highlight ihrer achtjährigen Skirennsport-Karriere. Seit ihrem Rücktritt gibt sie in anderen Bereichen Gas: Seit letztem Jahr ist sie Delegierte des Stiftungsrats der Schweizer Sporthilfe und Verwaltungsrätin bei den Titlisbahnen. Die ausgebildete Pilotin und Absolventin eines Bachelor-Physikstudiums an der ETH tritt auch als Referentin auf und hat mehrere Bücher geschrieben. (map)

Sonia Kälin (34) aus Egg, Schwingerkönigin, Seklehrerin & Schiedsrichterin «Donnschtig-Jass»

Roger Grütter

Die vierfache Schwingerkönigin gehört auch nach ihrem verletzungsbedingten Rücktritt vom Spitzensport Anfang Jahr zur Prominenz: Kälin, die sich an der Pädagogischen Hochschule Luzern zur Seklehrerin ausbilden liess, amtet seit diesem Jahr im «Donnschtig-Jass» auf SRF 1 nämlich als Schiedsrichterin. Einen prominenten Auftritt hatte die verheiratete Kälin in diesem Sommer am «Eidgenössischen» in Zug, wo sie als Gotte des Siegermunis Kolin einlaufen durfte. (nus)

Ariella Kaeslin (32) aus Luzern, Ex-Kunstturnerin & Studentin

Keystone

Als erfolgreiche Kunstturnerin hat Ariella Kaeslin die Schweiz bewegt. Infolge einer Erschöpfungsdepression erklärte sie 2011 überraschend den Rücktritt vom Spitzensport. In einem Buch gab sie Einblick über die dunklen Seiten der Kunstturnwelt. In Referaten zeigt sie heute beide Seiten der Medaille. Im Sommer 2018 erwarb Ariella Kaeslin den Bachelor in Sportwissenschaften und Psychologie an der Uni Bern. Aktuell studiert sie Physiotherapie an der Fachhochschule in Landquart. (rt)

Die Nominierten

Achermann-Bucher Sabine, Alihodzic Admire, Annen Jolanda, Aregger Viktoria, Augsburger Mara, Balbi Anna, Baltisberger Karin, Berisha Liridona, Bischof Sarah, Blättler Alexandra, Breitschmid Laura, Bründler Franziska, Bühler Luana, Calligaris Viola, Chudozilov Anna, Dickenmann Lara, Ellenberger Andrea, Fölmli Svenja, Gisin Michelle, Gut Janine, Häcki Lena, Holdener Wendy, Hostetmann Mirjam, Huber Keiser Christina, Huber Fabienne, Jost Daniela, Koch Mimi, Kunz Melanie, Magalie Fleure, Meile Katharina, Müller Eliane, Müller-Staubli Simone, Odermatt Eva-Maria, Pilotto Maria, Pratooma Chatsom, Räber Bussmann Sandra, Remund Tamara, Riedweg Jeannette, Rohrer Martina, Ruckstuhl Geraldine, Sacher Noemi, Schleifer Marion, Schmid Andrea Maria, Schöni Olivia, Schwingruber Olivia, Speranda-Koller Viviane, Studer Ronja, Studhalter Irina, Stutz Jasmin, Suter Corinne, Unternährer Johanna, Walpern Nina, Wagemann Karin, Weber Blättler Sandra, Wiss Isa, Wolf Patricia.

Auswahlverfahren

Die Qual der Wahl

Die Idee für diesen Artikel war schnell geboren – die Umsetzung gestaltete sich bedeutend schwieriger. Denn die redaktionsinterne Jury (zwei Frauen, zwei Männer) hatte die Qual der Wahl. Die meisten der eingegangenen Vorschläge hätten eine Aufnahme in diesen Reigen verdient. Locker hätten wir auch 80 starke Persönlichkeiten in diese Liste aufnehmen können. Unter Berücksichtigung aller Zentralschweizer Kantone sowie eines breiten gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen wie kulturellen Spektrums haben wir versucht, eine faire Auswahl zu treffen. Spezialfall Sport: Weil in der Regel die Aktivkarrieren von Sportlerinnen vor dem 40. Geburtstag enden, haben wir uns für einige Persönlichkeiten entschieden, bei denen wir mit einer bedeutenden Zweitkarriere rechnen. (cpm)

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