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Kolumne

Ade Müssiggang - wieder ein Kaffeehaus weniger in Wien

Aus dem berühmten «Griensteidl» bei der Hofburg wird ein Supermarkt.
Rudolf Gruber

Ins Kaffeehaus gehen Leute, die zum Alleinsein eine Gesellschaft brauchen, lästerte einmal der Schriftsteller und Kritiker Alfred Polgar. Aber das traditionelle Wiener Kaffeehaus gibt’s immer seltener. Zuletzt sperrte vor rund zwei Jahren das «Griensteidl» nahe der Hofburg zu. Der Versuch, sich bei den Touristen als «Café Klimt» anzubiedern, scheiterte. Gustav Klimt, das Malergenie des Fin de Siècle, ist längst totvermarktet.

Jetzt zieht in das «Griensteidl», wo einstmals Edelfedern wie Polgar, Kraus, Schnitzler oder Komponisten wie Schönberg verkehrten, ein schnöder Supermarkt ein. Früher wäre das für die «Kulturhauptstadt» Wien eine Kultur­schande gewesen. Dafür blüht die Szenelokalszene, neu hat das «Falco’s» aufgemacht, eine Art gastronomische Gedenkstätte für den weltberühmten Wiener Popbarden. Aber es kann ein traditionelles Wiener Kaffeehaus, diese einzigartige Institution des gehobenen Müssiggangs, nicht ersetzen. Das wissen namentlich Zeitungsleser zu schätzen, die angeblich auch seltener werden.

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