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ÄGÄIS: Entdecken Sie Rhodos

Tempel, Paläste und Kirchen gehören zur griechischen Sonneninsel, aber auch kristallklare Buchten und Strände. Zwei Ausflüge sollte man sich nicht entgehen lassen: In die mittelalterliche Altstadt von Rhodos und nach Líndos, den schönsten Ort der Insel.
Text und Bilder: Angela Allemann

Text und Bilder: Angela Allemann

Rhodos heisst nicht nur die Insel, sondern auch die Hauptstadt, mit der man als erstes Bekanntschaft machen wird. Mit ihrer gotischen Festung und der vier Kilometer langen Stadtmauer, die man sich über Zinnen und Türme erlaufen kann. Am frühen Abend, wenn das Leben erst richtig erwacht, trifft sich alles in der Sokratesstrasse, zum Shoppen oder auch für einen Apéro. Die Sonne taucht die Gassen in ihr schönstes Licht, und bald warten auch die Restaurants mit ihrem üppigen Angebot auf. Besonders stimmungsvoll und vor allem laut ist es dann an der Platia Ippokratous. Es ist ganz grosses Theater, wenn Händler und Kellner lautstark um Kundschaft buhlen und die Maler noch schnell ein letztes Porträt auf die frische Leinwand werfen wollen. Griechenlands damaliger Finanzminister, der umtriebige Yanis Varoufakis, ist in Varianten festgehalten, in Öl, in Kreide und Aquarell. «Ihr Held?», will man vom Maler wissen. «Na, das nicht gerade, aber immerhin hat er etwas bewegt», sagt der Künstler. Und schon ist man im Gespräch. Finanzkrise, Flüchtlingsströme – Rhodos war und ist von all dem eher am Rande betroffen; die Touristen kommen auch jetzt nicht in Scharen, aber sie bleiben auch nicht weg.

Wenn man in die Neustadt zum Mandráki-Hafen schlendert, wo der Hirsch als Wahrzeichen der Stadt über die beträchtliche Anzahl kleiner und vor allem grosser Yachten wacht, denkt man doch: An Geld scheint hier kein Mangel zu sein. Einen durchaus wohlhabenden und eleganten Eindruck macht auch die Therme von Kallitheà, ein paar Kilometer südlich der Stadt. Die seit der Antike bekannte Heilquelle wurde bereits in den Zwanzigerjahren, in der italienischen Epoche, zur Kuranlage ausgebaut und zeigt sich heute, nach langen Jahren der Vernachlässigung, als schickes Bad mit Pools, Wandelgängen und Tavernen – eine gelungene Symbiose von Natur, Architektur und Geschichte. Der Ort diente auch schon als Filmkulisse, in «Die Kanonen von Navarone» zum Beispiel. Heute werden hier bei Speis und Trank musikalische Anlässe gefeiert. In der felsigen Bucht lässt sich gut baden, schnorcheln und tauchen.

Auf einem Esel hinauf zur Akropolis

Die östliche Küste der Insel ist generell bestens geeignet für den Badespass, denn die Strände aus Sand oder Feinkies fallen flach ins Meer ab, woran vor allem Familien ihre Freude haben dürften. Faliráki, Afándou, der kleine Fischerhafen Charáki und Tsambika sind beliebte Badeorte – bis man schliesslich die schneeweisse alte Seefahrerstadt Líndos erreicht, gut und gerne der schönste Ort auf Rhodos. Steil ragt der Akropolisfelsen auf der kargen Halbinsel in die Höhe. Alle wollen dort hinauf, am liebsten auf Eseln, die gemächlich und geduldig mit ihrer menschlichen Last den engen gepflasterten Gassen bergan trotten. Oben, auf der Akropolis angekommen, kann man nur staunen: Der Blick schweift weit hinüber zur gegenüberliegenden Landzunge, die einen runden Naturhafen bildet, und weiter über prächtige Strände ins weite Meer hinaus. Man kann ganz viel Zeit hier oben verbringen, etwa zehn Monumente sind zu bewundern: Der Aufgang zur Stoa des Athena-Tempels, das antike Theater, die Kirchen Johannes, Panagia und Kostós, um nur einige zu nennen. Da hat man die Qual der Wahl, will man an einem Tag auch noch die Schönheiten der Stadt sehen und womöglich auch noch an den verlockenden Stränden baden, am Pállas Beach etwa oder in der runden Bucht Ágios Pávlos.

Aus welchem Blickwinkel man die Stadt auch betrachtet, immer fällt die Architektur auf. Die lokale Tradition des Dodekanes verschmilzt mit orientalischen und europäischen Einflüssen, die an prachtvollen Fassaden, figürlichen Darstellungen, Pfauen und Phönixen, doppelköpfigen byzantinischen Adlern oder steinernen Flechtbändern ersichtlich sind. Und immer lohnt sich ein Blick zu den Dächern. Denn hier sitzt man, am liebsten bei Sonnenuntergang, gemütlich in luftiger Höhe in schön gestalteten Restaurants, die lokale Spezialitäten anbieten.

Líndos, günstig an der Kreuzung der Seefahrtsrouten zwischen Okzident und Orient gelegen, war einst Zentrum des Handels, und hier liessen sich die wohlhabenden Kapitäne aufwendige Häuser bauen. 1610 zerstörte ein Erdbeben fast die gesamte Bebauung. Geduckt und hinter hohen Mauern versteckt, wurden viele Kapitänshäuser zu kleinen Hotels, Restaurants und Bars umgewandelt. Lauschige Innenhöfe, oft mit Springbrunnen zeichnen sie aus. Zahllose alte Wohnhäuser haben auch eine wohldekorierte Hauskapelle. Eine alte Frau wacht mit Argusaugen darüber, dass niemand ihr Heiligtum in Minirock oder Shorts betrifft. Resolut bindet sie den Fehlbaren vor Einlass eine Hirtenschürze um, um die nackten Beine und Schultern schicklich zu verdecken. Líndos Hauptgassen hingegen wirken wie ein einziger riesiger Basar. Viel Kitsch, aber auch ein bisschen Kunst und manch schönes Mitbringsel.

Wo schöne Strände sind, lassen grosse Hotels nicht lange auf sich warten. So auch rund um Kiotári, südlich von Líndos. Kilometerlange Strände und ein umfangreiches Wassersportangebot haben die Idylle verdrängt. Dennoch sollte man die paar Kilometer landeinwärts nach dem romantischen Bergdorf Asklipío unter die Räder nehmen, denn die uralte Kirche Kímisis tís Theotókou am Dorfplatz ist einmalig. Sie zählt zu den ältesten auf ganz Rhodos; die wunderbare Ausmalung mit alten Fresken im byzantinischen Stil ist beeindruckend.

Am Ende der Insel finden Kitesurfer Wind und Wellen

Auch das sogenannte Künstlerdorf von Rhodos, Lachaniá, darf man sich nicht entgehen lassen. Ein paar Aussteiger liessen sich hier Anfang der Achtzigerjahre nieder. Sie renovierten ihre Häuser mit Liebe und Sachverstand. Kein anderes Dorf auf der Insel kann mit derart schmucken Häuschen glänzen, versteckt unter Hibiskus und Bougainvilleen.

Eine Überraschung erlebt man in Prasonísi, am Ende der Insel. Erst hört man auf der etwa drei Quadratkilometer grossen, sehr felsigen und wüstenartigen Halbinsel, die nur durch eine Sandbank mit Rhodos verbunden ist, wie einem der Wind um die Ohren pfeift. Doch dann sieht man sie auch am Himmel hängen, die Starkwindsurfer, die hier ihr beliebtes Revier haben. Sechs bis acht Beaufort sind ganz normal. Felsen spalten die Sandlandschaft in zwei malerische Buchten. Links weht der Wind ablandig, rechts auflandig. Das bedeutet: Links ist das Meer spiegelglatt und himmelblau. Rechts donnern bis zu zwei Meter hohe Wellen an Land, die eine riesige Gischt, einem Sprudelbad gleich, erzeugen. Dazwischen nichts als Strand, mehr als einen Kilometer lang. Zum Baden ist er nicht zu empfehlen, aber es macht Spass, den Kitesurfern zuzusehen, wie sie sich zum Kampf mit den Elementen bereitmachen. Zwei einfache Tavernen bieten dafür den nötigen Unterschlupf.

Wind, Wellen und steile Klippen prägen die gesamte Westküste, so dass man gern einen Abstecher ins grüne und duftende Bergland macht. Nach dem Bergdorf Ébonas etwa, das unterhalb des mächtigen Attávyros-Massivs liegt, das über 1200 Meter hoch ist. Obwohl von Ausflugsgesellschaften fleissig frequentiert, lohnt sich ein Besuch, vor allem gegen den späten Nachmittag. Denn wo sonst als in der sogenannten Weinkapitale könnte man alles über griechischen Wein lernen? Probieren und studieren und hören, warum der heutige griechische Wein eigentlich keinen Harz, sprich Retsina mehr enthält. Und wenn, nur noch ganz wenig, als Eigenduft sozusagen. Zurück an der Küste liegt Kámiros, die dritte und kleinste der drei antiken Städte von Rhodos. Landschaftlich sehr reizvoll über dem Meer, erreichte sie aber nie die Bedeutung von Líndos oder Ialyssos. Nach mehreren Erdbeben nie wieder aufgebaut, zeigen die Ausgrabungen, die um 1930 begonnen wurden, heute das seltene Bild einer hellenischen Wohnstadt. Obwohl nur spärliche Reste von Tempeln erhalten sind, lohnt sich ein Besuch nicht zuletzt wegen der Aussicht. Vom höchsten Punkt aus gesehen, scheint die imposante Anlage geradezu auf dem Meer zu schwimmen. Das nahe Wasser ist hier übrigens so ruhig, dass sich nach einem Essen mit viel Mezé, den reichhaltigen Vorspeisen, in einer der beliebten Strandtavernen, eine ausgediente Siesta inklusive Bad geradezu aufdrängt.

Bevor man wieder in den Trubel von Rhodos-Stadt eintaucht, kann man noch den Filérimos-Hügel über der antiken Stadt Ialyssos besuchen. Denn hier wurde der im Altertum berühmte mehrfache Olymiasieger Dorieus geboren, der die Gründung von Rhodos initiierte und am Westrand des Hügels mit einem Denkmal geehrt wird. Und hier wurde auch das frühbyzantinische Kloster auf die antiken Trümmer gesetzt, von den Italienern restauriert, die erneut Franziskanermönche ansiedelten. Auf sie geht der wohlschmeckende Kräuterlikör «Sette Erbe», sieben Kräuter, zurück, der noch heute am Eingangskiosk verkauft wird.

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