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Als wäre er ein Held

Postkarte aus Georgien: In der Stadt Gori steht ein ganz besonderer Tempel.
Julia Nehmiz

Es wurde tatsächlich ein Tempel drumherum gebaut. Die niedrige, schäbige Bauernkate wird schützend umstrahlt. Schlanke Säulen, Stuck und Buntglas- decke überm Hüttchen. Nach vorne öffnet sich der Blick zum Park. Eine Touristengruppe schiebt sich ins Bild: Handys gezückt, schnell ein Selfie, schon strömt die nächste Gruppe heran. Weiter geht’s ins Museum hinterm Tempel. Prächtige Kronleuchter, rote Teppiche und Hunderte von Devotionalien. Seine Pfeife, seine Lieblingszigaretten, seine Taschenuhr. Briefe, Schriften, Dokumente, Geschenke, Wandteppiche. Im Museumsshop: Streichholzschachteln, Tassen, T-Shirts mit seinem Konterfei. Fast muss man sich zwicken: Ja doch, kein Traum. Es ist 2018, es ist Gori, die stolze Geburtsstadt des berühmtesten Georgiers. Das Museum zu Ehren des grossen Sohnes: ein Heiligtum. Streichholzschachteln kaufen wir dann bei einer Strassenhändlerin, als ironisches Souvenir, ist ja bald Weihnachten. Unter seinem strengen Blick lassen sich sicher prima Christbaumkerzen anzünden – Stalin.

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