«Assassin's Creed Odyssey»: Unter Griechen

Am 5. Oktober erscheint das neuste Werk aus der Assassin's-Creed-Reihe. Wir konnten bereits einen ersten Blick auf den Griechen-Epos werfen.

Dominik Weingartner
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Das antike Griechenland ruft. Bild: PD

Das antike Griechenland ruft. Bild: PD

Ein Jahr nach dem Ausflug ins alte Ägypten führt uns Ubisoft mit «Assassin's Creed Odyssey» ins antike Griechenland. Die Handlung spielt zur Zeit der Peloponnesischen Kriege zwischen Athen und Sparta. Dieser Konflikt steht im Zentrum des Geschehens - neben dem persönlichen Schicksal des Helden bzw. der Heldin.

Dies ist eine der revolutionärsten Änderungen gegenüber dem im Vorjahr erschienen «Origins». Gleich zu Beginn muss der Spieler wählen, ob er die Story mit einer männlichen oder weiblichen Hauptfigur spielen will. Diese Entscheidung kann später nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Detailreich Landschaften. Bild: PD

Detailreich Landschaften. Bild: PD

Ansonsten erinnert vieles im Spiel an «Origins». Wieder müssen Banditennester oder Militärposten erobert und geplündert werden. Der Charakter kann sich aufleveln, auch die Waffen und Rüstungen sind in Level aufgeteilt. Zudem können neben der Hauptstory unzählige Nebenquests gespielt werden. Die Spielzeit beträgt je nach Gusto 70 bis 100 Stunden.

Atemberaubende Optik

Was auch dem Vorgänger vom Vorjahr ähnelt, ist die fantastische Optik. Die Spielwelt ist sehr gross und sieht atemberaubend aus. Das antike Griechenland wird wunderbar in Szene gesetzt. Auch die Fauna spielt eine zentrale Rolle. So muss gejagt werden und es lauern gefährliche Wildtiere in den Wäldern und im Mittelmeer. Anstelle von Krokodilen und Löwen sind es diesmal aber Haie und Wölfe. 

Ausufernde Seeschlachten. Bild: PD

Ausufernde Seeschlachten. Bild: PD

Wie es die Tradition von Assassin's Creed will, legt Ubisoft auch bei «Odyssey» viel Wert auf die Einbindung von bekannten Ereignissen und Figuren aus der Zeit, in der das Spiel angesiedelt ist. So beginnt das Spiel mit einer längeren Sequenz zur Schlacht zwischen Sparta und Persien - in der Popkultur seit dem Hollywood-Film «300» bestens bekannt - mit dem legendären König Leonidas in der Hauptrolle.

Der spielbare Hauptcharakter - Alexios oder Kassandra - ist unter Spartanern aufgewachsen, wurde jedoch als kleines Kind verstossen. Das bringt natürlich einiges Potenzial für dramatische persönliche Schicksalentscheidungen mit sich. Schon ziemlich früh in der Story begegnet man dem Vater, der einen von der Klippe geworfen hat.

Beeinflussbare Story

Positiv fällt auf, dass die Seefahrt und Seeschlachten in «Odyssey» eine grössere Rolle spielen als im Vorgänger. Spätestens seit dem sehr beliebten Piraten-Epos «Assassin's Creed: Black Flag» wünschen sich viele Fans der Reihe die Rückkehr von ausufernden Seeschlachten. Dieser Wunsch wird in «Odyssey» erfüllt.

Schlachten zwischen Athen und Sparta. Bild: PD

Schlachten zwischen Athen und Sparta. Bild: PD

Eine weitere Neuerung sind die Dialogoptionen. Man kann in einem Gespräch mit einem Auftraggeber entscheiden, wie viele Informationen man haben will oder gleich losschlagen. Auch kann der Verlauf der Story mit Entscheidungen massgeblich beeinflusst werden. 

Alles in allem ist «Odyssey» ein geglücktes Spiel der Assassin's-Creed-Reihe. Das Spiel schreitet den Weg hin zu einem Rollenspiel, der bereits mit «Origins» eingeschlagen wurde, konsequent fort. Das Spiel ist sehr umfangreich, man bekommt etwas für sein Geld.

Unnötiger Gegenwartsbezug

Was auch zur neuen Creed-Reihe gehört, ist die Abkehr vom klassischen Zweikampf zwischen Assassinen und Templern, der das Spiel über ein Jahrzehnt lang stark geprägt hat. Zudem irritiert, dass in «Origins» der Ursprung der Assassinen-Bruderschaft dargestellt worden ist - nur um im nächsten Spiel noch einmal 400 zurück in der Zeit zu reisen. «Odyssey» ist also quasi die Vorgeschichte der Vorgeschichte.

Diesen Weg könnte man insofern konsequenter gehen, als dass man endlich auf die Gegenwarts-Sequenzen verzichten könnte. Diese sind zwar nicht mehr so mühsam wie bei den Vorgängerspielen. Auf sie verzichten könnte man aber allemal, da sie wenig zur Story beitragen und darum eher nerven.