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Weekend-Tipp Oberschwaben:
Wellness mit Schwester Yvonne

Beschaulich liegt Oberschwaben im Hinterland des Bodensees, prunkt mit barocken Bauten, modernen Thermalbädern – und paradiesischer Natur.
Bettina Kugler
Liebliche Landschaft in Oberschwaben und im Württembergischen Allgäu. (Bild: Bad Waldsee Tourismus)

Liebliche Landschaft in Oberschwaben und im Württembergischen Allgäu. (Bild: Bad Waldsee Tourismus)

Verschnörkelte Formen schmücken die Wallfahrtskirche in Steinhausen. (Bild: Oberschwaben Tourismus)

Verschnörkelte Formen schmücken die Wallfahrtskirche in Steinhausen. (Bild: Oberschwaben Tourismus)

Barock und Sinnlichkeit gehören zusammen. Dicht an dicht reihen sich die Perlen klösterlicher Baukunst entlang der Oberschwäbischen Barockstrasse: helle und lichtdurchflutete, mit Stuck und Putten üppig ausgezierte Kirchen wie die Birnau bei Überlingen, oder, etwas weiter nördlich, die Basilika Weingarten. Nicht weniger spektakulär sind die Bibliothekssäle der Klöster Wiblingen und Schussenried. Zu recht ist Steinhausen stolz auf «die schönste Dorfkirche der Welt». Dabei hält man sich in der katholisch geprägten Region eher zurück mit vollmundigen Superlativen. «Understatement» tönt zwar nicht Schwäbisch, trifft aber die Mentalität der Oberschwaben ziemlich gut. Sie gelten als fleissig und sparsam, wissen aber auch zu geniessen und zu entspannen – das merken wir auf dieser Reise schnell. Sie hängen die Vorzüge ihrer Region nicht an die grosse Glocke. Sie erfreuen sich daran.

Schwester Yvonne führt durch den Sinn- und Sinnesparcours

Ein Grund mehr, weswegen die Gegend zwischen Ravensburg, Biberach und Wangen im Allgäu für viele erst noch zu entdecken ist. Beschaulich und ruhig wirkt das Hinterland der Ferienregion Bodensee und hat doch viel zu bieten: kleine Städte mit gut erhaltenen bauhistorischen Schätze, heisse Thermalquellen und Moore, liebliche Wiesen und sanfte Hügel, die auch mit Velo ohne Elektromotor gut zu schaffen sind. Herzhafte Spezialitäten und Köche, die sie weltläufig und zeitgemäss auf den Teller bringen. Heilbäder und Sternehotels, die Wellness oberschwäbisch buchstabieren: als Wohlergehen von Körper und Seele. Bestes Beispiel dafür ist das Parkhotel Jordanbad am Rand von Biberach.

Die Thermalquelle war bereits zur Zeit der Kreuzzüge bekannt; das Heilbad verdankt sich dem Pioniergeist von Ordensschwestern aus dem nahe gelegenen Kloster Reute. Sie eröffneten 1889 die erste ärztlich geleitete Kneipp’sche Wasserheilanstalt in Deutschland. Noch immer leben Franziskanerinnen hier. Inmitten der gerade renovierten modernen Hotel- und Bäderanlage steht ihre neoromanische Kirche. Darin lassen sich viele Paare aus dem Umland trauen, Hotelgäste nehmen am Gottesdienst teil oder gönnen sich nach Bädern und Massagen noch Seelenwellness. Vor der Sinn-Welt erwartet uns Schwester Yvonne und führt uns in die Jurte im Eingangsbereich des Sinnesparcours für Kinder und Menschen jeden Alters. Das Museum bietet eine Erlebnisreise auf 1500 Quadratmetern. An 70 Mitmachstationen geht es um Klang und Schwingung, um optische Täuschungen und die Wahrnehmung des eigenen Standortes: um handgreifliche und sinnliche Erfahrung dessen, was wichtig ist im Leben.

"Mensch, freue dich!"

Dazu ermuntert Schwester Yvonne, wenn sie Besucher durch die Sinn-Welt führt – und diesen Satz strahlt sie so fröhlich lebensklug und überzeugend aus wie ihren Glauben. Missionieren hat sie nicht nötig.

Thermen, Moorbäder und Salz aus dem Toten Meer

Das Bad bietet neben Thermalbecken mit Lichtspielen und Unterwassermusik eine grosszügige Saunalandschaft, wechselnde Düfte im Aroma-Pool, einen Quelltopf und ein Solebecken mit Salz aus dem Toten Meer und ein vielfältiges Wellnessangebot, darunter Gesichts- und klassische Rückenmassagen. Gut baden lässt sich aber auch in der Waldsee-Therme. Kneippkuren haben hier ebenfalls Tradition; hinzu kommen Mooranwendungen, Physiotherapie und Check-up-Angebote. Der Sportmediziner Markus Kaulingflecks führt uns durch einen beeindruckenden Gerätepark: Wer hier den Körper gesund in Bewegung bringt, lässt dabei auch die Seele baumeln.

Der Schwabe aber denkt bei «Seele» immer auch an das mit Salz und Kümmel bestreute Gebäck, gern mit Griebenschmalz bestrichen und einem Glas kühlem Beerenmost zum «Veschper» genossen. Das verrät uns Marie Gelder beim kulinarischen Stadtspaziergang durch Bad Saulgau, einer weiteren Station der Badereise durchs barocke Oberland. Das «Bad» hat die kleine Stadt im Jahr 2000 zugesprochen bekommen; im Saunabereich der Sonnentherme steht demnächst ein Facelifting an, dabei sind die Anlagen keineswegs veraltet. Doch die Bäder ringsum legen die Latte hoch.

Naturfreunde können den Thermenbesuch mit weitläufigen Themenwegen in unmittelbarer Nähe verbinden: 2011 wurde Bad Saulgau zur Landeshauptstadt der Biodiversität gekürt. Was sich nicht nur an Biotopen und Beobachtungsstationen zeigt. Sondern auch an den Kräuterpflanzkübeln im Städtchen und der artenreichen Begrünung im Siedlungsraum.

Infos: Zwischen Allgäu, Bodensee und Schwäbischer Alb

Von der Schweiz aus ist Oberschwaben nahe genug für ein Wochenende; ein längerer Aufenthalt lohnt sich aber und ist erschwinglich.
Die Anreise empfiehlt sich über Bregenz/Lindau oder über Konstanz, mit öffentlichem Verkehr über Konstanz oder Romanshorn/Friedrichshafen. Ein vielfältiges Wellness-Angebot lässt sich in den Bädern buchen: der Waldsee-Therme mit Spa, Moorbädern und Rassoul (Dampfbad mit Heilschlamm), dem Jordanbad in Biberach (Therme, Sauna, Massagen und Vierstern-Wellnesshotel in einer idyllischen Parkanlage) oder der Sonnenhof-Therme Bad Saulgau (schwefelhaltige Quelle, Sauna, Klangschalen-Massage), Übernachtung im Hotel Kleber Post: die erlesene Bibliothek erinnert an Treffen der Gruppe 47 in Saulgau. Historische Stadtführungen gibt es in Biberach und Bad Saulgau; eine Fülle regionaler Produkte und Spezialitäten bietet der Biberacher Markt an Samstagen. (bk.)

Dieser Text entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der Tourismus Oberschwaben Allgäu eingeladen hatte.

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