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Der letzte lebende Pilot der «Schaffhauser»-Bomber erzählt

Der Amerikaner George Insley ist der letzt lebende Pilot der Bomberstaffel, welche 1944 Schaffhausen bombardierten. Der heute 96-jährige ist mit einer Ostschweizerin verheiratet.
George Insley of Green served as a major in the Army Air Corps piloting B-24 Liberator bomber planes in Europe during World War II.

George Insley of Green served as a major in the Army Air Corps piloting B-24 Liberator bomber planes in Europe during World War II.

Letzter lebender Pilot  In den B-24-Liberator-Bombern der US Luftwaffe, die an jenem 1. April 1944 die Stadt Schaffhausen an griffen, sassen fast ausnahmslos junge Piloten im Alter von 20 Jahren, manche noch jünger. Im Rahmen der Recherchen zu seinem Buch hat der Historiker Matthias Wipf den letzten noch lebenden Piloten ausfindig gemacht, der damals im Einsatz war. «Ich stand mit verschiedensten Privatforschern in den USA und in England sowie mit Veteranenorganisationen in Kontakt. Und plötzlich stellte sich über x Ecken heraus, dass mit George Insley, einem 96-jährigen Mann aus dem US-Bundesstaat Oregon, noch ein Pilot lebt.»

Er flog über 52 Einsätze

Das musste der Historiker zuerst anhand der Quellen, etwa der Crewlisten aus Archiven, verifizieren. «Und wirklich: Insley war einer der Piloten der Staffel, die damals um 10.55 Uhr Schaffhausen bombardierte», so Wipf. «Dass ich ihn noch persönlich über seine Erinnerungen befragen konnte, war ein absoluter Glücksfall.» Als Lead Pilot flog George Insley während der Kriegsjahre insgesamt 52 Einsätze, für die meisten anderen war bei 30 Schluss. Auch nach dem Krieg war er noch als Berufspilot tätig.

Es beschäftigt ihn immer noch sehr

Er wohnt heute mit seiner Frau, deren Familie – Ironie des Schicksals! – aus der Ostschweiz stammt, im Bundesstaat Oregon. Das damalige Fehlbombardement beschäftige den letzten lebenden Bomberpiloten noch sehr, so Wipf:

«Er sagte mir, er bete oft für die Angehörigen der damaligen Opfer.»

Zwar hätten die Bomberbesatzungen an jenem 1. April gewusst, dass sie sich nicht über Ludwigshafen, dem Missionsziel, befanden. Als sie dann aber unter den Wolken «eine Stadt mit Industrieanlagen an einem Fluss» erkannten, hätten die Piloten geglaubt, es handle sich um ein sogenanntes «Gelegenheitsziel» in Süddeutschland. Der Schock sei riesig gewesen, als sie nach der Rückkehr auf ihre Luftwaffenbasis in Shipdham erfuhren, dass sie eine Schweizer Stadt getroffen hatten. «George Insley sagte mir, er könne sich bis heute nicht richtig erklären, wie man so weit vom Ziel habe abkommen können.»

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