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AUTOMESSE: Happy End in Hollywood

An der letzten grossen Automesse des Jahres, die heute in Los Angeles startet, fallen viele deutsche Autos auf. Gut gelaunt sind auch die Amerikaner, die momentan viele Autos verkaufen.
Thomas Geiger
In Los Angeles wird die neuste Corvette ZR1 präsentiert: 765 PS Leistung, 1000 Newtonmeter Drehmoment. (Bild: Chris Carlson/AP)

In Los Angeles wird die neuste Corvette ZR1 präsentiert: 765 PS Leistung, 1000 Newtonmeter Drehmoment. (Bild: Chris Carlson/AP)

Thomas Geiger

Die Absätze sind zwar auf Rekordhöhe, doch die Stimmung in der Autobranche ist im Keller: In Deutschland kocht noch immer die Dieselsuppe und der Kartellskandal, weltweit drücken die CO2-Auflagen und in Amerika feiern sie Elon Musk als Messias, obwohl er sein Tesla Model 3 partout nicht in den angekündigten Stückzahlen auf die Strasse bekommt. Doch zumindest zur letzten Messe der Saison schleicht sich noch einmal ein Lächeln auf das Gesicht der Autobosse. Denn wir sind in Los Angeles, Hollywood ist nur einen Steinwurf entfernt, der Ort schöner Träume.

Die beinahe surreal gute Stimmung hat allerdings noch einen anderen Grund: Der amerikanische Markt im Allgemeinen und der in Kalifornien im Speziellen boomt und obwohl sie hier gerne Tesla fahren oder zur Not Toyota Prius und Nissan Leaf, haben sie unverändert viel Lust auf Luxus und Leistung und spülen gerade den deutschen Herstellern Geld in die Kasse.

Die fahren deshalb in Los Angeles auch grösser auf als der Rest der Welt – nicht umsonst zelebriert Mercedes hier die Premiere des neuen CLS. Bei BMW wird es nach vier Jahren endlich Zeit für die offene Version des i8, der als erster elektrischer Roadster nirgends besser aufgehoben ist als auf dem Pacific Coast Highway. Und Porsche dankt den Kaliforniern ihre Treue mit der Weltpremiere für die GTS-Version der 718er-Baureihe. Die hat zwar auch nur vier Zylinder, punktet jetzt aber immerhin mit 365 PS.

Audi dagegen zeigt nur noch einmal den frischen A7, der zumindest noch auf keiner Messe zu sehen war, und bei VW stehen zum ersten Mal alle drei ID-Modelle gemeinsam auf einer Bühne. «Da sieht man, wie unsere elektrische Zukunft Gestalt annimmt», sagt VW-Sprecher Christian Buhlmann mit Blick auf den konventionellen ID, den ID Buzz und den ID Crozz, der als elektrisches CrossOver zumindest in den USA den Anfang machen wird.

Neben dem Engagement der Deutschen fallen die anderen Importeure auf dem US-Markt weniger auf: Ein gestreckter Lexus RX mit etwas mehr Platz auf der Rückbank, der kleine Nissan Kicks als braver US-Nachfolger des schrägen Juke oder ein Facelift für den bereits zweimal überarbeiteten Mazda 6 sind die bemerkenswertesten Neuheiten. Und der Infiniti QX50 sorgt als Herausforderer für Mercedes GLC, Audi Q5 und BMW X3 für Aufsehen – wegen seines markanten Designs und mehr noch wegen seines Motors. Ihn treibt der erste Benzinmotor mit variabler Verdichtung an.

Jeep zeigt den neuen Wrangler

Es lohnt sich auch der Blick zu den US-Marken. General Motors zeigt mit der neuen Corvette ZR1 den vielleicht schärfsten Sportwagen, den sie in Detroit je gebaut haben. Schliesslich hat der 765 PS und fast 1000 Nm und ist gut für einen Sprintwert von weniger als drei Sekunden. Und bei FCA geht eine Legende in die nächste Runde. Denn nach rund zehn Jahren präsentiert Jeep den neuen Wrangler und bleibt den alten Idealen treu. Denn auch nach über 70 Jahren sieht der Jeep, den es mit einem 197 PS starken Diesel, einem neuen Zweiliter-Turbo mit 270 PS und einem 3,7 Liter grossen V6 mit 285 PS geben wird, noch beinahe so aus wie am ersten Tag.

Was die Stimmung ebenfalls hebt: Es gibt keine Bösewichter. Demonstranten wie bei der IAA in Frankfurt sucht man auf der LA Autoshow vergebens und Spielverderber wie Elon Musk lassen sich hier nicht sehen. Obwohl die Zahl der Neuheiten überschaubar ist, muss sich die Messe keine Sorgen machen.

Audis Elektro-Roadster i8. (Bild: tg)

Audis Elektro-Roadster i8. (Bild: tg)

Markanter Infiniti QX50. (Bild: tg)

Markanter Infiniti QX50. (Bild: tg)

Frischer Mazda 6. (Bild: tg)

Frischer Mazda 6. (Bild: tg)

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