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AUTOMOBIL: Die achte Generation des Rolls-Royce ist auf dem Markt

Auch in der achten Generation des Rolls-Royce Phantom gibt es noch ein Fach mit Raumtemperatur für Whisky oder Cognac. Allerdings ist auch vieles neu im britischen Luxuswagen.
Thomas Geiger
EIn Auto für die Majestät: Der neue Rolls-Royce Phantom. (Bild: tg)

EIn Auto für die Majestät: Der neue Rolls-Royce Phantom. (Bild: tg)

Für Designchef Giles Taylor ist er ein Kunstwerk auf Rädern und für Markenvorstand Torsten Müller-Ötvös ein Meisterstück. Doch so ein banaler Begriff wie Auto kommt den beiden Rolls-Royce-Männern nur widerwillig über die Lippen. Das liegt daran, dass sich der neue Phantom bei Preisen ab 446'250 Euro für die Standard- und 535'500 Euro für die um noch einmal 22 Zentimeter gestreckte Version mit «Extended Wheelbase» eher auf dem Niveau von Immobilien bewegt.

Die mit ihren 92 Jahren älteste und berühmteste Limousine der Welt lässt selbst Prunkwagen vom Schlage eines Maybach oder Mulsanne gewöhnlich wirken. Dieses Unwirkliche gehört zum Wesen eines Rolls-Royce, genau wie die legendäre Kühlerfigur, die auf Knopfdruck aus den Tiefen des silbernen Tempels auftaucht, den der Phantom vor der breiten Brust trägt.

Kein Mucks dringt mehr nach drinnen, so gründlich haben die Entwickler die Karosserie mit Dämmstoffen gepolstert, so dick ist das Isolierglas in allen Fenstern und so weich sind die speziell ausgeschäumten Reifen. Und ob der Phantom schwebt, kann man kaum ermessen, so sänftengleich arbeitet die Luftfederung, die mit ihren Kameras die Strasse liest und sich deshalb schon im voraus auf alle Eventualitäten einstellt.

Auf Turbotechnik umgestellter Zwölfzylinder

Selbst der Motor hat etwas Magisches. Dabei muss der auf Turbotechnik umgestellte Zwölfzylinder mit seinen 6,75 Litern Hubraum kräftig arbeiten, um den mit seinen standardmässig 5,76 und «extended» 5,98 Metern nicht nur endlos langen, sondern bei rund 2,6 Tonnen auch schweren Wagen in bestenfalls 5,3 Sekunden auf Tempo 100 zu wuchten. Doch wenn der Chauffeur ein bisschen Feingefühl im Fuss hat, dann erledigen die 571 PS und die imposanten 900 Nm dies majestätisch und mühelos.

Chefingenieur Robert Kahlenberg schwärmt von der neuen Allradlenkung. Daran möge sich bitte ein dienstbarer Geist erfreuen, genauso wie an dem ebenso zeitgemässen wie stilbrechenden Digitalcockpit oder der Panoramakamera auf dem versenkbaren Infotainment-Bildschirm.

Hinten versinken die Füsse im knöcheltiefen Flies, aus dem sich auf Knopfdruck eine entspannende Raste erhebt, der Rücken reibt sich an wunderbar weichem Leder, für die Langversion gibt es jetzt Liegesessel wie in der Fristclass des Fliegers, wie auch auf der Rücklehne der Vordersitze zwei grosse Bildschirme hervorsurren – selbst wenn es in mehr als fünf Jahren Entwicklungszeit offenbar doch nicht für Touchscreens gereicht hat.

Natürlich gibt es noch ein gekühltes Barfach in der Lücke zwischen den beiden Sitzlehnen, selbstredend haben die Briten noch ein zweites Fach mit Raumtemperatur für Whisky oder Cognac samt passender Schwenker, und wie eh und je steuert man die Klimaanlage mit wunderbar anachronistischen Rändelrädern.

Eine neue Plattform, ein neuer Motor, eine neue Elektronik, ein neues Design und Ambiente – es gibt nicht viel, was Rolls-Royce vom Phantom VII übernommen hat. Doch am Anspruch an den Luxusliner hat sich mit dem Generationswechsel nichts geändert. Wie schon bei der Premiere des ersten Phantoms im Jahr 1925 gebe es auch für den neuen nur ein Ziel, sagt Firmenchef Torsten Müller-Ötvös: Der Phantom verteidigt seinen Ruf als das beste Automobil der Welt.

Thomas Geiger

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