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Baden wir bald auf dem Mars?

Italienische Forscher haben mittels Raumsonde einen Salzsee auf dem Mars entdeckt – unter dem Eis am Südpol des Roten Planeten. Gibt es doch Leben auf dem sonst meist staubtrockenen Nachbarplaneten?
Roland Knauer
Mit Radarstrahlen durchleuchteten italienische Forscher von einer Raumsonde aus das Eis über dem Südpol des Mars. Sie fanden einen 20 Kilometer grossen Salzsee. (Bild: ESA, INAF/Davide Coero Borga – Media INAF)

Mit Radarstrahlen durchleuchteten italienische Forscher von einer Raumsonde aus das Eis über dem Südpol des Mars. Sie fanden einen 20 Kilometer grossen Salzsee. (Bild: ESA, INAF/Davide Coero Borga – Media INAF)

Es müssen ja nicht gleich kleine grüne Männchen sein, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so einige Science-Fiction-Autoren auf dem Mars vermuteten. Einige winzige Mikroorganismen oder deren sterbliche Überreste würden heutigen Forschern bereits für eine Sensation genügen: Leben gibt es nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten.

Die Chancen für eine solche Entdeckung sind jetzt gestiegen: Roberto Orosei vom Nationalen Institut für Astrophysik im italienischen Bologna und seine Kollegen berichten in der Fachzeitschrift «Science» von Radarmessungen, mit denen sie unter dem mächtigen Eisschild, das die Region um den Südpol des Mars bedeckt, einen 20 Kilometer grossen Salzsee entdeckt haben.

Vielleicht liegt dort unten auch ein Schlammsee, das können die Forscher nur mit Hilfe der Radarstrahlen nicht so genau unterscheiden. Jedenfalls aber scheint es unter der eineinhalb Kilometer dicken Eisdecke flüssiges Wasser zu geben. Diese Nachricht elektrisiert nicht nur Naturwissenschafter, die sich mit Leben ausserhalb unserer Erde beschäftigen und wissen: Kein Organismus hierzulande kann ohne flüssiges Wasser existieren. Die Suche nach Leben lohnt sich nur, wo es Wasser gibt.

In seiner Jugend könnte der Mars Meere gehabt haben

Nun ist diese Substanz im Weltraum gar nicht so selten. Nur ist sie eben oft nicht flüssig: Auf dem Planeten Venus ist es mit mehr als 400 Grad Celsius höllisch heiss, Wasser verdampft dort, und die infernalische Hitze würde alles, was wir von der Erde kennen, ­töten. Auf den Monden, die um die äusseren Planeten unseres Sonnensystems Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun kreisen, gibt es zwar reichlich Wasser. Nur sind diese Himmelskörper so weit von der Sonne entfernt, dass es dort bitterkalt ist und die Monde nicht von Ozeanen, sondern von dickem Eis bedeckt sind.

Unter den einigen tausend Planeten, die um Sterne weit ausserhalb unseres Sonnensystems kreisen und die Forscher bisher mit raffinierten Methoden aufgespürt haben, könnte der eine oder andere ähnlich wie die Erde Meere aus flüssigem Wasser auf seiner Oberfläche haben. Auch könnte das von dort kommende Licht den Wissenschaftern verraten, ob es dort Leben gibt. Um ­herauszubekommen, ob es sich dabei um grüne Männchen, Mikroorganismen oder anderes handelt, müsste man aber mit oder ohne Besatzung zu einer Jahrtausende langen Reise ohne Wiederkehr aufbrechen.

Den Mars dagegen erreichen Raumfahrzeuge in einigen Monaten. Die Oberfläche des Planeten sieht heute überall staubtrocken aus, das war aber nicht immer so: In seiner Jugend könnte der Mars ähnliche Flüsse, Seen und Meere wie die Erde gehabt haben. Trockentäler und Seebecken kann man noch heute auf der Oberfläche erkennen. Nur gab es bisher keine Hinweise auf grössere Mengen flüssigen Wassers.

Auch auf der Erde gibt es Seen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurden. Sie liegen unter dem Eispanzer der Antarktis und wurden Ende des 20. Jahrhunderts von schottischen und russischen Forschern mit Radarstrahlen gefunden, die Eis anders als flüssiges Wasser durchdringen.

Salze halten Wasser sogar bei minus 70 Grad flüssig

Mit dem Radargerät an Bord der um den Roten Planeten kreisenden Sonde «Mars Express» der Europäischen Weltraumorganisation ESA konnten Roberto Orosei und seine Kollegen jetzt unter einer 1500 Meter dicken Eisschicht am Südpol des Mars flüssiges Wasser nachweisen. Allerdings liegen die Temperaturen dort unten bei minus 68 Grad Celsius und viel zu tief, um flüssiges Wasser zu ermöglichen. Es sei denn, es handelt sich um eine Salzbrühe, die «Perchlorate» enthält. Mit diesen Salzen kann Wasser unter dem Druck der Eisdecke bis minus 74 Grad Celsius flüssig bleiben.

Fragt sich nur, wie man mögliches Leben unter dem Eis des Mars nachweisen könnte. 1500 Meter tief bohren – für eine Mars-Expedition in absehbarer Zukunft kaum möglich. Fliesst das Eis langsam, könnte es das Leben und seine Reste aber an die Oberfläche tragen. Man kennt das von den Eismonden bei Tiefsttemperaturen: Flüssiges Wasser schiesst wie bei einem Geysir auf der Erde an die Oberfläche.

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