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BALEAREN: Ibiza ist viel mehr als nur Party

Ibiza ist bekannt als Vergnügungsinsel, als Prominententreff und als Party-Mekka. Stimmt alles. Doch Ibiza bietet auch abgeschiedene Täler mit luxuriösen Fincas, Orangenbäumen und Wanderwegen zwischen üppigen Olivenhainen.
Egal, wo auf der Insel man gerade ist: Es gibt immer einen herrlichen Sandstrand oder eine zerklüftete kleine Bucht. (Bild: Angela Allemann)

Egal, wo auf der Insel man gerade ist: Es gibt immer einen herrlichen Sandstrand oder eine zerklüftete kleine Bucht. (Bild: Angela Allemann)

Text und Bilder Angela Allemann

Die Überraschung ist perfekt. Mitten in der Insel, etwas westlich vom Dörfchen Santa Gertrudis de Fruitera gelegen, befindet sich das Landhaus Cas Gasi auf einem vier Hektar grossen Areal. Hier hat sich Margaret von Korff, Spanierin deutschen Ursprungs, vor gut zehn Jahren einen Traum erfüllt und zusammen mit ihrem Mann, Luis Trigueros Juan, die ehemalige Familienresidenz mit viel Liebe zum Detail in ein luxuriös ländliches Boutique-Hotel umgewandelt. «Die Kinder sind längst erwachsen, wir wollten dem traditionellen Haus eine neue Bedeutung geben», erklärt die Gastgeberin.

Dabei hat sie die ibizenkische Architektur nicht aus den Augen verloren. Typische Elemente wie die grosszügigen Veranden und Terrassen, die dicken Mauern und die Holzdecken aus Sabinabalken wurden beibehalten. Souvenirs wie ein kunstvoller Marmortisch aus Florenz, Teppiche aus Afghanistan und der Türkei setzen interessante Kontrapunkte; der opulente Swimmingpool und Wellnessangebote sorgen für den modernen Touch, ihr Rosengarten für den betörenden Duft.

Das Schönste ist jedoch die liebliche Landschaft ringsum. Der herrliche Blick über die mediterranen Pinienwälder, Olivenhaine und Orangenbäume, die den ganzen Sommer über duften, ist überwältigend. Auf der Hälfte des Anwesens werden biologische Landwirtschaftsprodukte angebaut. Kein Wunder, schmeckt die mediterrane Küche im Restaurant des Hauses besonders gut. Stolz ist Margaret von Korff denn auch auf die 450 Olivenbäume, die ein schön fruchtiges Öl abgeben, kaltgepresst und naturbelassen. Nein, ein klassisches Hotel ist das «Cas Gasi» nicht, eher ein sehr persönlicher Rückzugsort, an den man nach spannenden Ausflügen quer über die Insel gern zurückkommt.

Nach Regen ein Blumenteppich

Denn die zentrale Lage macht alles möglich, etwa Ausflüge über die sattgrünen Hügel mit ihren knorrigen Feigen-, Affenbrot- und Mandelbäumen. Dazwischen immer wieder Kiefern, Pinien und windgepeitschte Sabinabäume. In der Buschlandschaft, der Macchia, finden sich rosafarbene Zistrosen, Lavendel, Thymian und Rosmarin sowie wilder Fenchel. Und wenn es wider Erwarten geregnet hat, legt sich sofort ein gigantischer Blumenteppich über die gesamte Insel, in Weiss, Gelb oder auch Rosarot.

Irgendeinen fahrbaren Untersatz sollte man schon haben, um über weite kurvige Strecken diese Pracht zu bewundern. Kürzere Strecken sind aber auch per Velo oder zu Fuss machbar, zwischen Sant Mateu d’Albarca und Santa Agnes etwa. Die würzige Kiefernluft zwischen beiden Dörfern ist fast betäubend, und hier wie dort laden frisch gekalkte Häuser und stolze Kirchen zum Verweilen ein. Tranquilidad, Stille und Ruhe, ist angesagt, auch in den rustikalen Restaurants, die eine bodenständige und nahrhafte Küche bieten, meist mit grossartigen Aussichten auf die hügelige Landschaft.

Hexenkessel voller Touristen

Jeder wird irgendwann Eivissa, die Hauptstadt der Insel, besuchen wollen. Die trutzigen Bollwerke der am besten erhaltenen Küstenfestungsanlagen im Mittelmeerraum wurden 1999 zum Weltkulturerbe erklärt. Und die historische Altstadt, Dalt Vila genannt, ist voller Gassen und Monumente, die Burg etwa oder die Kathedrale. Ein riesiges Freiluftmuseum mit blendend weissen Häusern samt Blumengehängen, Tunneln, Plätzen, Türmen und Promenaden, das im Sommer zu einem brodelnden Hexenkessel mit Tausenden von Touristen wird; im August sind dann 330 000 Menschen auf der Insel, obwohl ganzjährig nur etwa 750 Personen in der Altstadt leben und 130 000 auf der ganzen Insel. Es lohnt sich, früh aufzustehen, denn immer wieder tun sich fantastische Blicke über die Stadt und den Hafen auf, die man ohne Menschentrauben geniessen möchte.

Das Gewimmel von Kreuzfahrtschiffen und Fähren, Segel- und Fischerbooten an der neuen Mole ist eine Show für sich. Jachtenschauen ist denn auch zu einem beliebten Volks- und Touristensport geworden. Wo kann man sonst die riesige Jacht eines saudi-arabischen Prinzen bewundern, die sechstgrösste der Welt, oder das gewaltige Segelschiff, das dem Besitzer des spanischen Bekleidungsimperiums Mango gehört? Ein schöner Spaziergang führt von der Marina am Botafoch-Leuchtturm vorbei zur Molenspitze an der Hafeneinfahrt.

Gäste wie einheimische Kids haben diese luftige Strecke längst für sich entdeckt; Hanfschwaden wabern durch die laue Nachtluft, während ein paar Strassen höher der Geruch des Geldes spürbar wird, in schicken Restaurants, Bars und Boutiquen. Hier gehts ums Sehen und Gesehenwerden und die Vorbereitung für eine lange Nacht. Und die gehört ganz klar den Partys. Von Juni bis September wird gefeiert, was das Geld hergibt. Eintritte sind teuer, Getränke auch. Megadiscotheken wie das «Pacha», «Privilege», «Amnesia» oder «Space» heizen einigen tausend Nachtschwärmern bis in den frühen Morgen tüchtig ein. Partyhotels wie das «Ushuaia» oder das Hard Rock Hotel am beliebten Playa d’en Bossa, direkt vor der Stadt, machen nichts anderes, als die partywütige Klientel zu bedienen.

Zeit für die vielen anderen Strände bleibt allemal. Wie viele es gibt, weiss wohl niemand so genau. Einige sind einfach zu erreichen, andere erfordern etwas Kletterarbeit, aber schön sind sie alle. Egal, ob rund um Sant Antoni de Portmany, dem Zentrum der Sommer-, Party- und Badeaktivitäten im Westen, oder bei dem ruhigeren Santa Eulalia im Osten, wo man den Hausberg mit der strahlend weissen Wehrkirche, Puig de Missa, unbedingt vor dem Bad erklimmen sollte.

So oder so, zum Sonnenuntergang muss man wieder im Westen der Insel an der Küste sein. Wenn der Feuerball die Klippen in leuchtendes Rot taucht, ist im teuren Café del Mar am Westende von Sant Antoni kein Halten mehr und jeder Platz besetzt. Lebenskünstler finden ihren Schauplatz jedoch überall an der zerklüfteten Westküste; ein Fläschchen mit einem perlenden Getränk in der Hand.

Wo die Neo-Hippies trommeln

Die Engländer waren die Ersten, die in den Dreissigerjahren die Baleareninsel für sich entdeckten. Ihnen folgten in den Sechzigern die ersten Aussteiger – die Hippies, die Sant Carles im Nordosten zu ihrem zentralen Treffpunkt machten. Heute lebt Ibiza zu 90 Prozent vom Tourismus. In der legendären Bar Anita am Kirchplatz fing alles an.

Noch heute isst und trinkt man hier zu sehr günstigen Preisen, gönnt sich einen Hierba, einen Kräuterschnaps, oder sitzt einfach und quatscht. Damals war die Bar auch die Post und der einzige Ort, wo man seine Poste Restante lagern, nach Hause telefonieren oder sich Geld überweisen lassen konnte. Die hölzernen Postfächer sind immer noch da, aber nicht mehr in Gebrauch. In Sant Carles sowie in Punta Arabi gibts die Hippiemärkte von damals, allerdings in moderneren und teureren Varianten. Immer noch schön anzusehen und stimmungsvoll, wenn auch ein bisschen aus der Zeit gefallen.

Alle Moden überlebt hat indes die weltweit beliebte Adlib-Mode, was so viel heisst wie: nach Belieben (lateinisch: ad libitum). Bequem und locker präsentiert sich der Stil, meist in hellen Farben, gern mit Rüschen und Spitzen. Kaum jemand, der ohne so ein luftiges Teil nach Hause fliegt. Und wer wissen möchte, wie die Neo-Hippies heute auf Ibiza feiern, nichts wie hin an den nördlichen felsigen Strand Cala Benirras, da trommeln sie sonntags wie eh und je. Erlaubt ist das eigentlich nicht. Aber auf Ibiza ist man nach wie vor sehr tolerant.

Vom Flower-Power-Markt zur Weindegustation

Anreise: Air Berlin, Swiss, Germanwings, Vueling und Iberia fliegen preisgünstig hin.

Hotels: Das Boutique-Hotel Cas Gasi ist eines von 16 Agroturismo-Gästehäusern der Insel; Landhäuser, die in den vergangenen zehn Jahren zu exklusiven Minihotels umgebaut worden sind. An die im gehobenen Segment angesiedelten Betriebe stellen die Behörden strenge Anforderungen. So muss die Finca vor 1940 errichtet worden sein, und die Betreiber dürfen nicht mehr als zwölf Gästezimmer anbieten. Ausserdem ist ein landwirtschaftlicher Betrieb zwingend.

www.casgasi.com
Adressen für weitere Landhäuser unter: www.thehotellists.com/Ibiza/Ibiza-style-finca

Restaurants: Gut und ländlich: «Can Cires» in Sant Mateu D`Albarca. «Can Berri Vell» in Sant Agusti. «Can Curreu» in Sant Carles de Peralta.
Direkt am Strand, sehr gute Fischgerichte: «Cana Sofia» in Cala Vedella. «Can Gat» in Sant Joan de Labritja.

Weindegustationen mit Tapas:
Weingut Sa Cova bei Sant Mateu D’Albarca.

Hippiemärkte: Ibiza ist für seine farbenfrohen Hippiemärkte bekannt. Flower-Power-Zubehör, farbenfrohe Taschen, handgemachte Bilder, das findet man dort alles. Las Dalias in Sant Carles de Peralta am Samstag. Es Canar in Punta Arabi am Mittwoch von April bis Oktober.
www.ibiza.travel

Von Januar bis Mai wachsen überall auf der Baleareninsel die schönsten Blumen – über zwanzig Orchideenarten –, und die Wiesen stehen in sattem Grün. Im Juni beginnt die Trockenheit. (Bild: Angela Allemann)

Von Januar bis Mai wachsen überall auf der Baleareninsel die schönsten Blumen – über zwanzig Orchideenarten –, und die Wiesen stehen in sattem Grün. Im Juni beginnt die Trockenheit. (Bild: Angela Allemann)

In den Sechzigerjahren kamen die Hippies: Dieser Spirit lebt bis heute weiter. (Bild: Angela Allemann)

In den Sechzigerjahren kamen die Hippies: Dieser Spirit lebt bis heute weiter. (Bild: Angela Allemann)

Aufgang zur Altstadt: Die Hauptstadt Eivissa verfügt über trutzige Bollwerke. (Bild: Angela Allemann)

Aufgang zur Altstadt: Die Hauptstadt Eivissa verfügt über trutzige Bollwerke. (Bild: Angela Allemann)

Bild: oas

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