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Baseball: Mit Basiskenntnissen kann aus anfänglicher Langeweile Spass werden

Die Wil Devils bestreiten am Sonntag auswärts gegen die Bern Cardinals ihre nächsten zwei NLA-Meisterschaftspartien. Mit den Romanshorn Submarines, den Wittenbach Vikings und den Rapperswil-Jona Bandits gibt es drei weitere Baseballclubs in der Ostschweiz. Die Schlagballsportart ist hierzulande noch wenig populär – auch weil das Regelwissen fehlt.
Tim Frei
Training der Wil Devils auf der heimischen Lindenhofanlage: Das nächste Heimspiel findet am 23. Juni statt, die Saison läuft noch bis Anfang Herbst. (Bilder: Urs Bucher)

Training der Wil Devils auf der heimischen Lindenhofanlage: Das nächste Heimspiel findet am 23. Juni statt, die Saison läuft noch bis Anfang Herbst. (Bilder: Urs Bucher)

Baseball zählt wie Basketball und American Football zu den beliebtesten Sportarten in den USA. In der Schweiz ist die Sportart dagegen weniger populär. Die besten Teams der US-Profiliga Major League Baseball wie die New York Yankees oder die Boston Red Sox sind zwar vielen Fans ein Begriff, doch vielmals heisst es: Baseball sei langweilig.

Dies liegt oft daran, dass man die Regeln nicht kennt. Bei einem Trainingsbesuch beim NLA-Club Wil Devils zeigt sich jedoch, dass für diesen Sport durchaus eine Faszination entstehen kann.

Neun Spieler pro Team, neun Durchgänge pro Partie

Baseball ist in der Tat nicht ganz einfach zu verstehen, doch mit ein paar Grundkenntnissen kommt schnell der Spass am Spiel. Es stehen sich in dieser Schlagballsportart zwei Teams à neun Spieler gegenüber.

Eine Partie besteht aus neun Durchgängen, sogenannte «Innings», wobei pro Umgang jedes Team einmal die Rolle der angreifenden Schlagmannschaft, einmal jene der verteidigenden Feldequipe übernimmt. Jenes Team, welches mehr Punkte sammelt, gewinnt – wobei nur die angreifende Equipe punkten kann.

Bis zu vier Punkte mit Homerun

Im Innenfeld wirft der Werfer der Verteidigung den Baseball in Richtung des 18,36 m entfernten Schlagmanns. Dieser versucht vom Schlagmal aus, den Ball zu treffen. Schlägt er ihn ins Feld, lässt er den Schläger fallen, sprintet entlang der vier je 27,43 m voneinander entfernten «Bases», soweit er kommt. Schafft es der Angreifer an die erste, zweite, dritte Base und gar noch zurück ans Schlagmal, holt er einen Punkt.

Auf der Lindenhofanlage: Ein Werfer der Wil Devils wirft den Ball in Richtung des Schlagmanns.Auf der Lindenhofanlage: Ein Werfer der Wil Devils wirft den Ball in Richtung des Schlagmanns.
Ein Catcher fängt den Ball.Ein Catcher fängt den Ball.
Ein Schlagmann trifft den Ball – und verhindert so einen Strike.Ein Schlagmann trifft den Ball – und verhindert so einen Strike.
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Baseball: Infield

Nach einem Homerun (Ball fliegt über die hintere Spielfeldbegrenzung) können der Schlagmann und alle weiteren auf einer Base postierten Angreifer ungehindert bis zum Schlagmal durchlaufen. Maximal sind also vier Punkte möglich.

Sind drei Schlagmänner «Aus», wird gewechselt

Ziel der verteidigenden Feldmannschaft ist es, den Schlagmann «Aus» zu machen. Sobald drei Angreifer draussen sind, wird gewechselt. Eine Möglichkeit, den Schlagmann zu eliminieren, ist der «Strike-out», für den drei Strikes nötig sind. Man spricht vom «Strike», wenn der Ball durch die «Strike-Zone» – ein imaginäres Feld über dem Schlagmal – geworfen und vom Schlagmann nicht getroffen wird.

Baseball: Der zwischen 142 bis 149 Gramm wiegende Ball ist von zwei weissen Lederstücken umhüllt, die mit roten Fäden zusammengenäht sind. Sein Inneres ist aus einem Korkkern und einem äusserst dicht darum gewickelten Faden zusammengesetzt.Baseball: Der zwischen 142 bis 149 Gramm wiegende Ball ist von zwei weissen Lederstücken umhüllt, die mit roten Fäden zusammengenäht sind. Sein Inneres ist aus einem Korkkern und einem äusserst dicht darum gewickelten Faden zusammengesetzt.
Catcher-Ausrüstung: Weil Profis den Ball mit bis zu 160 km/h werfen können, müssen die Fänger gut geschützt sein. Nebst einem Helm, einem Brustpanzer und einem Handschuh gehören auch Beinschoner dazu. Catcher-Ausrüstung: Weil Profis den Ball mit bis zu 160 km/h werfen können, müssen die Fänger gut geschützt sein. Nebst einem Helm, einem Brustpanzer und einem Handschuh gehören auch Beinschoner dazu.
Helm: Auch der Schlagmann muss einen Helm mit Ohrschutz tragen.Helm: Auch der Schlagmann muss einen Helm mit Ohrschutz tragen.
Handschuh: Alle Spieler der Feldmannschaft tragen einen Lederhandschuh – um den Ball zu fangen oder aufzunehmen. Der Schlagmann trägt in der Regel dünne Lederhandschuhe, um einen besseren Griff zu haben – und zur Blasenvermeidung.Handschuh: Alle Spieler der Feldmannschaft tragen einen Lederhandschuh – um den Ball zu fangen oder aufzunehmen. Der Schlagmann trägt in der Regel dünne Lederhandschuhe, um einen besseren Griff zu haben – und zur Blasenvermeidung.
Schläger: Der Baseballschläger ist aus Holz oder Composite. Er ist in der Regel 800 bis 1000 Gramm schwer und misst maximal knapp 107 cm.Schläger: Der Baseballschläger ist aus Holz oder Composite. Er ist in der Regel 800 bis 1000 Gramm schwer und misst maximal knapp 107 cm.
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Baseball: Ausrüstung

Auch ein Strike ist es, wenn der Ball nicht ins Spielfeld geschlagen wird. Wirft der Werfer den Ball nicht in die Strike-Zone und der Schlagmann schlägt ihn auch nicht, zählt dies als Fehlschlag – ein sogenannter «Ball». Bei vier Balls darf der Schlagmann um eine Base vorrücken.

Von «Fly-out» und «Tagged-out»

Kann die Verteidigung den abgeschlagenen Ball innerhalb des Feldes aus der Luft fangen, ist der Angreifer «Fly-out» draussen. Wird der abgeschlagene Ball von der Verteidigung zuerst zum Mitspieler an der Base geworfen, bevor sie vom Schlagmann erreicht wird, ist dieser auch «out».

Ein Spieler der verteidigenden Feldmannschaft fängt einen Ball aus der Luft – und ist damit für ein «Fly-Out» des Schlagmanns verantwortlich.

Ein Spieler der verteidigenden Feldmannschaft fängt einen Ball aus der Luft – und ist damit für ein «Fly-Out» des Schlagmanns verantwortlich.

Von einem «Tagged-out» ist die Rede, wenn der zwischen den Bases rennende Angreifer von einem Verteidiger mit dem Ball berührt wird. Baseball ist wirklich nicht ganz trivial, aber am besten schaut man sich mal ein Heimspiel der Wil Devils auf der Lindenhofanlage an, dann wird es schnell klar. Das nächste findet am 23. Juni um 11 Uhr gegen die Zürich Barracudas statt.

Eine Spielerin der verteidigenden Feldequipe fängt den Ball, bevor der Schlagmann die Base erreicht – und macht ihn damit «Aus».

Eine Spielerin der verteidigenden Feldequipe fängt den Ball, bevor der Schlagmann die Base erreicht – und macht ihn damit «Aus».

Auch in Romanshorn, Wittenbach und Rapperswil-Jona wird Baseball gespielt

Das erste Baseballspiel, das nach den noch heute gültigen Regeln ausgetragen wurde, fand am 19. Juni 1846 in New Jersey statt. Während sich Baseball in den 1860er-Jahren zu einem nationalen Phänomen in den USA entwickelte, kam es in der Schweiz 1980 zwischen den Lucerne White Sox und den Zürich Challengers zur ersten Partie. 1982 begann die erste Meisterschaft.

In der Ostschweiz gibt es neben den Wil Devils drei weitere Clubs: Romanshorn Submarines, Wittenbach Vikings und Rapperswil-Jona Bandits. Die Submarines spielen in der NLB unter dem Namen Romanshorn Pirates und werden dabei von Spielern der Vikings und der Bandits verstärkt. In der 1. Liga bilden die drei Vereine eine Spielgemeinschaft.

Weitere Infos unter: https://www.swiss-baseball.ch/

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