Ballonrebe: Begehrt als pflanzliches Kortison

Unser Kraut des Monats kommt diesmal aus den Tropen und hilft nicht nur bei Rheuma. Die Ballonrebe hemmt Entzündungen, stillt Schmerzen und reduziert Juckreiz.

Ulrike von Blarer Zalokar
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Die Früchte dieser Heilpflanze gleichen kleinen Ballons. (Bild: Getty)

Die Früchte dieser Heilpflanze gleichen kleinen Ballons. (Bild: Getty)

Nach Europa kam die Ballonrebe als Zierpflanze, im 16. Jahrhundert, aus den tropischen Gebieten Afrikas, Indiens und Amerikas. Damals wusste man nicht, dass sie zu den wirksamsten Entzündungshemmern gehört, die die Natur uns bietet. Heute wird die Ballonrebe darum als «pflanzliches Kortison» bezeichnet.

Jetzt im November sind ihre Früchte reif, kultiviert werden sie vor allem in Weinbaugebieten, da ist es warm genug.

Wie kleine orangene Ballons, prall mit Luft gefüllt, hängen die Früchte an den Ästen der Schlingpflanze. ­Betrachtet man die Samen dieser Frucht und die Musterung in Form eines Herzens, wird der zweite Name klar: Herzsame. ­Darauf bezog sich 1753 Carl von Linné, um den wissenschaft­lichen Namen zu geben: Cardiospermum, aus den lateinischen Wörtern für «Herz» und «Same».

Am häufigsten verschrieben bei Hauterkrankungen

Bei verschiedenen Völkern, so den afrikanischen, beobachtete man Anwendungen bei Erkrankungen der Atemwege, bei Rheuma, bei Störungen von Magen, Darm und Harnwegen sowie bei Menstruationsstörungen. In ­Indien und der Karibik wird aus den Blättern ein Tee gemacht, der die Wehen fördern soll.

Bald erkannte man, dass die Ballonrebe gerade der Haut gut tut, bei Reizungen, Jucken, Ekzemen.

Heute sind Hauterkrankungen die wichtigsten Indikationen, bei denen die Ballonrebe von ­Naturheilpraktikern verschrieben wird. Die entzündungshemmende und juckreizmildernde Wirkung verdankt die Pflanze ihren Flavonoiden und Gerbstoffen und vor allem den Phytosterolen.

Salbe und Urtinktur

Phytosterole machen die Haut geschmeidig und fest, reduzieren Hautreizungen und Juckreiz. Verschrieben wird die Ballonrebe von europäischer Naturheilkunde und Homöopathie, bei juckenden Hautentzündungen, Ekzemen, Allergien, Neurodermitis, Akne. Die TCM verschreibt eine Salbe. Salbe wie Urtinktur sind erhältlich in Apotheken und Drogerien. Dreimal täglich auf die betroffenen Stellen auftragen. Die Urtinktur hilft bei Rheuma, bei Magen- und Verdauungsproblemen. Dreimal täglich bis zu zehn Tropfen mit lauwarmem Wasser einnehmen.

Die Autorin Ulrike von Blarer Zalokar leitet die Heilpraktikerschule Luzern, www.heilpraktikerschule.ch