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Bei Blattläusen zuerst abwarten, dann zerdrücken

Zurzeit sind viele Pflanzen von Blattläusen befallen. Diese Tipps helfen.
Nicole Häfliger
Zurzeit sind viele Pflanzen von Blattläusen befallen: Marienkäfer helfen gerne mit bei deren Bekämpfung. (Bild: Fotolia)

Zurzeit sind viele Pflanzen von Blattläusen befallen: Marienkäfer helfen gerne mit bei deren Bekämpfung. (Bild: Fotolia)

Es mag sein, dass Blattläuse danach trachten, all unsere Gärten und dann die Welt zu erobern – wahrscheinlich ist es nicht. Noch weniger wahrscheinlich ist, dass sie es schaffen. Nicht, weil wir Menschen ihnen Einhalt gebieten würden, sondern weil das weitaus effizientere Geschöpfe tun, und dies schon seit 280 Millionen Jahren. Blöd nur, dass die Krone der Schöpfung das offensichtlich noch nicht richtig mitbekommen hat. Anders lässt sich nicht erklären, warum ein so kleines Tierchen uns dazu bringen kann, hektisch zum Gefecht zu blasen.

Offengestanden ging es mir früher auch nicht anders. So wie damals, als ich beim Vorbeigehen sah, dass die eine Rose voller Blattläuse war. Ein Bild des Grauens. Ich wollte sofort etwas dagegen unternehmen – und vergass es ganze zwei Wochen. Zum Glück, denn besser hätte ich meine Lektion nicht lernen können. Als ich mich nämlich wieder an die Rose erinnerte und bewaffnet mit Schmierseifenwasser zu ihr ging, war da keine lebendige Laus mehr. Meine mir bislang unbekannten Helfer hatten jede einzelne erledigt.

Ich begann, näher hinzuschauen und entdeckte viele Helfer: Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen mitsamt deren Larven haben einen Mordshunger auf Läuse und lassen nur noch leere Häutchen übrig. Sieht man braune Kügelchen, dann waren Schlupfwespen am Werk, die geschickt zu parasitieren wissen. Und wenn plötzlich gar nichts mehr da ist, haben sich Vögel an den Läusen gütlich getan. Sie sind lausige Selbstverteidiger. Man könnte fast Mitleid haben, hätten sie nicht doch eine Waffe: ihre riesige Vermehrungsrate. Bei der Produktion von Nachkommen nämlich haben die Weibchen nebst der herkömmlichen Methode auch noch den Trick drauf mit der Jungfernzeugung und Lebendgeburten. Aus nur wenigen Individuen kann also innert Tagen eine Massenpopulation heranwachsen. Ein Graus? Nein, ein Glück, denn sonst hätten die Nützlinge ja bald nichts mehr zu essen.

Wer also Insektizide spritzt, ob biologisch oder nicht, spritzt auch gegen Nützlinge. Der Schluss scheint nahezuliegen: Wer Blattläuse in Ruhe lässt, macht alles richtig. Nun, ganz so simpel ist es nicht. Gesunden erwachsenen Pflanzen macht eine vorüber­gehende Blattlausinvasion wenig bis nichts aus. Das ist in etwa so, wie wenn wir von Mücken gestochen werden. Anders, wenn die Pflanzen noch jung oder geschwächt sind und die Invasion länger dauert, weil die Nützlinge aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zuschlagen konnten. Zum Beispiel weil Ameisen die Läuse als Melkkühe nutzen und sie deswegen wehrhaft beschützen. Jetzt gilt es zu handeln! Die beste Waffe dabei sind Daumen und Zeigefinger. Mit etwas Übung schafft man es, Blattläuse auch von zartesten Trieben und Blattunterseiten abzuziehen, zu zerdrücken und dabei sogar einen Hauch von Eleganz an den Tag zu legen. Gruusig? Ach was. Hände kann man waschen. Oder man nimmt von vornherein Wasser: Ein kräftiger Wasserstrahl putzt die Läuse genauso weg, vor­ausgesetzt, die Pflanze kann so einen Strahl wegstecken.

Ja, es braucht eine gewisse Abgebrühtheit und Gelassenheit, um erst einmal nur zuzuschauen und die helfenden Nützlinge abzuwarten, aber es lohnt sich. Nicht nur, weil den Garten fortan putzige Marienkäfer und feenhafte Florfliegen bevölkern, aber auch. Welch Glück, gibt es Blattläuse!

Die Autorin ist im Appenzellerland aufgewachsen und arbeitet heute in der Gartenberatung. Sie ist auch Buchautorin.

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