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Belfast: Eine Stadt mit turbulenter Vergangenheit rappelt sich auf

Die nordirische Stadt Belfast lockt mit rauem Charme. Ihre bewegte Geschichte lässt sich auf einem Spaziergang entdecken.
Silvia Schaub
In der Altstadt von Belfast treffen sich die Nachtschwärmer.Bild: Elaine Hill Photography

In der Altstadt von Belfast treffen sich die Nachtschwärmer.
Bild: Elaine Hill Photography

Wie ein sonniger Empfangsgruss erscheinen die gelben, gigantischen Kräne von Harland & Wolff im Hafen von Belfast, während der Himmel gerade in irischer Manier die Schleusen öffnet. Samson und Goliath, wie sie liebevoll genannt werden, sind so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt und werden als Souvenir im Kleinformat verkauft. Noch jedenfalls. Gerade musste die nordirische Industrie-Ikone Insolvenz erklären. Das Unternehmen, das Dutzende von Ozeandampfern baute (darunter die «Titanic») und einst mit über 30 000 Mitarbeitenden der grösste Schiffbauer der Welt war, steht am Abgrund.

Aber die Stadt hat schon andere Rückschläge erlebt. Zum Beispiel 1912, als die «Titanic» vor Amerika einen Eisberg rammte und die Stadt in eine Lethargie stürzte. Auch die jüngste Geschichte des späten 20. Jahrhunderts hat die Stadt am River Lagan geprägt: die gewaltsamen Zusammenstösse von 1969 bis 1998 zwischen den London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken. «Sie sind noch längst nicht vergessen, auch wenn man Belfast heute problemlos besuchen kann», wie Tourguide Beate Hahn versichert. Die gebürtige Berlinerin lebt seit über 20 Jahren in der Nähe der nordirischen Hauptstadt und hat einiges mitbekommen. Nun droht Belfast auch noch der Brexit. Es wird befürchtet, dass nach einem britischen EU-Austritt der Nordirland-Konflikt wieder aufleben könnte.

Graffitis erinnern an den Nordirland-Konflikt

Die schmerzhaften Geschichten der «Troubles», wie die Einheimischen den Nordirland-Konflikt nennen, sind bei den Peace Walls entlang der katholischen Falls Road und der protestantischen Shankill Road noch allgegenwärtig. Noch immer trennt hier die 3½ Kilometer lange Friedensmauer die Wohnquartiere und wirkt mit ihrer politischen Street Art wie ein Open- Air-Museum – oder ein Mahnmal.

Ansonsten spürt man wenig von der turbulenten Vergangenheit. Die Menschen in Belfast sind zugänglich und lebensfroh, die Wirtschaft scheint zu florieren. Es wird überall investiert und gebaut. Und auch die Touristen entdecken allmählich das Kleinod mit dem rauen Charme im Norden der Insel.

Einen guten Überblick verschafft man sich von der Kuppel der Victoria Square Shopping Mall oder von der Bar des Grand Hotels im 23. Stock. Doch mit ihren 340 000 Einwohnern ist Belfast ohnehin übersichtlich. Der älteste Teil befindet sich zwischen der City Hall und der St. Anne’s Cathedral. Hier findet man Pubs und Bars. Geniesser sollten unbedingt St. George’s Market besuchen. Der Markt in einem viktorianischen Gebäude gilt als der beste in ganz Grossbritannien.

Überlebende erzählen vom «Titanic»-Untergang

Irgendwann landen aber alle am Hafen, der sich in den vergangenen Jahren zu einem spannenden Viertel gemausert hat. Nicht zuletzt wegen des Titanic-Museums. Wie ein Schiffsbug erhebt sich das Gebäude genau dort, wo einst das grösste Schiff der Welt gebaut wurde. Die Fassade mit den lichtreflektierenden Aluminiumplatten erinnert an Wellen und Eisberge.

Die Besucher erfahren im Museum Spannendes über die Geschichte Belfasts als Industriestadt Anfang des 20. Jahrhunderts und über den Bau der «Titanic». Erzählungen von Überlebenden, ein filmischer Tauchgang zum Wrack, original rekonstruierte Kabinen und die Fahrt mit einem Sessellift durch die Fabrikhallen machen den Besuch zu einem Erlebnis.

Hinweis: Die Reise wurde ermöglicht durch Hotelplan Suisse.

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