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BERN: Globale Terrorwarnungen: Schweizer buchen um

Paris im November, Hurghada und Istanbul in den letzten Tagen: Terroranschläge sind überall möglich, auch in beliebten Touristenzielen. Schweizerinnen und Schweizer buchen deshalb vermehrt Reisen in kleine Städte statt in grosse Metropolen.
Reisende warten an der Gepäckabgabe am Flughafen Zürich Kloten. (Bild: Keystone)

Reisende warten an der Gepäckabgabe am Flughafen Zürich Kloten. (Bild: Keystone)

«Die Behörden weisen auf das Risiko von Terroranschlägen hin» - sogar zu Österreich oder Deutschland findet sich dieser Satz auf dem Reisehinweisportal des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Die Hinweise zeigen: Mit Anschlägen muss überall gerechnet werden, auch in als stabil geltenden Staaten. Das EDA sieht aber keinen Anlass, generell von Reisen in Gebiete abzuraten, in denen das Risiko von Anschlägen besteht.

«Eine solche Massnahme wäre unverhältnismässig angesichts der Unmöglichkeit, Anschläge vorauszusehen. Sie würde letztlich das Ziel der Terroristen, Unsicherheit und Angst zu schüren, unterstützen», schrieb das Aussendepartement auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Reiseziele verlagern sich

«Wir spüren eine gewisse Verunsicherung bei den Kunden», heisst es unisono bei den Reiseanbietern Kuoni und Hotelplan Suisse. Die Leute blieben aber nicht zu Hause, sagt Marcel Schlatter, Mediensprecher von Kuoni.

Vielmehr würden sich die Reiseziele verlagern. So buchten Städtereisende eher Aufenthalte in kleineren Städten denn in Metropolen, weil sie dort das Anschlagsrisiko als kleiner einschätzten.

Ägyptische Badeorte - wie das letzte Woche von einem Anschlag erschütterte Hurghada - fielen weg, dafür flögen die Touristen eher auf die Kanarischen Inseln. Die Kunden buchten zurückhaltender und sehr kurzfristig, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan Suisse.

Annullationen von Istanbul-Reisen haben beide Anbieter bisher nicht registriert - allerdings sei Nebensaison und nur wenige Kunden hätten so eine Reise überhaupt gebucht.

Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands (SRV), weist darauf hin, dass Reiseanbieter bei Terroranschlägen sich sehr flexibel zeigen und rasch Umbuchungen oder Annullationen anbieten können. «Wer seine Reisen individuell bucht, der zahlt eher Annullationskosten als jemand, der über einen Reiseanbieter bucht.»

EDA-Hinweise sind massgebend

Bei der Beurteilung der Reiseziele stützen sich die Mitglieder des Reiseverbandes, zu denen auch Kuoni- und Hotelplan Suisse-Reisebüros gehören, auf die Reisehinweise des EDA. «Rät das EDA explizit von Reisen ab, dann können die Kunden ihre Reise gratis umbuchen oder annullieren», sagt Kuoni-Sprecher Schlatter.

So handhabt es auch die Mobiliar, welche Reiseversicherungen anbietet: Die Annullationskosten werden übernommen, wenn das EDA von Reisen in ein Land abrät, wie Mobiliar-Sprecher Jürg Thalmann sagt. Wer bei einem Anschlag verletzt wird und aus medizinischen Gründen zurück in die Schweiz reisen muss, dessen Mehrkosten würden auch gedeckt.

Das bietet auch die Europäische Reiseversicherung (ERV) an - sie übernimmt sogar Kosten von Flügen von Familienmitgliedern, damit sie bei ihren verletzten Angehörigen in einem Drittland sein können, wenn diese länger als eine Woche hospitalisiert sind.

Wenn das EDA vor möglichen Terrorangriffen warnt, wie etwa in der Türkei oder Frankreich, sei eine notfallmässige Rückreise gedeckt, sagt Patrik Grobe, Mitglied der ERV-Geschäftsleitung. Die ERV übernehme dann nicht generell Annullationskosten von Reisen - teils zeige man sich jedoch kulant. Nicht decken könne die Versicherung Kosten von Vorfällen in Krisenländern, wo das EDA explizit von der Reise abrate.

Nadja Sutter, sda

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