Das Auto auf einer spannenden Reise in die Zukunft

Autos mit konventionellen Antrieben werden zwar von Modellen mit Alternativantrieben bedrängt, aber eine wirkliche Konkurrenz sind Hybride und E-Mobile für Benziner und Diesler nicht. Noch nicht.

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Hyundai präsentiert an der Auto Zürich den mit Wasserstofftechnik angetriebenen ix35, mit dem auch eine Probefahrt absolviert werden kann. (Bild: PD)

Hyundai präsentiert an der Auto Zürich den mit Wasserstofftechnik angetriebenen ix35, mit dem auch eine Probefahrt absolviert werden kann. (Bild: PD)

Jil Lüscher

Die Herbstzeit wird von der Autobranche gerne für Ausstellungen genutzt. Die Präsentation von Neuwagen und Occasionen soll Appetit auf eine Fahrzeuganschaffung, auf einen Fahrzeugwechsel anregen. Dabei hat der Kunde die Qual der Wahl. Nicht nur in Bezug auf Marken und Modelle, sondern auch, was die Antriebstechnologien betrifft.

«Die Zukunft gehört dem E-Mobil» – der Glaube an diese Vision ist weit verbreitet, auch wenn die Realität heute noch eine andere ist. Autos, die rein elektrisch angetrieben werden, hat zwar fast jeder Produzent von Automobilen im Portfolio, was fehlt, ist die Nachfrage des Marktes. Da hinken die Verkaufszahlen den Erwartungen gewaltig hinterher. Zu gross sind die Nachteile, die Elektroautos gegenüber den herkömmlich angetriebenen Modellen mit sich bringen, und zu gering der wirtschaftliche Benefit, den sie versprechen. Auch grüne Gewissen lassen sich mit der Anschaffung eines Elektroautos nicht beruhigen. Weil die Herstellung und Entsorgung von Batterien extrem umweltbelastend ist. Entgegen den Erwartungen hinterlassen E-Fahrzeuge in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise einen vergleichsweise ungünstigen ökologischen Fussabdruck. Kommt hinzu, dass die Infrastruktur noch lange nicht für eine auf mehrheitlich elektrischen Individualverkehr eingestellte Gesellschaft parat ist. Öffentliche Ladestationen sind rar, und wer nur über einen Laternenparkplatz verfügt oder in einer Grossüberbauung mit Tiefgarage bzw. Aussenplatz wohnt, hat kaum Chancen, sein E-Auto über Nacht aufzuladen.

Morgen schon überholt

Geringe Reichweite, lange Ladezeiten und hohe Anschaffungspreise sind weitere Nachteile. Ausserdem verlieren Elektrofahrzeuge aufgrund der Weiterentwicklung der Batterietechnologie rasch an Wiederverkaufswert – praktisch gesehen ist das E-Auto von heute technologisch morgen bereits überholt. Um dem entgegenzuhalten, werden Geschäftsmodell mit Batterieleasing angeboten (siehe Artikel oben), aber letztlich ist die Batterie nur eine von vielen Kompo­nenten, die das E-Auto ausmachen. Das «Rundherum» muss sich der Batterieweiterentwicklung anpassen, und das ist beim Leasingmodell nicht gegeben.

Kommt hinzu, dass kaum jemand sagen kann, wohin die Reise letztlich führen wird. Wasserstoff zum Beispiel ist eine weitere Alternative zu Antrieben, die mit fossilem Brennstoff gespeist werden. Auch in diesem Bereich wird intensiv geforscht. An der Auto Zürich Car Show (29. 10.–1. 11.) zeigt Hyundai das erste serienmässige Wasserstofffahrzeug, den Hyundai ix35 Fuel Cellauf. Der Crossover wird mit reinem Wasserstoff betrieben und emittiert ausschliesslich Wasserdampf. Übrigens: Das Auto kann an der Auto Zürich von den Besuchern auf der öffentlichen Strasse gefahren werden.

Eine Frage von Generationen

Trotzdem: Es dürfte noch einige Generationen dauern, bis die Verbrennungsmotorentechnologie adäquat durch eine andere Technologie abgelöst sein wird. Was in 130 Jahren (der Benz-Patent­motorwagen Nummer 1 stammt aus dem Jahr 1886) gereift ist, kann nicht im Schnellverfahren durch Gleichwertiges abgelöst sein.

Bild: Tabelle Neue LZ

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