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Der Fall Claas Relotius: Der tiefe Fall eines Star-Reporters

Claas Relotius, 33 Jahre alt, seit sieben Jahren «Spiegel»-Mitarbeiter, seit anderthalb Jahren Redaktor, galt als einer der besten Reporter Deutschlands und wurde mit Preisen überhäuft. Kurz vor Weihnachten macht das Magazin in einem langen Artikel des Chefredaktors bekannt, dass Claas Relotius die Leser und die Redaktion während Jahren mit gefälschten Artikeln getäuscht hatte. «De facto müssen wir heute davon ausgehen, dass sämtliche Relotius-Geschichten Fälschungen sind, so wie die in den anderen Medien, für die er geschrieben hat. Selbst wenn Teile seiner Geschichten zutreffen, sind sie gespickt mit Erdachtem», schreibt «Spiegel»-Chefredaktor Steffen Klusmann.

«Jaegers Grenze», der Text, der Claas Relotius zum Verhängnis wurde, erschien Mitte November. Im Zuge der Recherchen begann sein Co-Autor Juan Moreno Verdacht zu schöpfen. Moreno sah sich südlich der amerikanisch-mexikanischen Grenze um, Relotius nördlich davon. Eini­ges in Relotius’ Teil kam Moreno merkwürdig vor. Wochenlang schenkte beim «Spiegel» Moreno niemand Glauben. Nun will man beim «Spiegel» herausfinden, wie es zum Relotius-Komplex kam. Im Januar soll die Aufklärungskommission ihre Arbeit aufnehmen. (kaf)

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