«Wilder» im Jura: So kommen Sie zu den  schönsten Drehorten

Die Verbrechen wurden aufgeklärt, Kommissarin Rosa Wilder braucht nicht mehr in die abgelegenen Jura-Dörfer zu kurven. Geblieben von der zweiten Staffel «Wilder» ist die Kulisse. Sie zu besuchen, lohnt sich – auch wenn man keinen Mörder jagt.

Annika Bangerter
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Marcus Signer und Sarah Spale ermitteln als Manfred Kägi und Rosa Wilder in einem Dreifachmord im Jura.

Marcus Signer und Sarah Spale ermitteln als Manfred Kägi und Rosa Wilder in einem Dreifachmord im Jura.

Bild: SRF

Inhaltsverzeichnis

    1. Die majestätischen Felsen bei St. Brais

    Bild: SRF

    Schroff und etwas trotzig thronen die Felsen oberhalb von St. Brais. In «Wilder» spielen sich dramatische Szenen auf ihnen ab: An diesem Ort hat Polizistin Susann Walter ihre Tochter verloren. Und auch ihr Kollege Leo Mott flieht dorthin, als sein Doppelleben auffliegt.

    Wer den Drehort besuchen will, sollte gutes Schuhwerk tragen, schwindelfrei sein und den Frühling abwarten, da momentan Schnee auf dem Weg zum Aussichtspunkt liegt. Am besten sieht man die Felsen aber sowieso aus Distanz. Eine besonders schöne Sicht darauf hat, wer von Saignélegier kommend in die kleine Freiberger Gemeinde St. Brais hinunterfährt.

    Diese liegt auf einem Jurakamm, wovon man auf andere Hochebenen blickt. Per Postauto erreicht man St. Brais direkt von Glovelier oder Saignélegier.

    2. Im malerischen Hochmoor

    Bild: zVg

     Am Weiher «Etang de Plain de Saigne» hat Einzelgänger Manfred Kägi seinen silbrigen Camper parkiert. Dort fand der schrullige und schlecht rasierte Bundeskriminalpolizist die gesuchte Einsamkeit. Das Wasser des «Etang de Plain de Saigne» schimmert auch im realen Leben dunkel wie Tinte. Das idyllische Hochmoor ist zudem gesäumt von riesigen Tannen, in denen der Wind rauscht.

    Rund um den Weiher gibt es Picknick-Plätze, um in dieser Naturschönheit zu verweilen. Diese liegt nahe beim Mini-Bahnhof «Pré-Petitjean». Wer länger wandern möchte, startet in Saignelégier und geht nach Glovelier. Einzig: Wer campieren will und nicht Manfred Kägi heisst, muss auf den Zeltplatz von Saignelégier ausweichen. Der «Etang de Plain de Saigne» ist ein Naturschutzgebiet.

    3. Am Ufer des zauberhaften Doubs

    Bild: SRF

    Das Wasser des Doubs funkelt smaragdgrün. Zwei Schwäne drehen ihre Runden darin. Die Ruhe wird einzig von den Rufen der Blesshühner durchbrochen. Hier, in Biaufond und an der Grenze der Schweiz, stellt sich rasch das Gefühl des Weitwegseins ein.

    Nur ein paar Häuser gruppieren sich hinter dem (nur unregelmässig geöffneten) Restaurant de Biaufond. Dieses stellte in «Wilder» die Pizzeria der kosovarischen Familie Kabashi dar. Mit dem ÖV ist der Ort mit der roten Brücke vom 19. April bis 1. November 2020 erreichbar (Bus ab La Chaux-de-Fonds, Haltestelle: Biaufond, douane).

    Am besten nähert man sich dem Drehort zu Fuss: Biaufond liegt an einem wunderschönen Wanderweg entlang des Doubs. Wer hier übernachten will, kann sich im Voraus im Gasthaus Maison Biaufond anmelden.

    4. Dem fiktiven «Thallingen» ganz nah

    Bild: SRF

    Die Berner Gemeinde Thallingen, die in der Serie Wilder von mehreren Morden erschüttert wird, existiert auf der Schweizer Landkarte nicht. Die dörflichen Szenen wurden in Undervelier (JU) gedreht, wo 280 Menschen zu Hause sind. Der Ort befindet sich am Anfang der Pichoux-Schlucht, einem lohnenswerten Ausflugsziel (siehe rechts).

    Nur etwa einen halben Kilometer von Undervelier entfernt, befindet sich die Grotte von Sainte-Colombe. Diese kommt in «Wilder» als Friedhofskulisse vor. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Grotte ein Wallfahrtsort, denn in Undervelier soll die spanische Heilige Columba gewohnt haben. An sie richten sich die in Stein gravierten Danksagungen in verschiedensten Sprachen.

    Mit dem ÖV ist Undervelier mehrmals täglich per Postauto ab Soulce oder Bassecourt erreichbar.

    5. Die Schlucht mit ihrem grünen See

    Bild: SRF

    Eine schmale Strasse schlängelt sich durch die Pichoux-Schlucht, die bei Undervelier (siehe links) beginnt. Die Schlucht besticht durch ihre mystisch anmutende Schönheit. Fast senkrecht ragen die Felswände in den Himmel und tragen auf ihren Häuptern eine grüne Krone. Aus dem Kalkstein schiesst an Regentagen das Wasser hervor.

    Die Bäume in der Schlucht sind in einem samtigen Gewand aus Moos überzogen. Und dann ist da noch der «Lac vert» am Ende der Schlucht. Seinem Namen entsprechend glänzt seine Oberfläche in Grüntönen. Einen Ausflug in die Pichoux-Schlucht lohnt sich, sowohl zu Fuss als auch mit dem Velo. Ein Wanderweg führt durch die Schlucht zum «Lac vert».

    Wer mit dem Fahrrad die Strasse hochkeucht, kommt in Bellelay, dem Ursprungsort des Tête de Moine-Käse, raus.

    Die Reise-Reportage über die Drehorte von «Wilder» lesen Sie im unten verlinkten Artikel.

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