Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Klimaforscher: «Der Klimawandel ist schon da»

Rund 85 Prozent der Schweizer glauben, dass es den Klimawandel wahrscheinlich gibt. Ein substanzieller Teil der Befragten behauptet jedoch, der Mensch sei nicht verantwortlich, sagt Klimaforscher Reto Knutti im Interview.
Interview: Bruno Knellwolf
Reto Knutti, Professor für Klimaphysik, ETH Zürich. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Reto Knutti, Professor für Klimaphysik, ETH Zürich. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Reto Knutti, was muss den Leuten am meisten zu denken geben, wenn sie die Klimaszenarien 2018 sehen?

Da gibt es einiges. Aber allen, die bis jetzt gesagt haben, den Klimawandel gibt es nicht, sollte spätestens nach dem Jahr 2018 klar sein, dass dieser nicht irgendwann in der Zukunft stattfindet, sondern schon da ist. Hier und jetzt. Wir hatten Rekordtemperaturen, wir hatten Rekordtrockenheit. Die Auswirkungen sind spürbar. Wer in einem Büro ohne Klimaanlage arbeitet, hat gesehen, dass die Arbeitsproduktivität zurückgeht. Es ist für die Landwirtschaft ein Problem, für die Schifffahrt, für die Fischer.

Ein Sommer allein macht noch keinen Klimawandel. Sie zeigen aber nun die Häufung?

Das Wetter wird auch in Zukunft variabel sein. Vielleicht regnet es nächsten Sommer. Aber in den letzten dreissig Jahren waren die Temperaturen weit über dem Durchschnitt. Wir haben seit 2011 die vier wärmsten Jahre seit Messbeginn 1864 erlebt. Die Häufung ist offensichtlich.

In der Schweiz ist wohl den meisten klar, dass der Klimawandel menschengemacht ist.

Nein. 85 Prozent der Schweizer sagen, dass es den Klimawandel wahrscheinlich gibt, wie eine Umfrage von SRF vor einem Jahr gezeigt hat. Doch wenn man fragt, was der dominante Faktor ist, sagen nur etwa 70 Prozent, der Mensch sei hauptverantwortlich. Ein substanzieller Teil sagt, man weiss es nicht so recht. Und es gibt immer noch namhafte Exponenten in der Politik, die sagen den Klimawandel hat es schon immer gegeben oder die Schweiz muss nichts tun dagegen. Die Ablehnung kommt meist nicht wegen der Fakten, sondern weil die vorgeschlagenen Massnahmen ihrer Weltanschauung widersprechen.

Was ist nun der Zweck der Klimaszenarien?

Nicht den Leuten auf die Finger zu klopfen. Sondern ihnen zu sagen, hier habt ihr Informationen zum Klima: Wenn ihr sie in eure Planung einbezieht, seid ihr langfristig besser dran. Es ist eine Frage der Risikominimierung. Das Ziel der Szenarien ist die Anpassung, um den Risiken weniger ausgeliefert zu sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.