Der Toyota RAV4 wird neu positioniert

Der RAV4 von Toyota führte lange Jahre das Segment der Kompakt-SUV an. Nun wird er hybridisiert und mit den gefragten Assistenzsystemen ausgerüstet.

Drucken
Teilen
Die überarbeitete Version des neuen Toyota RAV4 ist mehr als ein Facelift. Das Auto hat buchstäblich an Grösse gewonnen. (Bild: PD)

Die überarbeitete Version des neuen Toyota RAV4 ist mehr als ein Facelift. Das Auto hat buchstäblich an Grösse gewonnen. (Bild: PD)

Jürg Wick

Der 1994 vorerst dreitürig aufgelegte RAV4 von Toyota wurde aus dem Stand zum erfolgreichen Lifestyle-Auto, was im Laufe der Zeit zwangsläufig eine grosse Zahl von Konkurrenten auf den Plan rief. Heute sind die kompakten mit Allradantrieb ausgerüsteten SUVs für jeden Hersteller unverzichtbar, und so geriet der einstige Marktleader unter Druck. Für die anstehende Neuauflage haben sich die Japaner darum ihre Hybridkompetenz zu Nutze gemacht und das einstige Erfolgsmodell in der vierten Generation teilelektrifiziert. Vor ein paar Monaten bereits wurde der 2-Liter-Turbodieselmotor aus dem hiesigen Verkaufsprogramm gestrichen, er bleibt aber für einige Länder im Angebot. In der Schweiz soll nun jedoch der RAV4-Hybrid die Verkaufszahlen antreiben.

Die gelegentlich gefragte Anhängelast steht dem nicht im Weg: Während es für die meisten Hybridfahrzeuge und sämtliche reinen Elektrofahrzeuge keine Gespannfreigabe gibt, darf man am RAV4-Hybrid 1650 kg andocken; das reicht für einen grossen Wohnwagen oder ein ausgewachsenes Pferd.

Schöne Portion Fahrdynamik

Der Hybrid hat ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinaggregat mit 105 kW Leistung unter der Haube, ein Elektromotor steuert 50 kW zur Gesamtleistung von 197 PS bei. Die Übersetzungen übernimmt ein stufenloses CVT-Getriebe mit sechs virtuellen Stufen. Weil es viele Länder so wollen, wird der Toyota RAV4- Hybrid auch als 2WD lieferbar sein und ist damit als Einsteiger zum Preis von. 37'700 Franken erhältlich. Der Aufpreis zum 4WD beträgt lediglich 2500 Franken, die Erfolgsaussichten für den 2WD dürften demnach nicht sehr gross sein. Wenn schon, könnte eher der Zweiliter-Benziner – den es ausschliesslich als 4x4 gibt – ab 29'900 Franken ein Thema bleiben. Der überarbeitete 2-Liter-Vierzylinder leistet 152 PS und verbraucht 6,7 Liter auf 100 km (155 g/CO2 pro km), der Hybrid wird ab 4,9 L/115 g CO2 eingestuft, als vollausgestatteter 2,5 VVT-i Sol Premium (5,1 L/118g) kostet er 47'300 Franken.

Der Hybrid steht gut im Futter, es ist ein leises Auto, das sich, sofern man fleissig Energie zurückgewinnt (rekuperiert), zwischendurch immer wieder rein elektrisch fahren lässt und eine schöne Portion Fahrdynamik an den Tag legt. Die Lenkung sollte kommunikativer sein. Vor allem im 2WD, dessen Traktion auf nassen Strassen zu wünschen übrig lässt. An Raum für Kind und Kegel oder auch für Erwachsene auf der geteilten Fondsitzbank mangelt es nicht.

Neuheiten im Mainstream

Als weitere Neuerungen am seit 2013 verkauften Toyota RAV4 gibt es aussen Bi-LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten sowie die unverzichtbare Haifischantenne. Als Assistenzsysteme stehen neuerdings Pre-Collision mit Fussgänger-Erkennung, Fernlichtautomatik, Spurhalteassistent, Verkehrsschildererkennung, adaptiver Tempomat und Müdigkeitswarner zu Diensten, also ungefähr all das, auf was man glaubt, nicht mehr verzichten zu können.

Und der Sieger heisst ...

Wenn der Kaufinteressent eines überarbeiteten RAV4-Toyotas dann die Rechnung zwischen einem reinen Benziner und dem RAV4-Hybrid macht, kommt er angesichts der tiefen Treibstoffpreise zum Ergebnis, dass rechnerisch alles für den Benziner spricht. So wird die Kalkulation aber ohne die beruhigende Wirkung des Hybridantriebs gemacht, zumal sich dieses Konzept auch günstig auf die Unterhaltskosten auswirkt. Vorausschauend gefahren, lässt sich damit nämlich auf 100 000 Kilometer dank der Rekuperierung über die Motorbremswirkung mindestens eine Bremsrevision einsparen. Und das ist letztlich auch gespartes Geld.

Nüchtern sachliches Innenleben. (Bild: PD)

Nüchtern sachliches Innenleben. (Bild: PD)

Praktische Kofferraumarchitektur. (Bild: pd)

Praktische Kofferraumarchitektur. (Bild: pd)