Der Winzling öffnet sich wieder

Mit schönem Erfolg wurde im vergangenen Jahr eine echte Neuauflage des Smart in die Welt gesetzt. Jetzt folgt das Cabrio, das weiterhin günstigste seiner Art.

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Das Smart-Cabriolet gefaltet und mit entfernten Dachholmen. (Bild Werk)

Das Smart-Cabriolet gefaltet und mit entfernten Dachholmen. (Bild Werk)

Jürg Wick

Der neue Smart gehörte mit 3409 Einheiten und 103 Prozent Verkaufszuwachs 2015 zu den Überfliegern im Markt. Darunter befanden sich noch 65 Cabrios, welche auf dem Vorgänger basierten. Nun hat man die offene Version auf die neue Architektur mit 10 Zentimetern grösserer Aussenbreite gestellt. Sie ist ab 19 845 Franken zu haben und offeriert somit das günstigste Cabrio-Feeling im Markt. Der Aufpreis zur geschlossenen Version fällt mit fast 5500 Franken ziemlich happig aus. Freilich ist die 6-Stufen-Automatik (plus 1745 Franken im Fortwo Coupé) im Verkaufspreis eingerechnet. Das macht insofern Sinn, als der typische Smart-Fahrer ohnehin nichts anderes als Automatik akzeptiert.

In den Häuserschluchten und in den engen Gassen kommt das Konzept richtig zur Geltung. Der Smart wird zum Innenstadt-König, die City-Atmosphäre, das Getöse, das Summen und Brummen, das richtige Leben eben, schwappt authentisch rüber. Bekanntlich wurde der Wendekreis im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent auf konkurrenzlose 6,95 Meter reduziert.

Unverändertes Konzept

Am Cabrio-Konzept hat sich nichts geändert. Zuerst hat man ein nach hinten gefaltetes Dach mit freiem Blick nach oben und all den Geräuschen, aber mit kaum mehr als einem Kräuseln im Haar. Dann entfernt man die Dachholme, surrt die Seitenscheiben runter – das Cabrio-Gefühl ist ungefiltert vorhanden. Regelrechte Orkanstürme sind aber nicht zu befürchten. Das Faltdach wird innert 12 Sekunden geöffnet und auch geschlossen – und das kann bis zur Höchstgeschwindigkeit (150 km/h) bewerkstelligt werden. Zum Entfernen der Dachholme muss man aussteigen. Meistens wird man dies deshalb sein lassen, denn Stufe 1 ist eigentlich genug. Nur hat der Smart so geöffnet mit dem Fiat 500 C einen ernsthaften Konkurrenten. Hier wie dort besteht die mit dem Verdeck einklappende Heckscheibe aus Glas, die auch elektrisch heizbar ist.

Tendenziell hoher Verbrauch

Nicht eben meisterhaft fallen im Smart die Hygienefaktoren Verbrauch und CO2-Emissionen (4,3 Liter auf 100 km 99g/km CO2) aus. Die Turboversion mit 90 anstelle von 71 PS (plus 1200 Franken) macht es mit 4,2 Litern (97 g) minimal besser, gönnt sich aber im reinen Stadtverkehr tendenziell eher sechs als fünf Liter. Der Turbo lässt jedoch dank seiner Beschleunigung (0–100 km/h in 11,7 statt 15,5 Sekunden) den Fliessverkehr beim Spurwechsel lockerer hinter sich. Wer den Smart mag, wird das neue Cabrio noch mehr mögen ...