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DETROIT: Die Zukunft macht Pause

Auf der Motorshow in Detroit sind Blech und Stahl wieder wichtiger als Bits und Bytes, mit denen die Autobauer an der Computermesse CES Eindruck schinden wollten. Pick-ups und Geländewagen sowie Limousinen sind hoch im Kurs.
Thomas Geiger
Die neue G-Klasse von Mercedes-Benz in Detroit. (Bild: KEY)

Die neue G-Klasse von Mercedes-Benz in Detroit. (Bild: KEY)

Scharfe Sensoren, Elektromotoren – es ist noch keine zwei Wochen her, da hat sich in der Autowelt niemand für Leistung und Drehmoment interessiert. An der CES in Las Vegas haben sich die Autobauer mit visionären Studien, autonomen Prototypen und serienreifen Elektrofahrzeugen fitgemacht. Doch bei der Motorshow in Detroit in der Cobo Hall geht es einmal mehr um Hubraum, Blech und Stahl.

So sonnen sich mit dem Chevrolet Silverado und dem Ram1500 zwei der drei meistverkauften Pick-ups auf dem US-Markt im Premieren-Licht. Weil der F-150 als Bestseller noch recht frisch ist, schiebt Ford als kleinen Bruder für den Golf der Amerikaner den neuen Ranger nach.

Und selbst die deutschen Hersteller haben aufpoliertes Metall. Denn, nachdem der US-Markt der G-Klasse in den letzten zehn Jahren das Überleben gesichert hat, zeigt ihn hier Mercedes als Weltpremiere der besonderen Art, war er zuvor doch 39 Jahre nahezu unverändert gebaut worden. Jetzt hat er ein Hightech-Cockpit wie die S-Klasse. Und während die Deutschen in Amerika dem Diesel abgeschworen haben, propagieren plötzlich die Big Three selbst den Selbstzünder und lassen ihre Pick-ups ­nageln im F-150 und dem neuen Silverado. Neben den Pick-ups dreht sich in Detroit vieles um klassisch geschnittene Limousinen, die in den USA einen viel grösseren Marktanteil haben als etwa in Europa. Nicht umsonst hat VW eigens für die Amerikaner noch einmal einen neuen ­Jetta entwickelt, der diesmal allerdings nicht nach Europa kommt. Das gilt auch für den Toyota Avalon als vornehme Ausgabe des Bestsellers Camry sowie für den Forte, mit dem Kia sehr erfolgreich gegen Jetta & Co. antritt.

Autos mit ein bisschen mehr Fun und Finesse muss man in Detroit diesmal etwas länger suchen. Immerhin zeigt Mercedes-AMG hier seine neuen 53er-Modelle für CLS und die Zweitürer der E-Klasse mit einem modernisierten V6-Benziner von 435 PS, Audi stellt zum ersten Mal den A7 vor grosses Publikum, und BMW zieht das Tuch vom aufgefrischten Mini und noch einmal ganz offiziell vom X2. Dazu gibt es von Ford – allerdings nur für den US-Markt – einen auf 335 PS aufgerüsteten Edge ST und einen Mustang mit 475 V8-PS im Look des legendären Bullit. Und auch die Asiaten gönnen sich mit Autos wie dem Hyundai Veloster zumindest ein klein bisschen Spass.

Die Asiaten haben ein paar Studien mitgebracht. Die Hybrid-Limousine Honda Insight trägt das «Concept» nur noch als Alibi für die späte Markteinführung, aus dem Lexus LF1 Limitless wird schon bald der neue RX, der Infiniti Q Inspiration gibt einen Ausblick auf den Nachfolger des Q50, der Nissan Xmotion hat das Zeug zum Nachfolger des in Amerika erfolgreichen X-Terra.

Thomas Geiger

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